Wie viele Unternehmen wenden innovative Formen der Arbeitsgestaltung an, wie groß sind sie, und aus welchen Branchen stammen sie? Wie steht das Unternehmen im Vergleich zu Konkurrenten da? Zu welchem Zweck führen Unternehmen Gruppenarbeit ein, warum beteiligen sie ihre Mitarbeiter und verringern die Arbeitsteilung? Wann ist das Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber? Wo liegt das Unternehmen im deutschen und im internationalen Vergleich? Antwort auf diese Fragen liefert der erste Band der Reihe „Bilanzierung innovativer Arbeitsgestaltung“ - Verbreitung innovativer Arbeitsgestaltung, der die Ergebnisse einer Studie von mehreren Forschungs-Instituten zusammenfasst.
Das Buch wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „Identifizierung und Bilanzierung erfolgreicher Veränderungen in der Arbeitsgestaltung und Unternehmensorganisation – Konzepte und Erfolgsfaktoren für die Entwicklung und Verbreitung ganzheitlicher Innovationen“ geschrieben. Es ist der erste von drei Bänden, in dem es um den Stand der Verbreitung neuer Arbeitsformen geht.
Dazu haben die Forscher zahlreiche Studien und empirisches Material – Daten, Zahlen, Fakten – zusammengetragen und ausgewertet. Das Buch geht auf folgende Themenbereiche ein:
- Gruppenarbeit
- Mitarbeiterpartizipation
- Verringerung der Arbeitsteilung
- neue Formen der betrieblichen Steuerung und
- neue Entgelt- und Arbeitszeitmodelle
Jedes Kapitel hat abhängig von den vorhandenen Daten dieselbe Struktur. Die Autoren
- definieren zuerst die Maßnahmen, die analysiert werden,
- stellen die Verbreitung der Arbeitsgestaltungsform im internationalen Vergleich vor,
- vergleichen verschiedene Branchen miteinander, und
- analysieren die Umsetzung in der deutschen Investitionsgüterindustrie.
Die Publikation ist aus der Perspektive der Wissenschaft geschrieben macht aber sehr schön deutlich, welche Trends und „Moden“ die letzten Jahre in den Unternehmen bestimmend waren. Die Zahlen zeigen Brüche und Defizite – gerade auch im internationalen Vergleich. Die Zahlen bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre eigene Position mit anderen zu vergleichen.
Die Autoren vergleichen die Ergebnisse mit gängigen Erwartungen und erklären, warum die Annahmen nicht erfüllt wurden. Gerade weil sie auf einen vielfältigen Erfahrungsschatz zurückblicken, können sie Erklärungen bieten, wo andere nur Zahlen nennen.
Formen innovativer Arbeitsgestaltung in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen
Kiel, Udo; Kirner, Eva (Hrsg.)
Der zweite Band löst sich von der Allgemeinheit der Zahlen und wendet sich den einzelnen Unternehmen zu. Automobilzulieferer, Baugewerbe, Handwerk, Finanzdienstleister, öffentliche Verwaltung, Unternehmen der New Economy und die Freizeitwirtschaft werden genauer unter die Lupe genommen. Den Autoren ging es vor allem darum, erfolgreiche Beispiele zu schildern. Gleichwohl werden auch Defizite, Misserfolge und ungenutzte Potenziale benannt.
Trendreports zur Entwicklung und Nutzung von Humanressourcen
Brödner, Peter; Knuth, Matthias (Hrsg.)
Im dritten Band blicken die beteiligten Forscher in die Zukunft: Welche Trends der Arbeitsgestaltung lassen sich erkennen? Was sind wichtige Herausforderungen? Sie beschreiben:
- wie Wissensteilung, Internationalisierung und Kundenorientierung das zukünftige Arbeiten beeinflussen,
- dass Dienstleistungen und Serviceorientierung von allen Mitarbeitern gefordert werden,
- wie Mitarbeiter in Unternehmenskooperationen und virtuellen Fabriken miteinander vernetzt werden,
- wie Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft neue Berufsbilder entstehen lassen,
- wie demografischer Wandel zu einem neuen Arbeitskräfteangebot führen wird,
- dass die Beständigkeit des Arbeitsverhältnisses neu betrachtet werden muss,
- wie Arbeit im vielfältigen Dienstleistungssektor aussehen kann,
- welche Rolle „Lernen“ spielen wird
- was Flexibilität und Arbeitsbelastung in Zukunft bedeuten.
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