Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Dienstleistung Unternehmensberater / Wirtschaftsprüfer

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Titel Analyse der Standardisierbarkeit von Unternehmensberatungsleistungen
Untertitel
AutorIn Christoph Da-Cruz
Seiten 95 Seiten
Hochschule Universität Paderborn Deutschland
Art der Arbeit Bachelorarbeit
Abgabe 2004
Note 2
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91010485
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Problemstellung:

In der Dienstleistungsliteratur wird die Unternehmensberatung häufig als Paradebeispiel für eine Dienstleistung mit hohem Individualisierungsgrad genannt. Die damit verbundene Orientierung der Unternehmensberatungsleistung an der spezifischen Situation des Klienten stellt sich somit als ein oberster Grundsatz erfolgreicher Unternehmensberatung dar.

Die Standardisierung dagegen wird oftmals als ein Instrument zur "Schematisierung", "Gleichmacherei" und "Pauschalisierung" von Unternehmensberatungsleistungen gesehen, durch das ein direktes Eingehen auf den Kunden unmöglich werde, eine Abstraktion von der Realität erfolge, und damit eine optimale Beratung im Sinne der Kundeninteressen nicht mehr möglich sei. Der Begriff der Standardisierung in der Unternehmensberatung ist daher mit einem überwiegend negativen Image belegt.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Frage nach der Standardisierbarkeit von Unternehmensberatungsleistungen wenig sinnvoll; würden sie durch Standardisierung nicht ihren individuellen Charakter und die Unternehmensberatung damit ihr Erfolgspotenzial verlieren?

Die Beratungsrealität zeigt indes, dass bei vielen Beratern eine Teilstandardisierung der Vorgehensweise durch so genannte "Tools" (Werkzeuge, Methoden) durchaus üblich und erfolgreich ist und es zudem eine Vielzahl anerkannter Beratungsprodukte gibt, hinter denen sich fast immer das Konzept der Standardisierung verbirgt. Bekannte Beispiele sind die Gemeinkostenwertanalyse oder das Business Reengineering.

Es ergibt sich also die Frage, inwieweit Unternehmensberatungen die Vorteile, die die Standardisierung mit sich bringt, auch für sich nutzen können, ohne dabei den kundenindividuellen Charakter ihrer Leistungen gänzlich aufgeben zu müssen. Die vorliegende Arbeit soll unter anderem einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage leisten.

Gang der Untersuchung:

Dem Verfasser sind lediglich zwei Werke bekannt, die sich ausführlich mit der Standardisierung von Unternehmensberatungsleistungen auseinandersetzen.

Rüschen untersucht die Betätigungsmöglichkeiten von Banken am Beratungsmarkt und leitet aus den Anforderungen an deren Leistungsspektrum einen Bedarf an standardisierten Beratungsprodukten ab. Mit der Unterscheidung von verschiedenen Beratungsarten (z.B. Implementierungsberatung, Analyseberatung etc.) und der Prüfung dieser auf Standardisierungspotenzial wird dem Thema Standardisierung in der Unternehmensberatung erstmalig, wenngleich aus einer eingeschränkten Sicht, Rechnung getragen.

Dichtl zeichnet ein sorgfältig recherchiertes Bild des Beratungsmarktes in Deutschland und widmet sich insbesondere der Standardisierungsstrategie, die sich seiner Meinung nach aus der Notwendigkeit der Profilierung von Unternehmensberatungen sowie der Rationalisierung der Beratungsleistungen ergibt. Aus seinen Ausführungen leitet Dichtl Vor- und Nachteile der Standardisierungsstrategie ab und entwickelt einen Katalog von Parametern, anhand derer eine Entscheidung für oder gegen eine standardisierte Abwicklung von Beratungsprojekten getroffen werden kann.

Beide Werke lassen eine formale Herangehensweise an die Standardisierung durch die aus dem Dienstleistungsbereich bekannte integrative Leistungslehre unberücksichtigt; zudem bleibt eine Betrachtung der Standardisierung aus Sicht der Transaktionskosten- und Principal-Agent-Theorie sowie des Zusammenhanges zwischen Standardisierung und dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Unternehmensberatung aus. Diese Lücke soll die folgende Arbeit schließen. Als Grundlage dient dabei die gängige Dienstleistungs- und Unternehmensberatungsliteratur.

