Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Medien / Neue Medien Internet

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Titel Transparente Visualisierung von Empfehlungen im mobilen Umfeld
Untertitel
AutorIn Marcus Stolzenberger
Seiten 179 Seiten
Hochschule Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2008
Note 1,3
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91012552
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:

'Wir hungern nach Wissen und ertrinken in Informationen'.

Dieses Zitat des amerikanischen Zukunftsforschers John Naisbitt charakterisiert treffend das Dilemma des Informationszeitalters. Einer massenhaften Nachfrage nach Informationen steht ein schier unerschöpfliches Angebot gegenüber.

Informationen waren schon immer essentieller Bestandteil des menschlichen Lebens. Waren unsere Vorfahren noch auf den mündlichen Informationsaustausch angewiesen, so entstanden mit der Entwicklung der Schriftform im alten Ägypten im Laufe der Zeit die ersten vorzeitlichen Datenbanken. Die Bibliothek der Stadt Alexandria umfasste zu ihrer Blütezeit um ca. 100 v. Christus immerhin 700.000 Schriftrollen. Mit der anfänglichen Entwicklung des Buchdrucks im China des Jahres 1040 und der stetigen Weiterentwicklung bis hin zur Erfindung des Buchdrucks mittels beweglicher metallener Lettern durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts wurden Informationen in schriftlicher Form erstmals auch einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht und waren nicht mehr nur einem elitären Kreis vorbehalten. Das Interesse an Informationen wuchs daraufhin kontinuierlich weiter, steigende Bildung der Bevölkerung und öffentliche Bibliotheken beschleunigten diesen Prozess. Unter Betrachtung dieser Zeitspanne ist die Entstehung moderner Computertechnologien Mitte des 20. Jahrhunderts bis hin zur kommerziellen Nutzung des Internets, die ihren Anfang mit der Entwicklung des 'World Wide Web', kurz WWW, im Jahre 1993 fand, noch als ein recht junges Stadium der Menschheitsgeschichte anzusehen.

So sagte noch 1977 Ken Olsen Präsident und Gründer der Computerfirma 'Digital Equipment Corporation': 'Es gibt keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wollte'.

Wenige Jahre später sind Personal Computer und mit ihnen einhergehend der Zugang zum WWW in den meisten privaten Haushalten unerlässlich geworden. Doch die gewaltige Menge an Daten und Informationen, die das Internet seinen Nutzern global zur Verfügung stellt sind mittlerweile für einen einzelnen Menschen nicht mehr zu überschauen und zu verarbeiten. Man spricht von Informationsüberflutung oder Information Overflow, welche eine sinnvolle und produktive Informationssuche ohne fremde Hilfe unmöglich macht.

Betrachtet man den Bestand der 700.000 Schriftrollen in der alexandrinischen Bibliothek, der für sich genommen für eine einzelne Person schon eine ungeheure Menge an Informationen beinhaltet, so wirkt diese Zahl verglichen mit den Datenbeständen auf die das WWW Zugriff gewährt, eher unbedeutend. Die Suchmaschine Google beispielsweise hat gegenwärtig Zugriff auf rund 8 Milliarden Dokumente und Websites.

Suchmaschinen waren auch die ersten 'Helfer', die Internetnutzern bei der Suche nach den für sie relevanten Informationen unterstützten indem Dokumente nach verschiedenen Suchkriterien gefiltert wurden. Bei identisch gestellten Suchanfragen liefern sie aber für alle Anwender gleiche Ergebnisse und haben keinen persönlichen Charakter. Mit der Entwicklung von Empfehlungssystemen wurde dieser Nachteil umgangen. Empfehlungssysteme sind Anwendungen, die Nutzer bei der Auswahl von Objekten unterstützen indem sie mittels Bezug zu persönlichen Präferenzen der Anwender Empfehlungen generieren. Sie existieren in den unterschiedlichsten Interessensgebieten. So gibt es spezielle Empfehlungssysteme z.B. für Filme, Musik, Websites, Witze, Events, Dienstleistungen usw. Auch die meisten Online-Shops filtern ihr Produktangebot mit Hilfe von Empfehlungssystemen und schlagen dem Kunden Produkte vor, die für ihn von Interesse sein könnten. Im mobilen Umfeld, dem Internetzugang mittels eines Mobiltelefons, Smartphones oder PDAs, kommen Empfehlungssysteme seit einigen Jahren ebenfalls zum Einsatz.

