Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Industrie / Produktion Industrie / Produktion allgemein

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Titel Logistische Engpässe im Rahmen der industriellen Produktion und Möglichkeiten zu ihrer Beseitigung
Untertitel Darstellung und betriebswirtschaftliche Beurteilung
AutorIn Marc Butz
Seiten 87 Seiten
Hochschule Leibniz Universität Hannover Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1999
Note 2,3
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91001693
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

In Industrieunternehmen werden in der Regel auf ingenieurwissenschaftlicher Grundlage Sachgüter zur Fremdbedarfsdeckung hergestellt, was sie auch von anderen Unternehmen unterscheidet. Diese typische Form der Produktion in Industrieunternehmen wird häufig mit zusätzlichen Dienstleistungen wie Kundendienst oder Transportleistungen verbunden und verursacht den Einsatz und Verbrauch von eingekauftem Material und fremdbezogenen Teilen in einem großen Umfang.

Eine zentrale Aufgabe für Industrieunternehmen stellt die Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit dar, da sie sich im Zuge der Globalisierung der Märkte einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt sehen. Mittlerweile entscheidet immer häufiger die Leistungsfähigkeit u.a. im Bereich der Logistik über die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens, da die Konkurrenzsituation und der Preisdruck des Marktes das Ausschöpfen aller Potentiale erfordern. Die Anforderungen an die Logistik sind derart gestiegen, daß unterschiedliche Qualitäten logistischer Leistungen eine direkte Marktwirkung und damit Erlöswirksamkeit besitzen. Die Differenziertheit der logistischen Anforderungen erhöht sich beispielsweise durch eine steigende Produktvielfalt bei gleichzeitig kürzer werdenden Produktlebenszyklen. Im Zuge des Zusammenwachsens der Märkte und des steigenden internationalen Wettbewerbsdrucks ist in der Wirtschaft ein Trend zur Verringerung der Fertigungstiefe zu beobachten, der einen vermehrten Zukauf von Halbfertigfabrikaten, Bauteilen und ganzen Komponenten nach sich ziehen wird. Dies führt zu einer starken Zunahme von Material- und Güterströmen und damit zu einer Vermehrung und einem Bedeutungszuwachs von logistischen Prozessen. Ihnen kommt große ökonomische Bedeutung zu, da eine Güterherstellung oder -verteilung ohne Logistik nicht möglich ist.

In vielen Branchen, wie z.B. der Automobil- oder Konsumelektronikindustrie, existieren Möglichkeiten zur Differenzierung von Wettbewerbern vor allem in Kriterien wie der (Liefer-) Zeit und Qualität logistischer Leistungen.

Angesichts dieser gestiegenen Marktdynamik, einer hohen Markttransparenz mit zunehmend individuellen Kundenwünschen, der Verringerung der Fertigungstiefe, Globalisierung und einem verstärkten Einsatz von Informationstechnologien wird es immer schwerer, Wettbewerbsvorteile mit den traditionellen Stategien Kostenführerschaft bzw. Differenzierung zu erlangen.

Dieses Wettbewerbsszenario verursachte den Wandel des logistischen Leistungsvermögens eines Unternehmens zu einem kritischen Erfolgsfaktor und relativierte die bisher vorherrschenden Faktoren Preis und Produktqualität, da in preis- und qualitätsempfindlichen Marktsegmenten kurze Lieferzeiten, hohe Lieferqualität und Termintreue gefordert werden. Somit entscheiden nicht mehr allein Qualität und Kosten über die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die Reaktions- und Anpassungsgeschwindigkeit an neue Markt- und Nachfragesituationen. Allerdings lassen sich bei der wachsenden Variantenvielfalt und bei schwankendem Nachfrageverhalten die Ziele Flexibilität und Lieferbereitschaft nicht durch den Aufbau von Lagerbeständen verwirklichen, sondern müssen durch eine kundenorientierte Produktion und Zulieferung mit kurzen Durchlauf- und Wiederbeschaffungszeiten erreicht werden. Dabei reicht es aus der Sicht des Unternehmens nicht aus, eine Nullprozent-Fehlerrate im Fertigungsprozeß anzustreben, wenn parallel im logistischen Umfeld des Verkaufs, der Produktion und des Einkaufs eine Dreißigprozent-Fehlerrate eine nicht unübliche Quote darstellt. Dies verdeutlicht auch eine Marktanalyse eines Unternehmens der Elektroindustrie, die nach Qualität und Preis die Logistikleistung als wichtigsten Kaufentscheidungsgrund ihrer Produkte und damit als Erfolgsfaktor ausmacht.

