Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Medien- und Kommunikationswissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Wirkungs- / Rezeptionsforschung

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Titel Wissenssendungen in der Wahrnehmung Jugendlicher - Eine Rezeptionsstudie zur Vermittlungsleistung und Attraktivität zweier Wissenssendungen im deutschen Fernsehen
Untertitel
AutorIn Claudia Maier
Seiten 103 Seiten
Hochschule Universität Passau Deutschland
Art der Arbeit Bachelorarbeit
Abgabe 2009
Note 1,3
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 35017291
Sprache Deutsch
Medien
Inhaltsangabe
Einleitung:

Relevanz des Themas:

Galileo, Wunderwelt Wissen, Planetopia, Abenteuer Wissen... - diese Aufzählung von Wissenssendungen im deutschen Fernsehen ließe sich gefühlt noch unendlich weiterführen. Nicht erst seit gestern erleben solche Fernsehformate einen regelrechten Hype. Mit dem Anspruch unserer Gesellschaft nach ständiger Weiterbildung, nach 'lebenslangem Lernen', sieht sich heutzutage jeder konfrontiert. In dieser Zeit scheint das Konzept des 'Lernen mit dem Fernsehen' ein kluger und durchaus lohnenswerter Schachzug zu sein. Information wird in den Mantel der Unterhaltung gepackt und da der gemeine Konsument bekanntlich dazu neigt stets den geringsten Weg des Widerstandes zu gehen, scheint diese Marketingstrategie durchaus aufzugehen: Das Angenehme -der Fernsehkonsum- wird mit dem Nützlichen -dem Lernen- verbunden. Bernd Gäbler, Geschäftsführer des Adolf Grimme Institut, erscheint 'die Situation paradox: Während viele Bildungseinrichtungen über mangelnde Lernmotivation klagen, lässt sich im Fernsehen eine neue Bildungskonjunktur mit neuartigen medialen Wissensangeboten beobachten.' Für das Fernsehen spricht in diesem Zusammenhang die Möglichkeit mithilfe einer Vielzahl von filmischen Darstellungsmitteln komplexe Inhalte anschaulich darzustellen, sie dem Zuschauer buchstäblich vor Augen zu führen. Doch dieser Vorteil wird in einigen Fällen zum Nachteil, da 'Fernsehjournalisten mittlerweile einem regelrechten Visualisierungszwang unterliegen - es müssen auch an den Stellen Bilder gezeigt werden, wo es eigentlich kein einschlägiges Bildmaterial gibt'.

Auch wenn das Genre der Wissenssendungen lange Zeit ein Privileg der öffentlich-rechtlichen Sender mit Sendungen wie dem Telekolleg war, bedienen sich seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre auch die privaten Sender dieser Gattung. Gerade 'die Bedeutung der Themen und ihre Vernetzung mit fast allen gesellschaftlichen Bereichen verursachte den Boom der Wissenschaftsberichterstattung im Fernsehen und die wachsende Anzahl an Wissensformaten'. Die Konzeptionen der Sendungen beziehen sich dabei auf ganz unterschiedliche Bereiche: Während die Einen versuchen, komplexe Sachverhalte wissenschaftlich vertieft und korrekt darzustellen bzw. zu erläutern, verfolgen andere vielmehr die Taktik 'Wissenschaft light', indem mehr alltagsnahe Inhalte thematisiert und Tipps gegeben werden. Ob für Kinder oder Erwachsene, für jeden scheint etwas Passendes dabei zu sein. Dies wirft jedoch zugleich die Frage auf, ob wirklich für jeden etwas Passendes dabei ist? Bei der genaueren Betrachtung der Bandbreite an Wissenssendungen fällt auf, dass es zwar eine Vielzahl an Sendungen gibt, die explizit für Kinder konzipiert wurden, doch lässt sich dies nicht auf die jugendliche Zielgruppe übertragen.

