Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Organisation Unternehmensform

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Titel Spin-Offs: Wie Wissenschaftler zu Unternehmern werden
Untertitel Erfolgsfaktoren akademischer Hightech-Spin-Offs mit besonderer Berücksichtigung der Gründerpersönlichkeit und des Transferobjekts
Autorin Monika Nörr
Seiten 122 Seiten
Hochschule AKAD Wissenschaftliche Hochschule Lahr GmbH Deutschland
Art der Arbeit MA-Thesis / Master
Abgabe 2008
Note 1
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90013839
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:

Technischer Fortschritt und Innovationen sind die Grundlage für das langfristige Wachstum einer Volkswirtschaft. Aus diesem Grund rücken Spin-Offs als sehr innovative Unternehmen immer stärker in den Blickwinkel von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Verwertung und Diffusion von Wissen und neuen Technologien. Als Spin-Offs werden Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungsorganisationen und Unternehmen bezeichnet.

Die ersten Spin-Offs wurden im 19. Jahrhundert in Deutschland etabliert. So gründete Justus von Liebig zur Produktion von Düngemitteln die Bayerische Aktiengesellschaft für chemische und landwirtschaftlich-chemische Fabrikate (BAG), die heute noch unter dem Namen Süd-Chemie firmiert.

Nach einer Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung besitzt 'Deutschland .. ein besonders großes, aber noch nicht hinreichend ausgeschöpftes Potenzial für akademische Spin-Offs.' Obwohl in den letzten Jahren vermehrt Studie die Entwicklung und Bedeutung von Spin-Offs in Deutschland untersucht haben, herrscht weiterhin ein weitgehend uneinheitliches Bild. Doch auch in den USA, in denen Spin-Off-Aktivitäten schon seit vielen Jahren im Fokus von Politik und Gesellschaft stehen, sind repräsentative wissenschaftliche Ergebnisse rar. Dies führt dazu, dass Ideologie und Wunschdenken weiterhin eine große Rolle spielen: So gilt die Wissenschaft vielfach immer noch als Elfenbeinturm, in dem sich die Wissenschaftler der zweckfreien Forschung verschrieben haben, wohingegen die Wirtschaft nur auf die kurzfristigen Profitmöglichkeiten achtet.

Kommt es zu einem Spin-Off, so wird oft der Aufwand unterschätzt, um aus einem wissenschaftlichen Forschungsergebnis ein vermarktungsfähiges Produkt herzustellen. Zudem werden vielfältige neue Anforderungen an die Spin-Off-Gründer gestellt: Sie müssen sich vom Wissenschaftler zum Unternehmer wandeln.

Diese Arbeit will einen Beitrag dazu leisten, das Phänomen 'akademische Spin-Offs' transparenter zu machen. Anhand verschiedener Studien - vorwiegend aus Deutschland, aber auch aus den USA und weiteren Ländern - werden mögliche Erfolgsfaktoren für Spin-Off-Gründungen ermittelt. Diese reichen von der Gründerpersönlichkeit über die Finanzierung bis hin zu Umfeldfaktoren wie Netzwerken und Arbeitmarkt.

Im Rahmen der Arbeit werden die für Hightech-Spin-Offs bedeutenden Erfolgsfaktoren 'Gründerpersönlichkeit' und 'Transferobjekt' behandelt. Dargestellt werden die Anforderungen an die Wissenschaftler sowie die Herausforderung, um aus dem Transferobjekt ein vermarktungsfähiges Produkt zu generieren. Es werden Lücken in der Übergangsphase von der Wissenschaft zur Wirtschaft aufgezeigt und mögliche Maßnahmen zur Schließung dieser Lücken diskutiert.

Spin-Offs gehören zu den innovativen und technologieorientierten Unternehmensgründungen; diese wiederum bilden eine Untergruppe aller Unternehmensgründungen. Im Rahmen dieser Arbeit werden nur akademische Spin-Offs betrachtet. Hierbei handelt es sich um Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsorganisationen.

Weiterhin wird das Untersuchungsfeld eingegrenzt, indem bevorzugt Hightech-Spin-Offs aus den technologieintensiven Wirtschaftszweigen des verarbeitenden Gewerbes untersucht werden. Hierunter fallen beispielsweise die Medizintechnik, die Biotechnologie oder auch der Maschinenbau. Spin-Offs, die technologieintensive Dienstleistungen anbieten wie Forschung und Entwicklung oder Datenverarbeitung, werden nur am Rande behandelt, da sie kein eigenes Technologieprodukt (Produkt- bzw. Verfahrensinnovationen) vorweisen können.

