Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Industrie / Produktion Automobilindustrie

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Titel Reorganisation im Logistikbereich zur Verringerung der Durchlaufzeiten und Lagerbestände
Untertitel Am Beispiel des Logistikzentrums des Automobilzulieferers HÜCO electronic GmbH
AutorIn Carsten Riechmann
Seiten 97 Seiten
Hochschule Universität Paderborn Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1998
Note 1,3
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91001362
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Problemstellung:

Nicht erst die Untersuchungen von F. W. Taylor in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts haben dazu geführt, daß sowohl in der Theorie als auch der Praxis die von einem Unternehmen wahrzunehmenden Aufgaben über mehrere Stufen in Teilaufgaben zerlegt werden. Ziel einer solchen Segmentierung ist, den Umfang und die Komplexität der jeweiligen (Teil-)Aufgabe soweit zu verringern, bis eine fehlerfreie und effiziente Erfüllung durch einen potentiellen Aufgabenträger möglich ist. Aufbauorganisatorisch entsteht dadurch eine Unterteilung des Unternehmens in inhaltlich und disziplinarisch voneinander abgegrenzte Funktionsbereiche. [Dang, 1996, S. 38] unterscheidet diesbezüglich auf der obersten Stufe die Funktionen Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Finanz- & Rechnungswesen und Personal- & Sozialwesen. Innerhalb dieser Funktionsbereiche wird dann ablauforganisatorisch eine optimale Erfüllung der übertragenen Teilaufgaben angestrebt. Dabei lagen die Schwerpunkte der Optimierungsmaßnahmen bisher traditionsbedingt in den direkten Leistungsbereichen, die mittlerweile isoliert betrachtet weitgehend optimal gestaltet sind.

Der Preis für eine solche Umfang- und Komplexitätsreduzierung durch Aufgabenzerlegung ist eine Zerschneidung von Interdependenzen an den Schnittstellen der einzelnen Funktionsbereiche. Dies wiederum führt zu Effizienzverlusten durch Bereichskonflikte, deren Ausmaß vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Wettbewerbs in jüngster Vergangenheit dazu geführt hat, daß vermehrt auch die Beziehungen zwischen den Teilaufgaben betrachtet worden sind. Dabei waren lt. [Webe, 1994, S. 22ff.] in den letzten zwei Jahrzehnten insb. folgende Entwicklungen von Bedeutung:

- Höhere Produktvielfalt und kürzere Produktlebenszyklen.

- Höhere Anforderungen an die Lieferzeit und -sicherheit.

- Fertigungssegmentierung und Globalisierung.

Die gestiegenen Anforderungen der Kunden an die Lieferzeit und -sicherheit machen es erforderlich, der Durchlaufzeit der Aufträge durch das Unternehmen eine größere Bedeutung beizumessen. Lieferzeit und -sicherheit erhalten als Kriterium für die Lieferantenauswahl neben Preis und Qualität einen immer größeren Stellenwert. Gleichzeitig sind die Lagerbestände auf mögliche Rationalisierungspotentiale zu untersuchen. Da sich die Lohn- und Gehaltsstruktur der Industrieländer auf einem hohen Niveau befindet und nur wenig veränderbar ist, und die Personalkosten auch über die weitgehend ausgeschöpfte Automatisierung nicht spürbar verringert werden können, ist es erforderlich, auf den durch die Fertigungssegmentierung und Globalisierung verstärkten Kostendruck durch eine Verringerung der Kapitalbindungskosten zu reagieren.

Ein im Bereich des Militärs entwickeltes und zunächst in der USA auf die Privatwirtschaft übertragenes Konzept, das diesen Anforderungen versucht gerecht zu werden, ist die Logistik. Dabei ist es nicht ausreichend, die Logistik als einen neben den anderen Funktionsbereichen stehenden Zusammenschluß aller Transport-, Lager- und Handlingsvorgänge im Unternehmen anzusehen; vielmehr ist es Aufgabe der Logistik, "die auf einzelne Leistungshandlungen spezialisierten Teilbereiche des Leistungssystems flußorientiert aufeinander abzustimmen" [Webe, 1994, S. 15]. Eine in der Theorie bereits seit längerem diskutierte, aber in der Praxis noch wenig umgesetzte Organisationsform, mit der die Flußorientierung der Logistik in einem Unternehmen umgesetzt werden kann, ist die Prozeßorganisation.

Eines von vielen Unternehmen in Deutschland, bei denen die dargestellten Entwicklungen und Probleme nachvollzogen werden können, ist die HÜCO electronic GmbH in Espelkamp; ein junges und dynamisch wachsendes Unternehmen mit derzeit 336 Mitarbeitern. im Jahr 1997 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 48,2 Mio. DM, der zu 60 % im Produktfeld Fahrzeugelektronik und zu 40 % im Produktfeld Leuchtenelektronik entstand. Seit Mitte 1997 hat sich dabei im Produktfeld Fahrzeugelektronik ein die Geschäftsleitung vor neue Herausforderungen stellender Wandel in der Kundenstruktur eingestellt. Während in der Vergangenheit nur Kunden auf dem (weltweiten) Ersatzteilmarkt bedient worden sind, ist die HÜCO electronic GmbH nun auch Erstausstatter von elektronischen Komponenten für Fahrzeuggeneratoren und -zündungen. Dies hat insb. die Anforderungen an die Lieferzeit und Sicherheit deutlich erhöht und zum Thema dieser Diplomarbeit geführt.

