Extremjobber arbeiten viel, haben einen prall gefüllten Terminkalender, sind ständig verfügbar und trennen Arbeits- und Privatleben nicht. Auch wenn sie das erst einmal nicht merken oder nicht wahrhaben wollen: Sie werden früher oder später physisch und psychisch darunter leiden. Denn die völlige Hingabe an den Beruf kann zu Burnout, Herzinfarkt oder sozialer Vereinsamung führen. Und: Sie übertragen ihre persönliche Einstellung zu ihrem Beruf auf andere. Sie erwarten von ihren Mitarbeitern den gleichen bedingungslosen Einsatz und ihre Werte und ihre Entscheidungen sind von dieser Einstellung geprägt. Darauf weist die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Christine Haderthauer, in ihrem Grußwort hin.
Die beiden Professoren für Personalmanagement, Stephan Kaiser und Max Ringlstetter, haben in diesem Buch viele spannende und informative Beiträge zusammengestellt, die aufzeigen, mit welchen Folgen Extremjobber rechnen müssen und wie sie diesen durch eine angemessene Work-Life-Balance begegnen können. Im Einzelnen gehen die Autoren diese Themenschwerpunkte an:
- Das Phänomen der vielen Arbeit und die Folgen für die Betroffenen
- ökonomische Rahmenbedingungen und Folgen bei zeitintensiven Beschäftigungsverhältnissen
- Work-Life-Balance im Demografie-Kontext
- Burnout und Prävention
- das „Empty-Desk-Syndrom“, wenn Extremjobber plötzlich nichts mehr zu tun haben
- Möglichkeiten zur Gestaltung der Work-Life-Balance
Die Themen werden aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Die Akademiker beschreiben den Stand der Forschung und erläutern Hintergründe und Zusammenhänge. Dazwischen berichten Praktiker von ihren Unternehmen, den Problemen, die sie erkennen, und den Lösungen, die sie entwickelt haben. Die Beispiele stammen von
- PricewaterhouseCoopers
- A.T. Kearney
- Deutsche Lufthansa
Fast jeder einzelne Beitrag erläutert das selbst gewählte Thema recht anschaulich und differenziert. Allerdings fehlt dem Buch ein Gesamtkonzept. Der Leser (der sich als interessierter Laie informieren will) bekommt keinen Überblick über das Zusammenspiel der einzelnen Beiträge. Die Wissenschaftler werfen spannende Fragen auf, erläutern die Begriffe und machen einzelne Zusammenhänge sichtbar. Die Praktiker stellen vor, was sie in ihrem Unternehmen alles für die Work-Life-Balance ihrer Kollegen tun und zeichnen so vielleicht ein etwas geschöntes Bild.
Dennoch gibt es einen Grundton, den die Herausgeber verfolgen: Die Beiträge machen deutlich, dass es keine allgemeine Lösung für das „Problem Extremjobber“ und ihre Work-Life-Balance gibt. Das Phänomen ist komplex und kann nur individuell gelöst werden. Außerdem geht es nicht nur darum, den betroffenen Menschen zu helfen, sondern auch den Unternehmen. Für sie ist das Problem auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht unbedeutend.
- Arbeitsgestaltung
- Arbeitszeit
- Belastung
- Change Management
- Familienfreundlichkeit
- Führungskompetenz
- Führungsstil
- Gesundheit
- Gesundheitsmanagement
- Krankheit
- Mitarbeiterbindung
- Mitarbeiterstruktur
- Mitarbeiterzufriedenheit
- Motivation
- Personalentwicklung
- Produktivität
- Stress
- Unternehmenskultur
- Weiterbildung
- demografischer Wandel
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