Immer wieder wird Wissensmanagement unter technischen Gesichtspunkten behandelt. Dabei spielen organisatorische, kulturelle und personenbezogene Aspekte eine mindestens genauso, wenn nicht sogar wichtigere Rolle, wenn Wissensmanagement nicht nur ein Schlagwort bleiben, sondern funktionieren soll. Auch Gerald Lembke richtet das Augenmerk des Lesers auf die sozialen Interaktionsdynamiken der Akteure des Wissensmanagements.
Im besonderen analysiert er die so genannten Wissensgemeinschaften (Knowledge Communities). Sie haben in den letzten Jahren in der Diskussion unter Experten an Bedeutung gewonnen, und vereinzelte Unternehmen haben damit begonnen, sie für ihr Wissensmanagement fruchtbar zu machen. Dieses Buch fast die Erfahrungen zusammen, die der Autor selbst in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Wissensgemeinschaften sammeln und reflektieren konnte. Lembke packt diese Erfahrungen in ein theoretisches Gerüst (im ersten Teil des Buches) und erläutert sie am praktischen Beispiel der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. (im zweiten Teil).
Seine Überlegungen kreisen dabei um die Begriffe Wissen, Wissensgemeinschaft und Wissenskooperation. Im ersten Kapitel, seiner Einführung, spannt Lembke den Begriffsbogen auf und erläutert, worum es bei seinen Forschungen geht: Wie kann Wissenskooperation in Wissensgemeinschaften initiiert und gefördert werden?
Dieser Frage geht er zunächst aus theoretischer Perspektive nach. Der heuristische Rahmen besteht aus
- dem Prinzip der Selbst-Organisation,
- dem Konstrukt sozialer Systeme,
- der Kontextsteuerung als Managementansatz.
Daran anschließend erläutert Lembke unterschiedliche Ansätze von Wissensgemeinschaften in der Literatur:
- Business Communities von Schoen,
- Evolutionskonzept von Romhardt,
- Learning (in) Communities Lave/Wenger.
Als Handlungsfelder zur Förderung von Wissenskooperationen betrachtet Lembke die leitungsorientierte, die strukturorientierte und die prozessorientierte Perspektive. Aus diesen theoretischen Grundlagen entwickelt er seine Methode zur Beschreibung und Analyse der Bedingungen und Möglichkeiten für Wissenskooperationen am Beispiel der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V.
Er stellt die Ergebnisse dar im Feld von Dürfen, Wollen und Können. Grundlage dafür sind die Interviews mit Personen und die zahlreichen Zitate, die Lembke dazu in seinem Buch einbindet. Seine Beschreibung und Reflexion der Ergebnisse ist sehr differenziert und damit auch sehr anregend für diejenigen, die sich mit dem Aufbau von Wissensgemeinschaften befassen. Sie lernen nicht nur die Zusammenhänge des Gestaltungsfeldes, sondern erfahren auch, welche Faktoren und Parameter für eine effektive Umsetzung wichtig sein können.
So wird das theoretische Buch zu einem hilfreichen praktischen Ratgeber. Dazu trägt auch bei, dass der Autor selbst im vorletzten Kapitel den Konsequenzen seiner Analysen für Theorie und Praxis von Wissensgemeinschaften nachgeht. Die klare Struktur (in Form von zahlreichen Zwischenüberschriften und Auszeichnungen) sowie die zahlreiche Abbildungen tragen zur Lesbarkeit und zum Verständnis positiv bei.
- Change Management
- Erfahrungsaustausch
- Forschung
- Ideenmanagement
- Informationstechnik
- Innovationskultur
- Innovationsprozess
- Innovationsstrategie
- Intranet
- Lernen
- Messe
- Mitarbeiterorientierung
- Mittelstand
- Personalentwicklung
- Problemlösetechnik
- Projektmanagement
- Unternehmenskultur
- Web 2.0
- Wettbewerb
- Zusammenarbeit
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