Zielsetzung:

Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Grundlagen und Funktionsweise von Empfehlungssystemen zu erläutern und die von ihnen ausgesprochenen Empfehlungen zu analysieren. Im Fokus der Thematik steht hierbei das Verständnis der Nutzer über das Zustandekommen einer Empfehlung, bzw. die Existenz einer Erklärung wie und warum das Objekt empfohlen wurde. Man spricht von 'Transparenz' oder von 'transparenter Empfehlung', wenn Informationen vorhanden sind, die Anwender den Grund der Empfehlungsgenerierung offen legen.

In diesem Zusammenhang lautet die zentrale Zielsetzung dieser Arbeit Erarbeitung, Darstellung und Analyse von Visualisierungsmöglichkeiten transparenter Empfehlungen im mobilen Umfeld.

Das Forschungsgebiet über Transparenz in Empfehlungssystemen ist ein relativ neues, es existiert kaum Literatur, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Als Lösungsansatz werden deshalb drei weitere Fragestellungen aufgeworfen, die im Laufe dieser Arbeit mittels Sichtung und Analyse der vorhandenen Literatur geklärt werden und mit Hilfe derer die zentrale Problemstellung beantwortet werden soll:

- Welche Bedeutung hat die Implementierung von Transparenz generell für Anwender und Anbieter von Empfehlungssystemen? Welche besondere Bedeutung kommt ihr dabei speziell im mobilen Umfeld zu?

- Selektion des Inhalts von Transparenz: Aus welchen Informationen bestehen die zur Darstellung von Transparenz benötigten Erklärungen?

- Visualisierung von Transparenz: Welche Möglichkeiten bestehen, Transparenz zu visualisieren? Welche Möglichkeiten bestehen speziell im mobilen Umfeld und welche Restriktionen sind dabei zu berücksichtigen?

Nach Beantwortung der Fragen und der zentralen Zielsetzung, soll das erarbeitete Wissen mittels der Entwicklung eines prototypischen mobilen transparenten Empfehlungssystems, an einem Beispiel praktisch veranschaulicht werden.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit ist in 7 Kapitel gegliedert, die aufeinander aufbauend mit jedem Kapitel eine Spezialisierung bzw. Weiterführung mittels der aus den vorangegangenen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse vornehmen.

Kapitel 2 gibt eine Einführung in das Thema Empfehlungssysteme und erläutert deren Grundlagen. Aufbauend auf der Bedeutung, die Empfehlungssysteme sowohl für Anwender als auch für Anbieter haben, werden die klassischen Systeme vorgestellt. Insbesondere werden dabei ihre jeweiligen Funktionsweisen und Unterschiede sowohl anhand praktischer und theoretischer Beispiele als auch durch präzise Darstellung der zugrunde liegenden mathematischen Modelle und Algorithmen präsentiert.

Kapitel 3 definiert den Begriff Transparenz für die Thematik dieser Arbeit und analysiert welche Vorteile die Implementierung transparenter Empfehlungen in Empfehlungssystemen für Anwender und Anbieter generieren können. Nach Selektion der Inhalte und der grundlegenden Visualisierungsmöglichkeiten von Transparenz, werden zwei empirische Studien vorgestellt, die transparente Empfehlungen aus der Perspektive der Nützlichkeit für Anwender untersuchen.

Kapitel 4 gibt zunächst eine kurze Einführung in die Geschichte des mobilen Internets, und skizziert einen aktuellen Marktüberblick. Nach Analyse welchen Alleinstellungsmerkmalen das mobile Umfeld unterliegt wird deren Bedeutung für Anbieter und Anwender sowie insbesondere für transparente Empfehlungen herausgearbeitet. Unter Berücksichtigung der Alleinstellungsmerkmale und Restriktionen mobiler Endgeräte sowie mittels der aus den vorangegangenen Kapiteln gewonnenen Erkenntnisse werden generelle Möglichkeiten der Visualisierung von Transparenz in mobilen Empfehlungssystemen selektiert und mittels einzelner Beispiele dargestellt.

Darauf aufbauend umfasst Kapitel 5 den Entwurf eines prototypischen Empfehlungssystems, das Empfehlungen auf mobilen Endgeräten transparent kommuniziert.

Der entwickelte Prototyp dient als Grundlage einer Nutzerumfrage, die dessen Nützlichkeit insbesondere im Hinblick auf die implementierten transparenten Faktoren untersucht. Die Umfrage und deren Ergebnisse werden in Kapitel 6 präsentiert.

Die Arbeit schließt in Kapitel 7 mit einer Zusammenfassung sowie einem kurzen Ausblick.

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