Es stellt sich die Frage, ob Wissenssendungen für Erwachsene auch für Jugendliche in Punkto Themen und Aufmachung interessant und ansprechend sind und ob vermittelte Wissensinhalte von Jugendlichen auch verstanden werden. Inwiefern wirken sich hierauf beispielsweise das Vorwissen und der Bildungshintergrund von jungen Rezipienten aus und inwieweit wird die Vermittlung von Wissen durch Parameter, wie die Art der Ansprache, die Präsentation von Lerninhalten und die Aufmachung der Sendung für jugendliche Rezipienten beeinflusst?

Bemerkung:

Die Grundlage der Arbeit bildet eine qualitative und quantitative Rezeptionsstudie, die im Jahr 2008 im Rahmen eines Praktikums beim Internationalen Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk (IZI) konzipiert und durchgeführt wurde. Der Untersuchungsgegenstand der Studie besteht aus den beiden Sendungen Quarks & Co. (WDR) und Mythbusters-Die Wissensjäger (RTL2). Untersucht wird damit je ein Repräsentant des öffentlich-rechtlichen und einer des privaten Fernsehens mit einer Sendelänge von ca. 45 Minuten. Beide Sendungen sind nicht speziell für Jugendliche konzipiert. So kommen beispielsweise keine jugendlichen Hauptpersonen vor. Die Beliebtheit der Sendung wurde über Screenings mit knapp 200 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 erhoben.

Die Intention beider Formate ist es, Wissenschaft möglichst attraktiv darzustellen und Wissen -im weitesten Sinne- zu vermitteln. Sie bedienen sich zweier unterschiedlicher Konzepte: Quarks & Co. beruht auf Wissenschaftsnähe, Experimenten und Faktenwissen, das mithilfe von Experten weitergegeben wird. Mythbusters-Die Wissensjäger dagegen setzt praxisnahe Personalisierung ein und stützt sich -mehr oder weniger- auf die Vermittlung einer Lernstrategie. Bei der Auswahl der jeweiligen Folge wurde besonderes Augenmerk auf die naturwissenschaftliche Verankerung gelegt. Beide Folgen wurden auf Grund der behandelten physikalischen Thematik ausgesucht. Die Quarks & Co.-Folge ausgestrahlt am 8. Juli 2008, behandelt das Thema Blitze. Die untersuchte Folge der Serie Mythbusters-Die Wissensjäger vom 9. Dezember 2007 überprüft zwei 'populäre Mythen' zum Thema Auftrieb.

In Form einer quantitativen und qualitativen Studie wurde untersucht, welches Konzept bei den Jugendlichen besser ankommt und welches Konzept das Verständnis der vermittelten Wissensinhalte mit größerem Erfolg erreicht. Die Daten der Studie werden im empirischen Teil der Arbeit verwendet und die Ergebnisse sollen auszugsweise vorgestellt werden. Wegen der geringen Fallzahl sind die Ergebnisse lediglich als Trendaussagen zu werten. Teile der Studie wurden bereits in TelevIZIon 21/2008/2 veröffentlicht.

Zielsetzung:

Das Ziel der Arbeit soll eine vergleichende Darstellung zweier aktueller Wissenssendungen im deutschen Fernsehen sein. Gerade auf Grund der Tatsache, dass beide Sendungen nicht für Jugendliche gemacht wurden, besteht der Anspruch herauszuarbeiten, auf welche Weise mit der Vermittlung von Wissen umgegangen wird und wie diese von jugendlichen bildungsnahen und -fernen Rezipienten angenommen wird. Vor dem Hintergrund, dass Aufmerksamkeit im Verstehens- und Lernprozess eine basale Rolle spielt, sollen ferner Momente aus beiden Sendungen abstrahiert werden, die sich aufmerksamkeitsgewinnend bzw. -verlierend auswirken. Darüber hinaus ermöglicht die Programmauswahl eine vergleichende Analyse der Wissensvermittlung eines öffentlich-rechtlichen und eines privaten Programms.

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