Dabei werden als kaufentscheidende Faktoren vorrangig die Liefertreue, verstanden als Verhältnis von zugesagtem und tatsächlich erreichtem Liefertermin, und die Lieferzeit genannt. Die Planung und Durchführung betrieblicher Prozesse unterliegt letztendlich jedoch auch immer gewissen Unsicherheiten, die es zu minimieren gilt. Um Kunden schnell und flexibel beliefern zu können, bedarf es vor allem einer hohen internen Prozeßsicherheit. Produktionsprogramme werden nur selten entsprechend ihrer ursprünglichen Planung realisiert, da Störungen in den durchführenden Prozessen das Fertigungssystem stochastisch werden lassen. Häufig gelingt es in der Praxis nur durch Neu- und Umplanungen, den Einfluß von Störungen auszugleichen.

Angesichts der skizzierten Entwicklungen und dem Umstand, daß logistische Engpässe und ihre Auswirkungen der unternehmerischen Zielerreichung abträglich sind und Zielkonflikte hervorrufen können, untersucht die vorliegende Arbeit auf der Basis wichtiger Grundlagen und Elemente der Logistik den Einfluß auftretender Engpässe im materiallogistischen System auf unternehmerische Zielgrößen. Im Anschluß stellt sie mögliche Maßnahmen zur Beseitigung dar und beurteilt diese Betrachtung unter betriebswirtschaftlichen Aspekten.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit 1
2. Grundlagen der Logistik in der industriellen Produktion 3
2.1 Ursprung und Begriff der Logistik 3
2.2 Aufgaben, Logistikprozesse und Gestaltungsprinzipien 5
2.3 Ziele 9
2.4 Industrielle Logistiksysteme 12
2.4.1 Grundstrukturen und phasenspezifische Subsysteme 12
2.4.2 Einordnung der Material-Logistik 15
2.4.3 Logistische Steuerung der Beschaffung und Produktion 18
2.5 Logistikstrategien 20
2.6 Organisation der Logistik 22
2.7 Potentialfaktoren industrieller Logistiksysteme 24
3. Logistische Engpässe in der industriellen Produktion 26
3.1 Überblick 26
3.2 Engpässe und Ursachen in der Beschaffungs-Logistik 33
3.2.1 Transport und Umschlag 33
3.2.2 Lagerung 38
3.3 Engpässe und Ursachen in der Produktions-Logistik 40
3.3.1 Transport und Umschlag 40
3.3.2 Lagerung 42
3.4 Auswirkungen 43
3.4.1 Kostenwirkungen 43
3.4.2 Leistungswirkungen 44
3.4.2.1 Zeitwirkungen 44
3.4.2.2 Qualitätswirkungen 46
3.4.2.3 Monetäre Wirkungen 47
3.4.3 Logistikkosten- und -leistungsbericht als Informationsinstrument 48
4. Maßnahmen zur Beseitigung auftretender Engpässe 49
4.1 Engpaßmanagement 49
4.2 Logistikprozeßoptimierung 50
4.2.1 Operations Research als Entscheidungsgrundlage 50
4.2.1.1 Begriff und Entscheidungsprobleme 50
4.2.1.2 Verfahren: Darstellung und Anwendung 51
4.2.1.2.1 Netzplantechnik 51
4.2.1.2.2 Warteschlangenmodelle 52
4.2.1.2.3 Lagerhaltungsmodelle 53
4.2.1.2.4 Simulation 54
4.2.1.2.5 Heuristische Verfahren 55
4.2.1.2.6 Lineare Optimierung 56
4.2.1.3 Anwendungsgrenzen 57
4.2.2 Präventive Engpaßvermeidung 57
4.2.3 Kapazitätsvariation 59
4.3 Logistische Reorganisation 60
4.3.1 Materialfluß 60
4.3.2 Informationsfluß 61
4.3.3 Produktionsstruktur 62
4.3.4 Logistikorganisation 63
5. Betriebswirtschaftliche Beurteilung 65
5.1 Kosten 65
5.2 Leistungen 66
6. Zusammenfassung 67
Literaturverzeichnis 68

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