Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Organisation Organisation allgemein

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Titel Methoden der projektorientierten Risikoanalyse
Untertitel Klassifikation und kritische Betrachtung ausgewählter Verfahren
AutorIn Torsten Stau
Seiten 197 Seiten
Hochschule Universität der Bundeswehr München Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1990
Note 1,7
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90001655
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Was haben so verschiedene Großprojekte wie aufwendige Kinofilme (z.B."Batman"), neue Waffensysteme (z.B. der Jäger 90) oder große Bauvorhaben (z.B. die Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft in Italien) gemeinsam? Die Gesamtkosten liegen in der Regel um ein Vielfaches über den geplanten Kosten und auch der geplante Zeitpunkt der Fertigstellung wird häufig deutlich überschritten. Muß das so sein?

In nun mehr als dreißig Jahren wurden zahlreiche Methoden und Modelle zur Analyse von Projektrisiken entwickelt. Inzwischen existiert eine kaum überschaubare Menge von Publikationen auf diesem Gebiet. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist deshalb die Sichtung des vorhandenen Materials sowie die Klassifikation der entwickelten Verfahren, wobei jeweils charakteristische Modelle vorgestellt und kritisch betrachtet werden sollen.

Prinzipiell lassen sich zwei Typen von Risikoanalyse-Verfahren unterscheiden: solche, die zur Unterstützung strategischer Unternehmensentscheidungen dienen, und solche, die taktische Entscheidungen unterstützen. In der vorliegenden Arbeit werden die Risikoanalyse-Verfahren nach ihrem Konzept in Top-down- und In Bottom-up-Verfahren unterschieden. Die Bottom-Up-Verfahren lassen sich noch dahingehend unterscheiden, ob sie sich nach dem Ablaufplan oder dem Strukturplan des Projekts orientieren.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei größere Teile. Im ersten Abschnitt wird das Thema projektorientierte Risikoanalyse eingegrenzt und die Grundlagen sowie das notwendige Begriffsgerüst vorgestellt. Außerdem wird eine Übersicht über die bisher entwickelten Methoden und Verfahren zur Risikoanalyse erstellt und versucht, erkennbare Tendenzen aufzuzeigen.

Im zweiten Abschnitt werden die Bottom-up-Verfahren behandelt. In diese Kategorie fallen die meisten der bisher entwickelten Modelle zur Analyse von Projektrisiken. Sie kommen gewöhnlich erst nach der Auftragserteilung zum Einsatz, da sie einen mehr oder weniger tief gegliederten Projektstrukturplan voraussetzen und einen enormen Bedarf an Eingabedaten haben.

Ohne allzusehr vorzugreifen läßt sich sagen, daß diese Verfahren in der Praxis so gut wie nicht angewendet werden. Ein Hauptgrund für die mangelnde Akzeptanz ist, daß die Modelle sehr komplex und schwierig sind und die Ergebnisse für den Projektmanager meist schwer nachvollziehbar sind.

Die Menge der vorhandenen Literatur auf diesem Gebiet ist dementsprechend sehr hoch, wobei allerdings einige Einschränkungen zu machen sind:

- Viele Verfahren bauen auf denselben Grundlagen auf, beispielsweise auf älteren Verfahren wie PERT.

- In den letzten Jahren hat sich auf diesem Gebiet nicht mehr viel getan.

- Der Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung und damit auch der Veröffentlichung liegt eindeutig in den USA, wobei meistens das Verteidigungsministerium der Auftraggeber ist, was sich behindernd auf die Beschaffung von Literatur auswirkt.

- Die meisten Veröffentlichungen stammen von den Firmen, von denen die Verfahren entwickelt wurden, so daß keine allzu kritische Betrachtung erwartet werden darf, da die Unternehmen ihre Verfahren schließlich verkaufen wollen.

- Vergleichende Übersichten über verschiedene vorhandene Verfahren gibt es praktisch überhaupt nicht.

Die vorliegende Arbeit soll versuchen, eine solche Übersicht zu geben und die bisher entwickelten Verfahren mit ihren charakteristischen Merkmalen, Voraussetzungen, ihren Vorteilen und Nachteilen vorstellen. Dabei sollen die für den Projektmanager wichtigen Fragen beantwortet werden, z.B. wann und für weiche Projekte kann ein Verfahren eingesetzt werden, oder weiche Projektziele werden modelliert?