Eine wichtige Rolle bei der Generierung von Spin-Offs spielen Hochschulen und Forschungsorganisationen als Mutterorganisationen. Nachfolgend werden die Aspekte der Zusammenarbeit mit den Spin-Offs in Hinblick auf das Technologietransferobjekt untersucht. Zudem werden Maßnahmen der Qualifizierung und Motivation von Wissenschaftlern diskutiert.

In der Literatur werden zahlreiche Erfolgsfaktoren für die Gründung von Spin-Offs genannt bzw. wurden in verschiedenen empirischen Studien ermittelt. Im Rahmen dieser Arbeit ist es nicht möglich, auf alle Erfolgsfaktoren in der erforderlichen Tiefe einzugehen. Deshalb erfolgt eine Konzentration auf zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren: die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt. Ausdrücklich nicht behandelt werden weitere für Hightech-Spin-Offs ebenfalls sehr bedeutsamen Erfolgsfaktoren wie die Finanzierung (u. a. durch Venture Capital), die Transferpolitik der wissenschaftlichen Einrichtungen, die Standortwahl (u. a. Technologie- und Gründerzentren) sowie Netzwerke und Cluster. Hier liegen umfangreiche Analysen vor, auf die verwiesen wird.

Schon hier soll auf das Problem der unterschiedlichen Abgrenzungen und Definitionen hingewiesen werden: Die vorliegenden Modelle und empirischen Studien definieren Spin-Offs nicht einheitlich: So wird teilweise jede Gründung durch Hochschulabsolventen als Spin-Off bezeichnet, auch wenn diese schon Jahre zurückliegt. Zudem treffen viele Studien keine Abgrenzung zwischen Hightech-Spin-Offs mit eigenem Produkt und Spin-Offs, die (technologieintensive) Dienstleistungen anbieten; diese Unterscheidung kann somit nicht immer stringent durchgehalten werden. Die hier genannten Zahlen und Aussagen sind folglich nur bedingt vergleichbar. Da sie jedoch in der Lage sind, Tendenzen zu verdeutlichen, wird auf ihre Angabe nicht verzichtet.

Gang der Untersuchung:

Basis der vorliegenden Arbeit ist eine umfassende Sekundäranalyse theoretischer Konzepte und empirischer Studien vorwiegend aus Deutschland und den USA. Wichtige Erkenntnisse aus anderen Ländern wurden ebenfalls berücksichtigt. Eine Übersicht über die betrachteten wichtigsten empirischen Studien zu Spin-Offs (50 Studien) findet sich in Anhang A1. Ergänzend wurden fünf problemzentrierte Interviews mit Experten und einem Spin-Off-Gründer durchgeführt. Diese dienen dazu, offene Fragen zu klären, Ergebnisse aus anderen Studien zu hinterfragen sowie unterstützende, plastische Beispiele zu generieren. Der Fragebogen sowie die befragten Personen sind Anhang A2 zu entnehmen.

Die Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut:

In Kapitel 2 werden die zentralen Begriffe wie Spin-Offs, Unternehmertum und Innovation definiert und der theoretische Bezugsrahmen hergestellt. Zudem werden die in Deutschland vorhandenen Mutterorganisationen charakterisiert.

Kapitel 3 befasst sich mit der Situation der Spin-Offs in Deutschland. Dargestellt werden die Gründungszahlen von Spin-Offs, die Tätigkeitsgebiete und Aktivitäten sowie die Bedeutung für die Volkswirtschaft.

In Kapitel 4 wird zunächst ein Überblick über die Erfolgsfaktorenforschung gegeben. Anschließend wird der in dieser Arbeit verwendete Bezugsrahmen für Erfolgsfaktoren vorgestellt. Zwei für Hightech-Spin-Offs besonders wichtige Erfolgsfaktoren, die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt, werden näher ausgeführt und diskutiert.

In Kapitel 5 werden mögliche Ansätze zur Erhöhung der Quantität und Qualität von Spin-Offs vorgestellt und diskutiert. Die Ansätze beziehen sich wiederum auf die Gründerpersönlichkeit und das Transferobjekt.

In Kapitel 6 werden in Form einer kurzen Checkliste Empfehlungen für gründungsinteressierte Wissenschaftler im Hightech-Bereich ausgesprochen, die sich aus dieser Arbeit ergeben haben.

Kapitel 7 fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen sowie weitere mögliche Forschungsfragen.

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