Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Industrie / Produktion Elektroindustrie

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Titel Verpackungsinnovation als Herausforderung für Marketingentscheidungen
Untertitel Das Beispiel der Mineralwasserbranche zur Entscheidung für das PET 1l-Mehrweggebinde
AutorIn Friedrich Everding
Seiten 128 Seiten
Hochschule Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1996
Note 1,7
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91001049
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Problemstellung:

Nach flüchtiger Auseinandersetzung mit der deutschen Mineralbrunnenbranche könnte man leicht zu dem Ergebnis kommen, daß in diesem Industriezweig "paradiesische Zustände" herrschen. Zum einen ist es eines der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse zu trinken, und zur großen Freude der Unternehmen haben die heißen Sommer die Nachfrage nach Mineralbrunnenprodukten reglmäßig stark ansteigen lassen. Nicht nur diese Beobachtungen vermitteln ein positives Bild. Während andere Branchen stagnierende (Bier) oder gar rückläufige Absatzzahlen (diverse Spirituosen) verzeichnen, zeigen die Statistiken, für Alkoholfreie Getränke (AfG), als auch speziell für Mineralwässer und Erfrischungsgetränke, über die vergangenen 20 Jahren einen Anstieg des pro-Kopf-Verbrauchs. Wo liegen in dieser scheinbar zufriedenstellenden Situation die Probleme und Herausforderungen der Mineralbrunnenbranche?

- Zunehmender Wettbewerb.

- Konzentrationsprozesse.

- Flut von Produktinnovationen (ACE, Flavoured Waters etc.).

Eine weitere Innovation ist eine Verpackung: die brancheneinheitliche 1l-PET-Mehrwegflasche. Sie steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Diese Verpackungsinnovation soll schrittweise die Brunneneinheitsgebinde aus Glas ersetzen und dem Markt für Erfrischungsgetränke und Mineralwässer entscheidende Wachstumsimpulse geben.

Nach Jahren einer höchst kontroversen Diskussion haben Unternehmensvertreter der Branche auf einer Tagung der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB) und dem Industrieverband Deutscher Mineralwässer (VDM) am 16. Oktober 1995 der Einführung des neuen gemeinschaftlichen Gebindes zugestimmt. Der Entschluß bezieht sich vorerst nur auf die sogenannten Erfrischungsgetränke (IDM, 1995:1). Nach Auskunft der Branche rechnen die Unternehmen mit einem Einsatz für Mineralwässer jedoch spätestens 1999-2000 (GÖBEL, 1996).

Die Gerolsteiner-Gruppe, Branchenführer mit nahezu 9% Branchen-Marktanteil (KELCH, 7/1995:468), hat im Juli 1996 als erstes Unternehmen mit dem bundesweiten Vertrieb von Erfrischungsgetränken in PET-Mehrweg begonnen. Viele andere Unternehmen stehen derzeit noch vor der Entscheidung, ob sie in Zukunft ihre Erzeugnisse ebenfalls in der neuen Brunneneinheitsflaschen vertreiben. Die komplexe Aufgabe und wirtschaftliche Tragweite eines solchen Entschlusses, macht die Entscheidung zur Verpackungsinnvation PET zu einer "wahren" Herausforderung für jeden Mineralbrunnenbetrieb.

Große Unternehmen, wie z.B. der Marktführer Gerolsteiner, erhoffen sich durch diese Entscheidung größere Absatzchancen. Sie verweisen auf die am Markt höchst erfolgreichen Getränke aus dem Hause Coca-Cola. Diese werden schon seit einigen Jahren in unternehmenseigenen Mehrweggebinden aus dem Material PET angeboten. Die kleinen und mittelständischen Anbieter stehen dem PET-Mehrweggebinde eher zurückhaltend bis ablehnend gegenüber. Sie sehen diese Entscheidung primär als marktpolitisches Instrument größerer Unternehmen zur Marktbereinigung, das den ohnehin fortschreitenden Konzentrationsprozeß entscheidend forciert. Es wird befürchtet, daß sie von der Innovation ausgeschlossen werden, da die nötigen Investitionen in Gebinde und neue Anlagen nicht aufgebracht werden können. Infolgedessen erwarten sie eine Auslistung aus dem Handel und damit erhebliche wirtschaftliche Verluste.

Eine betriebswirtschaftliche Entscheidung pro oder contra der Verpackungsinnovation beruht jedoch nicht nur auf Kostenüberlegungen. Auch das unternehmerische Umfeld, im wesentlichen bestehend aus Verbrauchern, Handel, Gesellschaft, den Herstellern von PET, Technik, Gesetz und insbesondere Ökologie, liefert gewichtige Argumente für oder gegen die Einführung des genannten Mehrweggebindes. Wichtige Fragen der Verpackungspolitik eines Unternehmens sind vor allem:

· Welche Markttrends begünstigen die Entscheidung für PET als innovativen Packstoff?