Ziel dieser Arbeit ist somit, die bestehende Organisationsstruktur der HÜCO electronic GmbH derart zu verbessern, daß durch verringerte Durchlaufzeiten und Lagerbestände erstens die Anforderungen der neuen Kunden erfüllt und zweitens Vorteile gegenüber den Wettbewerbern geschaffen werden können. Dazu ist die Problemstellung zunächst allgemein zu untersuchen und ein geeigneter Lösungsweg aufzuzeigen, der dann auf die HÜCO electronic GmbH übertragen werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Literaturverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VIII
Symbolverzeichnis IX
1. Einleitung 1
2. Auftragsabwicklung 3
2.1 Grundlagen der Auftragsabwicklung 3
2.1.1 Definition der Auftragsabwicklung 3
2.1.2 Aufgaben der Auftragsabwicklung 3
2.1.3 Traditionelle Organisationsform der Auftragsabwicklung 5
2.2 Bedeutung der Auftragsabwicklung für die Durchlaufzeiten 6
2.3 Bedeutung der Auftragsabwicklung für die Lagerbestände 9
3. Einführung in die Logistik 11
3.1 Definition der Logistik 11
3.2 Grundstrukturen und Abgrenzung von Logistiksystemen 12
3.2.1 Grundstrukturen von Logistiksystemen 12
3.2.2 Institutionelle und Funktionelle Abgrenzung von Logistiksystemen 13
3.3 Charakterisierung der Logistikkonzeption 14
3.3.1 Systemdenken 14
3.3.2 Gesamt- und Totalkostendenken 15
3.3.3 Servicedenken 15
3.3.4 Rentabilitätsdenken 16
3.4 Das logistische Ypsilon 17
3.5 Bedeutung der Logistikkonzeption für Durchlaufzeiten und Lagerbestände 18
3.6 Bisherige Ansätze zur Umsetzung einer Logistikkonzeption 19
3.6.1 Traditionelle Organisationsformen intraorganisatorischerLogistiksysteme 19
3.6.2 Einsatz technischer und informationstechnischer Systeme 20
4. Prozeßorientierte Logistik 22
4.1 Entwicklung und Abgrenzung der Prozeßorientierung in der Logistik 22
4.2 Der Prozeßansatz von Gaitanides 24
4.2.1 Prozeßanalyse als vororganisatorische Aktivität 24
4.2.2 Verteilung von Prozeßelementen 27
4.2.3 Koordination von Prozeßelementen und Prozeßketten 33
5. Ist-Situation der HÜCO electronic GmbH 41
5.1 Das Unternehmen HÜCO electronic GmbH 41
5.1.1 Charakteristische Daten der HÜCO electronic GmbH 41
5.1.2 Einordnung der HÜCO electronic GmbH in ein betriebstypologisches Modell 41
5.1.3 Die Produktstruktur der HÜCO electronic GmbH 44
5.1.4 Die Aufbauorganisation der HÜCO electronic GmbH 47
5.2 Die Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH 48
5.2.1 Die Ablauforganisation als organisatorisches Gegenstück zur Aufbauorganisation 48
5.2.2 Komponenten der Auftragsabwicklung 48
5.2.3 Darstellung der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH mit der Beschreibungssprache der Methode zur prozeßorientierten Reorganisation 53
5.3 Die räumlichen Gegebenheiten am Stammsitz der HÜCO electronic GmbH in Espelkamp 55
5.4 Das Schnittstellenproblem bei der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH 57
6. Reorganisation der Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH nachdem Prozeßansatz von Gaitanides 61
6.1 Die Prozeßanalyse als vororganisatorische Aktivität 61
6.1.1 Ausgrenzung des organisatorischen Bereichs der Prozeßgestaltung 61
6.1.2 Zerlegung in Teilprozesse und Prozeßelemente 62
6.1.3 Festlegung der Aufeinanderfolge von Prozeßelementen 64
6.1.4 Abschätzung des Zeitaufwandes von Prozeßelementen 66
6.2 Verteilung von Prozeßelementen 68
6.2.1 Notwendigkeit einer Mehrfach-Interdependenten Prozeßstrukturierung 68
6.2.2 Gestaltung einer mehrfach-interdependenten Prozeßstrukturierung für die Auftragsabwicklung der HÜCO electronic GmbH 69
6.2.3 Bildung und Bewertung alternativer Prozeßstrukturen 70
6.2.4 Überprüfung der vorläufig optimalen Prozeßstruktur auf Realisierbarkeit 73
6.2.5 Umsetzung einer realisierbaren Prozeßstruktur durch Übertragung auf Stelleninhaber 74
6.3 Koordination von Prozeßelementen und Prozeßketten 77
6.3.1 Intraprozessuale Koordination 77
6.3.2 Interprozessuale Koordination 79
7. Resümee und Ausblick 80

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