Die vorliegende Arbeit erstreckt sich über insgesamt sechs Kapitel.

Das erste Kapitel führt in das Thema ein und beschreibt Ziel und Aufbau der Arbeit.

Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den notwendigen theoretischen Grundlagen der Standardisierung und Unternehmensberatung. Zudem wird die Unternehmensberatung erstmalig als Dienstleistung im Rahmen der integrativen Leistungslehre betrachtet.

Neben der strategischen Komponente der Standardisierung werden im dritten Kapitel ausgehend vom Dienstleistungssektor konkrete Ansatzpunkte für eine Standardisierung in der Unternehmensberatung erarbeitet sowie Vor- und Nachteile der Standardisierungsstrategie gefolgert.

Da vierte Kapitel beschäftigt sich mit den Einsatzpotenzialen von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Unternehmensberatung und deren Zusammenhang mit der Standardisierung.

Das fünfte Kapitel betrachtet die Standardisierung und den IKT-Einsatz aus Sicht der Neuen Institutionenökonomie vertreten durch die Transaktionskosten- und Principal-Agent-Theorie.

Das sechste Kapitel schließlich fasst die erarbeiteten Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die Bedeutung der Standardisierung im Unternehmensberatungsmarkt in der Zukunft.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Forschungsobjekte 4
2.1 Die Standardisierung 4
2.2 Die Unternehmensberatung 6
2.2.1 Definition des Beratungsbegriffes 6
2.2.2 Unternehmensberatung als Dienstleistung 8
2.2.3 Unternehmensberatung als Projekt 10
2.2.4 Unternehmensberatung als System 11
2.2.5 Der Beratungsprozess 13
3. Objekte der Standardisierung 15
3.1 Standardisierung als Wettbewerbsstrategie 15
3.2 Ansatzpunkte für Standardisierung im Dienstleistungsbereich 18
3.3 Ansatzpunkte für Standardisierung in der Unternehmensberatung 20
3.3.1 Das Leistungspotenzial 20
3.3.2 Der Leistungserstellungsprozess 22
3.3.3 Das Leistungsergebnis 26
3.4 Effizienzsteigerung durch Standardisierung 28
3.4.1 Die Faktornutzung 28
3.4.1.1 Die Erhöhung der Auslastung 28
3.4.1.2 Die Substitution durch günstigere Faktoren 29
3.4.2 Mengeneffekte 31
3.4.2.1 Der Erfahrungskurveneffekt 31
3.4.2.2 Synergieeffekte 33
3.4.3 Die Schaffung von Transparenz 34
3.4.3.1 Die Struktur von Beratungsaufgaben 34
3.4.3.2 Das Baukastenprinzip in der Unternehmensberatung 35
3.4.3.3 Die Erhöhung der akquisitorischen Wirkung 37
3.5 Bewertung der Standardisierungsstrategie 40
3.5.1 Die Beratungskosten 40
3.5.2 Die Qualität der Beratungsleistung 40
3.5.3 Die Dauer des Beratungsvorgangs 43
3.5.4 Die Vermarktbarkeit der Leistung 43
4. Standardisierung und der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien 46
4.1 Ziele, Wirkungen und Gestaltung des IKT-Einsatzes 46
4.2 Expertensysteme in der Unternehmensberatung 49
5. Standardisierung und IKT-Einsatz aus Sicht der Transaktions- und Principal-Agent-Theorie 54
5.1 Die Transaktionskostentheorie 55
5.1.1 Transaktionskosten in der Unternehmensberatung 59
5.1.1.1 Auswirkung der Standardisierung auf die Transaktionskosten 60
5.1.1.2 Auswirkungen von IKT-Einsatz auf die Transaktionskosten 62
5.2 Die Principal-Agent-Theorie 63
5.2.1 Agency-Kosten in der Unternehmensberatung 67
5.2.1.1 Auswirkung der Standardisierung auf die Agency-Kosten 71
5.2.1.2 Auswirkungen von IKT-Einsatz auf die Agency-Kosten 73
6. Schlussbetrachtung 74
6.1 Zusammenfassung 74
6.2 Ausblick - Standardisierung und E-Consulting 76
Literaturverzeichnis 78

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