Im dritten Abschnitt werden die Top-down-Verfahren behandelt. Diese Verfahren werden hauptsächlich bereits in der Vor-Auftrags-Phase angewendet, d.h. die Projektstruktur muß nicht bis in alle Einzelheiten bekannt sein. Die Verfahren kommen also unter Umständen schon zur Anwendung, bevor eine Entscheidung über die Durchführung eines Projekts gefallen ist. Da diese Verfahren immer größere Bedeutung erlangen, bildet dieser Teil den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit.

Leider gibt es zur Zeit noch sehr wenige fertige Top-down-Verfahren und entsprechend wenig brauchbare Literatur, weshalb hauptsächlich Ideen, Konzepte und Hilfsmittel vorgestellt werden. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß sich in naher Zukunft auf diesem Gebiet einiges bewegen wird.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 1
TEIL I: PROJEKTORIENTIERTE RISIKOANALYSE
1. Einleitung 5
2. Definitionen 6
2.1. Ungewißheit / Unsicherheit 6
2.2. Risiko 7
3. Risikomanagement 9
3.1. Risikoplanung 11
3.2. Risikokontrolle 12
3.3. Risikoüberwachung 12
3.4. Einige "Grundregeln" des Risikomanagements 13
3.5. Vergleich von Risikomanagement und "normalem" Management 14
4. Risikoanalyse 17
4.1. Risikoidentifikation 20
4.1.1. RES 20
4.1.2. Gewinnung von Informationen über die relevanten Risiken 22
4.1.3. Kategorisieren der Risiken 22
4.2. Risikobewertung 25
4.2.1. Einheitliche Bewertungsbasis 27
4.2.2. Zuordnung von Informationsquellen und Bewertungsmaßstäben 28
4.2.3. Bewertung der Einflüsse durch die beteiligten Personen, Techniken und Verfahren 29
4.2.4. Reduzierung der Ungewißheiten 30
4.2.5. Methoden zur Expertenbefragung 32
4.3. Risikoverarbeitung 34
4.3.1. Simulation 36
4.3.2. Mathematische Verfahren 37
5. Bewertung von Risikoanalyse und Risikomanagement 39
5.1. Kosten von Risikoanalyse und Risikomanagement 39
5.2. Vorteile von Risikoanalyse und Risikomanagement 41
5.3. Was Risikoanalyse und Risikomanagement nicht können 42
6. Modelle und Verfahren zur Risikoanalyse 45
6.1. Ansätze zur Klassifikation der Modelle und Verfahren 47
6.1.1. Scaling-Verfahren und Dekompositions-Verfahren 47
6.1.2. Deterministische und Wahrscheinlichkeits-Verfahren 48
6.1.3. Optimierungs- und Beschreibungs-Verfahren 48
6.1.4. Analytische und Simulations-Verfahren 49
6.1.5. Statische und dynamische Verfahren 49
6.1.6. Strategische und taktische Verfahren 49
6.1.7. Ablauf- und strukturorientierte Verfahren 50
6.2. System zur Modell-Klassifizierung 50
6.3. Raster zur Modell-Bewertung 52
6.3.1. Modell-"Steckbrief" 52
6.3.2. Anwendungsspektrum 52
6.3.3. Voraussetzungen, Annahmen, Eingabedaten, Ausgabedaten 53
6.3.4. Aufwand 54
6.3.5. Güte des Verfahrens 54
6.3.6. Das Bewertungsraster 57
TEIL II: BOTTOM-UP-VERFAHREN ZUR RISIKOANALYSE
1. Einleitung 59
2. Strukturplan-orientierte Verfahren 61
2.1. Das RAND-Verfahren 62
2.2. Das Stochastic Aggregation Model (SAM) 64
2.3. Probabilistic Event Analysis (PEA) 67
2.4. Die Risk Factor Method (RFM) 71
2.5. Das Successive Principle oder Lichtenberg-Verfahren 75
2.6. Zusammenfassung 81
