Der Cashflow eines Unternehmens ist zu einer zentralen Steuerungsgröße geworden. Darüber wird nicht nur die lebensnotwendige Liquidität gesichert, er bildet auch ab, ob und wie erfolgreich das Unternehmen insgesamt wirtschaftet. Der Cash-to-Cash-Cycle rückt ins Betrachtungsfeld derjenigen, die erkannt haben, dass es im Unternehmen nicht nur darum Geht, Material- und Informationsflüsse zu gestalten; sondern, dass auch die Geldströme von entscheidender Wichtigkeit sind.
Das Prozessmanagement ist das Bindeglied, erläutert der Unternehmensberater und Professor Heinz-Jürgen Klepzig. Denn mit einer gezielten Prozessgestaltung lassen sich finanzwirtschaftliche Stoßrichtungen verfolgen:
- Reduzierung des Working-Capitals, also des Umlaufvermögens im Unternehmen;
- Reduzierung des Anlagevermögens wie beispielsweise Lagerfläche.
Dabei gibt es unterschiedliche Stellschrauben, um das gebundene Kapital zu reduzieren. Klepzig stellt dabei eine Fülle von Maßnahmen vor, wie
- Forderungen besser gemanagt werden (Order-to-Cash),
- Verbindlichkeiten optimiert werden (Purchase-to-Pay) und
- Vorräte minimiert werden (Total Supply Chain).
Mögliche Aktionsfelder sind dabei die Vertragsgestaltung, Rechnungsstellung und Reklamationsbehandlung, sowie der gesamten Auftragsabwicklung und Leistungserstellung, aber auch der Bedarfsplanung, der Lageroptimierung und der Lieferantenauswahl. Dazu erklärt Klepzig zunächst den Begriff des Working-Capital-Managements als wesentlichen Baustein der wertorientierten Unternehmensführung. Er zeigt die Bezüge auf zu Wachstum, operativer Exzellenz, Portfolio-Steuerung, Basel II und anderen Konzepten.
Im nächsten Kapitel zeigt der Autor auf, welche Defizite es dabei in den Unternehmen gibt. Um Verbesserungen und Optimierungen zu erzielen, braucht es auch das Veränderungsmanagement. Hier lernt der Leser eine Reihe von Werkzeugen für das Prozessmanagement kennen. Es geht um Beschreibung, Analyse, Diagnose und Modellierung von Prozessen.
Mit zahlreichen Abbildungen, Übersichten und konkreten Werkzeugen zeigt Klepziger, wie Finanzströme in den Unternehmen so verbessert werden können, dass die Kapitalbindung reduziert wird. Ein wesentlicher Aspekt: Vermeidung von Verschwendung. Zahlreiche Analyse- und Modellierungswerkzeuge sind aus dem Prozessmanagement, dem Lean Management und dem Total Quality Management übernommen. Der Autor stellt immer wieder den Bezug zu den Finanzströmen her. So erfährt der Leser also letztlich, wie Prozessverbesserungen die Finanzmittel eines Unternehmens erhöht.
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