Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Industrie / Produktion Automobilindustrie

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Titel Bedeutungswandel der unteren Führungsebene durch die Einführung neuer Formen der Arbeitsorganisation
Untertitel Eine Fallstudie aus der Automobilindustrie
AutorIn Heiko Roehl
Seiten 163 Seiten
Hochschule Technische Universität Berlin Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1994
Note 1
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91001504
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Aus den seit den 70er Jahren immer lauter werdenden Forderungen nach Gruppenarbeit und partizipativen Arbeitsformen entwickelte sich eine paradoxe Situation, die bis heute nicht auflösbar scheint: Führungskräfte haben diesen Forderungen aus der wissenschaftlichen sowie öffentlichen Diskussion und der betrieblichen Praxis entsprechend die Entwicklung von Gruppenarbeit offiziell zu befürworten und sich bei innerbetrieblichen Diskussionen dem Teamgedanken verpflichtet zu fühlen. De facto aber müssen sie aufgrund der bestehenden Organisationsstrukturen, deren Beförderungsmechanismen nach wie vor den "Einzelkämpfer" begünstigen, entgegengesetzt handeln. Diese Struktur zeigt sich deutlich im Problem des adäquaten Führungshaltens in der Gruppenarbeit. Ein solches kann nur dann erfolgreich praktiziert werden, wenn zumindest partiell Mitbestimmung möglich gemacht wird. Solange aber von seiten der Meisterebene ein autoritärer Führungsstil bevorzugt wird, bleibt ein der Gruppenarbeit angemessener Führungsstil ein reines Lippenbekenntnis.

Zusammenfassung:

Erkenntnisinteresse der vorliegenden Untersuchung ist es, die durch neue Formen der Arbeitsorganisation wie der Gruppenarbeit im Sinne des Lean Production-Konzeptes bedingte Veränderungen in Aufgaben und Funktion der unteren Führungsebene und ihrem Führungsverhalten zu ermitteln. Das Führungsverhalten der Meisterebene wird dabei als das zentrale Kriterium für den Wandel in der Bedeutung der unteren Führungsebene herausgestellt. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den spezifischen Führungsanforderungen der Gruppenarbeit und den Anpassungsvorgängen der Meister an diese Anforderungen. Da neue Formen der Gruppenarbeit in den letzten Jahren durch die Lean-Management-Debatte ins Zentrum des Interesses von Forschung und Praxis gerückt sind, ist die vorliegende Untersuchung mit der Bearbeitung des Problems der unteren Führungsebene in neuen Formen der Gruppenarbeit von einiger Aktualität.

Der innovative Wert der Untersuchung liegt in der Herstellung empirischer Befunde zur Frage der Führung der unteren Ebene in neuen Formen der Gruppenarbeit. Solche Befunde liegen bisher nicht vor. Einerseits werden Erkenntnisse darüber gewonnen, wodurch sich erfolgreiches Führungsverhalten in der Gruppenarbeit auszeichnet. Andererseits wird erörtert, welche Anforderungen an das Verhalten einer Führungsperson durch die Gruppenarbeitssituation im Unterschied zur Einzelarbeitssituation gestellt werden.

Nicht zuletzt liefert die Arbeit einen Beitrag für die betriebliche Praxis. Die Ergebnisse sind im Sinne einer Evaluation von Entwicklungsprogrammen der unteren Führungsebene verwertbar sein. Die Untersuchung verfolgt hierin auch das Ziel, die Zusammenhänge zwischen den aus Theorie und betrieblicher Praxis an das Führungsverhalten der Meisterebene gestellten Anforderungen einerseits und den tatsächlich in der betrieblichen Praxis vorfindbaren Gegebenheiten andererseits zu beschreiben, so daß Anspruch und Wirklichkeit des Führungsverhaltens sowie deren gegenseitiges Verhältnis deutlich werden.

Inhaltsverzeichnis:

Zusammenfassung 1
1. Einleitung 2
1.1 Entdeckungszusammenhang des Themas 2
1.2 Problemdefinition und Fragestellung der Untersuchung 2
1.3 Ziele der Arbeit 3
1.4 Inhaltsübersicht 4
2. Gruppenarbeit und Führung - theoretischer Hintergrund 6
2.1 Gruppenarbeit 6
2.1.1 Formen der Gruppenarbeit 6
2.1.2 Gruppenarbeit im Rahmen von Lean Production 9
2.1.2.1 Merkmale von Gruppenarbeit in der europäischen Lean Production 12
2.1.3 Die Meisterebene in der Gruppenarbeit 13
2.1.3.1 Die Meisterebene in traditioneller Einzelarbeitsorganisation 14
2.1.3.2 Veränderungen der Meisterfunktion durch Gruppenarbeit 16
2.1.3.3 Problembereiche des Funktionswandels 18
2.2 Arbeitssituation und Führungsverhalten 20
2.2.1 Der Situationsansatz in der Führungstheorie 20
2.2.2 Das Performance-Maintenance-Konzept von Misumi 22
2.2.2.1 Performance- und Maintenance-Funktionen 23
2.2.2.2 Die Bedeutung situativer Faktoren 26
2.2.2.3 Bezüge zur Untersuchung 28
2.2.3 Spezifika von Führung in der Gruppenarbeit 29
2.2.3.1 Gruppenarbeit als spezifische Arbeitssituation 30
2.2.3.2 Anforderungen an das Führungsverhalten in der Gruppenarbeit 33
2.2.3.3 Führung in Gruppenarbeit als Maintenance-Verhalten 38
2.2.4 Einführung von Gruppenarbeit - Konsequenzen auf der unteren Führungsebene 39
2.2.4.1 Widerstände und ihre Bedeutung 40
2.2.4.2 Anpassungen des Führungverhaltens an situative Bedingungen 43
2.3 Hypothesen der Untersuchung 46
3. Darstellung des untersuchten Betriebes 47
3.1 Kontaktaufnahme 47
3.2 Allgemeine Kenndaten und Situation des Betriebes 48
3.3 Projekt "Neue Formen der Arbeitsorganisation" 48
3.3.1 Einführung von Gruppenarbeit 49
3.3.2 Planungs- und Umsetzungskonzept 49
3.3.3 Form der geplanten Gruppenarbeit 50
3.3.4 Die untere Führungsebene 51
3.3.4.1 Allgemeine Veränderungen der Aufgabenstruktur 51
3.3.4.2 Meister-Entwicklungsprogramm des Betriebes 52
3.3.4.3 Weitere mögliche Einflüsse auf das Führungsverhalten 53
3.4 Die untersuchten Bereiche 53
3.4.1 Beschreibung von Aufgabenstruktur und technischen Voraussetzungen 53
3.4.1.1 Vorkammerfertigung 54
3.4.1.2 Härterei/Galvanik 55
4. Untersuchungsmethoden und Vorgehen 56
4.1 Methodik der Untersuchung und Untersuchungsplan 56
4.2 Exploration 57
4.2.1 Vorgespräche 58
4.2.2 Experteninterviews 58
4.2.2.1 Vorgehen, Leitfaden 59
4.2.2.2 Auswahl der Experten, Interviewführung 60
4.2.2.3 Auswertung der Interviews 60
4.3 Erfassung des Führungsverhaltens in seiner Veränderung 62
4.3.1 Methoden zur Messung von Führungsverhalten 62
4.3.2 Methodenauswahl 64
4.3.3 Das PM-Instrument von Misumi 65
4.3.3.1 Skalen des Instrumentes, Kriterien für P und M-Stile 65
4.3.3.2 Güte des Instrumentes 68
4.3.3.3 Modifikationen und Selbstbeurteilungsversion 69
4.3.4 Beschreibung der Stichprobe und Datenerhebung 71
4.3.4.1 Vorgehen bei den Erhebungen, Untersuchungsgruppen 71
4.3.4.2 Rückläufe und Zuordnung der Fragebögen 72
4.3.4.3 Darstellung der Stichprobe 73
4.4 Verfahren der Auswertung 74
4.4.1 Testgüte 74
4.4.2 Verfahren zur Prüfung der Hypothesen 75
EXKURS: Bedingungen der empirischen Arbeit und Erfahrungen im Betrieb 76
5. Ergebnisse der Untersuchung 81
5.1 Ergebnisse der mündlichen Befragung 81
5.1.1 Vorgespräche 81
5.1.2 Interviews 82
5.2 Ergebnisse der schriftlichen Befragung 86
5.2.1 Testgüteuntersuchung 86
5.2.2 Prüfung der Hypothesen 88
5.2.3 Ergebnisse der Selbstbeurteilungsversion 89
6. Diskussion 91
6.1 Kritik der Untersuchung 91
6.2 Interpretation der Ergebnisse 92
6.3 Resümee 99
6.4 Praktische Implikationen 100
6.4.1 Zentralität der unteren Führungsebene bei der Einführung von Gruppenarbeit 101
6.4.2 Zentralität des Führungsverhaltens der Meister 102
6.4.2.1 Entwicklungsprogramm der unteren Führungsebene 102
6.4.2.2 Inhalte und Methoden eines Entwicklungsprogrammes 103
6.4.3 Möglicher Machtverlust 103
6.4.4 Die Bedeutung positiver Beispiele 103
6.4.5 Gestaltung der Einführung von Gruppenarbeit auf der unteren Führungsebene 104
6.5 Ausblick 105
7. Literaturverzeichnis 107
8. Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen 117
9. Verzeichnis der Anhänge 118
Anhang 119

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