Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Finanzierung / Investition Finanzierung / Investition allgemein

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Titel Eine empirische Analyse intrinsisch motivierter Anlegerpräferenzen am Beispiel von Socially Responsible Investments (SRI)
Untertitel
AutorIn Christian Deeken
Seiten 134 Seiten
Hochschule Universität Bayreuth Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2009
Note 1,7
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90013717
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:

Motivation und Ziel der Ausarbeitung:

Für eine Erklärung der Geschehnisse auf den globalen Finanzmärkten ist eine genaue Betrachtung des Anlegerverhaltens und der zugrunde liegenden Motivation der Investoren notwendig. Grundsätzlich richten ökonomisch handelnde Akteure ihr Verhalten an den neoklassischen Modellen aus. Diese erklären das Verhalten traditionell durch die Betrachtung des rational handelnden Homo oeconomicus, der seinen Erwartungsnutzen maximiert. Aufgrund ihrer kurzfristigen Gewinnmaximierung erfahren diese Theorien jedoch vermehrt Kritik. Auch die aktuelle Weltwirtschaftskrise stellt in Frage, ob das Profitstreben der neoklassischen Modelle eine nachhaltige Methodik darstellt. Stattdessen hält ein erhöhter Einfluss moralischer Werte Einzug in wirtschaftliche Überlegungen. Die Entwicklung einer Art moralischen Bewusstseins äußert sich verstärkt in den Medien und der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen, der Politik und Non-Governmental Organizations (NGO). Diese weisen jüngst immer mehr auf die übernommene ökologische, soziale und ethische Verantwortung hin oder richten ihre Politik an 'Corporate Social Responsibility' (CSR) Leitlinien aus.

Besondere Bedeutung hat diese Entwicklung für das Anlegerverhalten, da derartige Überlegungen nicht mit den Modellen der neoklassischen Finanzmarkttheorien vereinbar sind. Weil bei der Nutzenmaximierung ausschließlich quantifizierbare Beweggründe einbezogen werden, kann man eine extrinsische Motivation unterstellen, d. h. sie werden nicht um ihrer selbst Willen ausgeübt, sondern durch externe Faktoren (z. B. monetärer Profit) hervorgerufen. Da jede Abweichung von rationalen Ansätzen, bspw. der Einbezug einer moralischen Komponente, als irrational und damit als Anomalie klassifiziert wird, muss diese anhand eines anderen Ansatzes, der Behavioral Finance, erklärt werden. Investmentprodukte zwischen diesen beiden Modellen sind prinzipienorientierte Investments, die im Englischen unter dem Begriff 'Socially Responsible Investments' (SRI) gesammelt werden.

SRI sind als Anlagealternativen in den letzten Jahren merklich beliebter geworden. Auch die Forschung widmet sich verstärkt dieser Thematik, jedoch primär der Performanceanalyse. Eine Gegenüberstellung der Vermögen und Mittelflüsse von SRI mit denen konventioneller Investments und eine gleichzeitige Verknüpfung mit dem Investorenverhalten existiert bisher nicht. Wenn verantwortungsvoll agierende Investoren ihre Entscheidungen aber mit Aspekten gesellschaftlicher Verantwortung begründen und der eigene Profit nur eine Variable unter mehreren darstellt, muss dieser Wandel im Investitionsverhalten in den Marktzahlen deutlich werden. Prinzipienorientierte Finanzprodukte müssten demnach im Vergleich zu konventionellen, nutzenmaximierenden Produkten zunehmend in der Gunst der Anleger steigen. Dieser Themenbereich soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden.

Prinzipiengeleiteten Finanzprodukten fällt wegen der offensichtlichen Transparenz der Zusammenstellungen ein implizites Vertrauen zu. Da private und institutionelle Investoren durch die Finanzkrise bereits sensibilisiert und auf der Suche nach vertrauenswürdigen Anlagen sind, könnten SRI während der Krise in ihrer Popularität steigen. Auch dieses vermutete Verhalten müsste sich in den aktuellen Marktdaten widerspiegeln und soll Gegenstand der Untersuchung sein.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, herauszufinden, ob ein Wandel im Investorenverhalten in Richtung intrinsisch motivierter Entscheidungen anhand zunehmender SRI-Aktivitäten festzustellen ist.

SRI bilden die einzige Gruppe von Finanzprodukten, die einen ausdrücklichen Einbezug ethischer, ökologischer und ökonomischer Komponenten erlaubt. Die Untersuchung des Investorenverhaltens am Beispiel von SRI erfordert demnach die Verknüpfung vier relevanter Forschungsgebiete: Ökonomie, Ethik, Ökologie und Psychologie. Diese interdisziplinäre Herangehensweise soll nicht als Aufgabe von Grenzen verstanden werden, sondern einen Erkenntnisgewinn schaffen, der neue Perspektiven eröffnet. Der Fokus der Arbeit soll trotz dieser Breite jedoch hauptsächlich auf der Analyse der Entwicklung von SRI in Verbindung mit intrinsisch motiviertem Investorenverhalten liegen. Andere Einflussvariablen auf das Verhalten von Investoren und Erklärungen von Anomalien sind weitestgehend ausgeblendet und nicht Bestandteil dieser Arbeit.

Gang der Untersuchung:

Ausgehend von der im vorherigen Kapitel formulierten Beweggründe und Problemstellung bestimmt folgende Leitfrage das gesamte Vorgehen:

'Ist ein Präferenzenwandel im Investorenverhalten in Richtung intrinsisch motivierter Entscheidungen anhand zunehmender SRI-Aktivitäten festzustellen'?

In Kapitel 2 werden dazu die Hintergründe einer Präferenzenbildung vor Investitionsentscheidungen erläutert, indem auf Ansätze der Neoklassik und der Behavioral Finance eingegangen wird. Diese Überlegungen bilden die Grundlagen für die im folgenden Kapitel stattfindende verhaltenswissenschaftliche Einordnung von SRI in die existierenden Erklärungsmodelle.

Kapitel 3 erarbeitet zunächst deskriptiv den relevanten Rahmen des Untersuchungsgegenstandes SRI, um thematische Voraussetzungen für das nachfolgende Kapitel zu schaffen. Daraufhin werden Verknüpfungen mit Inhalten der Verhaltenswissenschaft ausführlich dargestellt und SRI entsprechend der Erkenntnisse aus Kapitel 2 eingeordnet.

Aufbauend auf diesen Grundlagen erfolgt im 4. Kapitel die empirische Analyse in Form einer Marktbeobachtung und im ständigen Vergleich zu konventionellen Formen der Kapitalanlage. Dazu werden konkrete Hypothesen entwickelt, auf deren Basis die Ergebnisse zum Schluss des empirischen Teils diskutiert werden. Primäres Ziel ist es, aus den Erkenntnissen, unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Weltwirtschaftskrise, eine aussagekräftige Stellungnahme zur SRI-Entwicklung und insbesondere zum Investorenverhalten treffen zu können.

Im letzten Teil der Arbeit werden alle Ergebnisse zusammenfassend dargestellt und etwaige Präferenzenverlagerungen der Investoren, auch im aktuellen Kontext, gewürdigt. Zum Schluss wird ein Ausblick in zukünftige Entwicklungen des Themenbereichs SRI unternommen und die Arbeit mit Anregungen für weiteren Forschungsbedarf abgeschlossen.

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