· Welche Verpackungsleistungen sprechen für oder gegen die neuen PET-Mehrwegflasche der Mineralbrunnen?

· Welche Auswirkungen für die Branche sind durch den gemeinsamen Beschluß zur Verpackungsinnovation zu erwarten bzw. schon zu beobachten?

Zielsetzung / Arbeitsprogramm:

Das Hauptziel der Arbeit ist, die komplexe Aufgabe sowie die Auswirkungen von Marketingentscheidungen zu Verpackungsinnovationen vor dem Hintergrund des Verbandsentschlusses der Mineralwasserbranche für PET darzustellen.

- Kapitel 1: Begriffsfelder "Verpackung", "Innovation" und "Mineralbrunnenbranche":

- Kapitel 2: Theorietische Darstellung der Schlüsselfaktoren für Verpackungsentscheidungen.

- Kapitel 3: PET - Interessensgruppen und Verpackungsalternativen genannt werden, die eine Entscheidung für oder gegen PET beeinflussen.

- Kapitel 4: PET - Beurteilungskriterien, d.h. Diskussion der wichtigsten Leistungen und Risiken der PET-Flasche. Der Schwerpunkt der Diskussion bezieht sich auf eine eigens durchgeführte ökonometrische Nachfrageanalyse und Vergleich diverser Ökobilanzen.

- Kapitel 5: PET - Auswirkungen der Verpackungsinnovation auf die Branche.

Inhaltsverzeichnis:

0 Einleitung 1
0.1 Hintergrundinformationen und Problemstellung 1
0.2 Zielsetzung und Arbeitsprogramm 4
1 Begrifflichkeiten und Definitionen zur Verpackungsinnovation PET 6
1.1 Begriffsfeld Verpackung 6
1.2 Begriffsfeld Innovation 10
1.3 Begriffsfeld Mineralbrunnenbranche 14
2 Die Verpackungsinnovation - eine komplexe Aufgabe für Marketingentscheidungen der Ernährungsindustrie 17
2.1 Herausforderungen 17
2.2 Verpackungspolitik im Kontext der Marketingtheorie 20
2.3 Marketinganalyse für Marketingentscheidungen 22
2.3.1 Schlüsselfaktoren 22
2.3.2 Systempartner 24
2.3.3 Bestimmungsfaktoren 26
2.3.4 Funktionen 27
2.3.4.1 Funktionen generell 27
2.3.4.2 Minimalkostenfunktion / Restriktion der Verpackungskosten 31
2.3.4.3 Umweltschutzfunktion / Restriktion der Umweltbelastung 33
2.3.5 Anforderungen 35
2.3.5.1 Anforderungen generell 35
2.3.5.2 Anforderungen des Gesetzgebers / VerpackVO 36
2.3.6 Beurteilungskriterien 40
3 Die Systempartner und Bestimmungsfaktoren der Verpackungsinnovation PET 41
3.1 Systempartner 41
3.2 Bestimmungsfakoren 46
3.2.1 PET-Verpackungstrends in Europa 47
3.2.2 Historie von PET-Getränkeverpackungen und Verpackungsalternativen 50
3.2.3 PET-Verpackungstrends in Deutschland 54
3.2.4 Entwicklung der Mehrwegquoten 57
3.2.5 Verpackungsrelevante Konsumtrends 58
3.2.6 Innovationstrends der Mineralbrunnenbranche 61
3.2.7 Trend ausländischen Angebots 62
4 Die Beurteilungskriterien der Verpackungsinnovation PET 63
4.1 Produktschutz und sonstige technische Leistungen 63
4.2 Convenienceleistungen 66
4.3 Logistikleistungen 68
4.4 Verkaufsleistungen 69
4.4.1 Diskussion 69
4.4.2 Nachfrageanalyse 70
4.5 Differenzierungsleistungen 73
4.6 Kosteneinsparungsleistungen 75
4.7 Umweltschutzleistungen 77
4.7.1 Diskussion 77
4.7.2 Ökobilanz des FhG-ILV 81
4.7.3 Ökobilanz des BUND 83
4.7.4 Ökobilanzen der Dr. Bischoff SA und des IPU 85
5 Die Auswirkungen der Verpackungsinnovation PET 86
5.1 Konzentration und Kooperation 86
5.2 Risikoverhalten 88
6 Schlußbetrachtung 90
Annex 94
Literaturverzeichnis 112
Gesprächspartner 124

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