3. Ablaufplan-orientierte Verfahren zur Analyse von Terminrisiken 82
3.1. Die Program Evaluation and Review Technique (PERT) 83
3.2. Die Graphical Evaluation and Review Technique (GERT) 85
3.3. Das Programm PREDICT 2000 89
3.4. Die Stochastic Time and Resource Constraints Technique (STARC) 91
3.5. Zusammenfassung 94
4. Ablaufplan-orientierte Verfahren zur Analyse von Termin- und Kostenrisiken 96
4.1. Das Verfahren PERT/COST 97
4.2. ARTEMIS Sytem's Probabilistic Analysis of Networks (PAN) 100
4.3. Die Risk Information System and Network Evaluation Techniques (RISNET I und II) 103
4.4. Zusammenfassung 105
5. Ablaufplan-orientierte Verfahren zur Analyse von Termin-, Kosten- und Leistungsrisiken 107
5.1. Die Venture Evaluation and Review Technique (VERT) 107
5.2. Die Verfahren Total Risk Assessing Cost Estimate (TRACE) und TRACE for Production (TRACE-P) 110
5.3. Das Verfahren PROMAP V* 113
5.4. Das Risk Assessment and Management Program (RAMP) 114
5.5. Das Cost Performance Analysis (CPA) Model 117
5.6. Zusammenfassung 118
6. Zusammenfassende Bewertung der Bottom-up-Verfahren 120
6.1. Übersicht über die vorgestellten Bottom-up-Verfahren 122
6.2. Vergleichende Bewertung der Bottom-up-Verfahren 123
6.3. Gründe für das Scheitern der Bottom-up-Verfahren 126
6.3.1. Präsentation der Verfahren 126
6.3.2. Kosten der Verfahren 126
6.3.3. Eingabedaten der Verfahren 127
6.3.4. Komplexität der Verfahren 128
6.3.5. Güte der Verfahren 128
6.3.6. Aufwand der Verfahren 129
6.3.7. Ausgabedaten der Verfahren 129
6.3.8. Psychologische Gründe 129
6.3.9. Anwendungszeitpunkt der Verfahren 130
6.4. Fazit 130
TEIL III: TOP-DOWN-VERFAHREN ZUR RISIKOANALYSE
1. Einleitung 132
2. Entscheidungsbaum-Verfahren 133
3. Multiobjektive Entscheidungsverfahren 136
4. Szenario-Verfahren 137
4.1. Die Projektumgebung 137
4.2. Die Stakeholder 139
4.3. Die Strategic Impact and Assumptions-Identification Method (SIAM) for Project, Program and Policy Planning 141
4.3.1. Ausgangsdaten und Ergebnisse des SIAM-Verfahrens 142
4.3.2. Die Prozedur des SIAM-Verfahrens 143
4.3.3. Bewertung des SIAM-Verfahrens 146
4.4. Der Multi-Attribute-Multi-Party (MAMP) Approach 148
4.4.1. Die Prozedur des MAMP-Verfahrens 149
4.4.2. Bewertung des MAMP-Verfahrens 151
5. Das Konzept von Franke 153
5.1. Risikoidentifikation und -dokumentation 153
5.2. Risikobewertung 155
5.3. Risikoverarbeitung und -selektion 156
5.4. Bewertung des Konzepts von Franke 157
6. Das Konzept von Dobelke 161
6.1. Projekt-Vorselektion 162
6.2. Projekt-Beurteilung 163
6.3. Bewertung des Konzepts von Dobelke 164
7. Das Konzept von Schnorrenberg 167
7.1. Expertensysteme zur Angebotsentscheidung 168
7.2. Expertensysteme zur Risikoanalyse 169
7.3. Bewertung des Konzepts von Schnorrenberg 171
8. Zusammenfassende Bewertung der Top-down-Verfahren 174
8.1. Vergleichende Bewertung der vorgestellten Top-down-Verfahren 175
8.2. Fazit und Ausblick 178
8.2.1. Verbesserung der Risikoidentifikation 179
8.2.2. Methodische Verbesserungen 180
8.2.3. Beseitigung der Akzeptanzprobleme 181
Literaturverzeichnis 182

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