Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Management / Unternehmensführung Management / Unternehmensführung allgemein

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Titel Finanzierungsproblematik mittelständischer Unternehmen
Untertitel Unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform und der Besonderheiten als Familienunternehmen
AutorIn Guido Hörmann
Seiten 191 Seiten
Hochschule Technische Universität Berlin Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1991
Note
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90000212
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Wenn die Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland im letzten Jahrzehnt auch in etwa parallel zur Gesamtwirtschaft verlief, haben diese doch spezielle Probleme, die sie im Vergleich zu Großunternehmen insgesamt anfälliger machen. Dies gilt auch für die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung. Die Finanzierungsmöglichkeiten bestimmen maßgeblich den Umfang unternehmerischer Investitionstätigkeit.

Die Finanzierungsmöglichkeiten eines mittelständischen Unternehmen hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielen rechtliche Faktoren, wie die der Unternehmensrechtsform, der eventuell bestehende Gesellschaftervertrag, zum anderen wirtschaftliche Daten des Unternehmens, der Branche und der Region eine Rolle, aber auch die allgemeine Kapitalmarktsituation.

Viele Familienunternehmer stehen fremdem Kapital sehr skeptisch gegenüber. Noch größere Abneigung ist meist gegen die Beteiligung neuer Eigenkapitalgeber vorhanden. Im Vordergrund jeder Finanzierungsentscheidung sollte die Prüfung der Möglichkeiten der Selbstfinanzierung stehen. Ein Bankkredit kann grundsätzlich alle Bilanzpositionen auf der Verwendungsseite finanzieren, jedoch sollte dabei die Konvergenz der Fristigkeit von Kapitalbindungsdauer und Vermögensverwendung beachtet werden. Sehr langfristige Fremdkapitalfinanzierungsmöglichkeiten bestehen in der Aufnahme von Hypotheken.

Es gibt Rechtsformen des privaten und öffentlichen Rechts. Für Familienunternehmen kommen nur privatrechtliche in Frage. Eine optimale Rechtsformwahl bei Familienunternehmen muß zum einen unter dem Gesichtspunkt einer den Erfordernissen der Familienziele genügenden Gesellschaftsform, aber auch unter der Berücksichtigung der sich aus der Rechtsform ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten gesehen werden. Auch steuerliche und haftungsrechtliche Überlegungen Einflüsse spielen eine entscheidene Rolle.

Die überwiegende Zahl der Familienunternehmen ist um die gegenwärtige und zukünftige Absicherung der Unternehmensexistenz, bemüht. Die Gründerfamilie strebt einen dauerhaften Einfluß ihrer jetzigen und zukünftigen Mitglieder auf das Unternehmen an. Damit kollidiert die Perpetuierung zum Teil mit betriebswirtschaftlichen Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmens, gegen Mitbestimmungsinteressen der Arbeitnehmer und der nichtfamilären Miteigentümer am Unternehmen. Realisiert wird die Perpetuierung vor allem durch die Wahl der Rechtsform und die Ausgestaltung im Gesellschaftsvertrag bzw. in der Unternehmenssatzung. In der Ausgestaltung dieser liegt ein weites Feld der juristischen Kautelarpraxis. Schließlich liegt eine Gefährdung der Perpetuierung im Kapitalabfluß durch Ausscheiden von Gesellschaftern, zu hohen Gewinnentnahmen oder der Notwendigkeit der Auszahlung von Erbberechtigten. Weiterhin droht dem Unternehmen Kapitalabfluß durch Besteuerung im Falle der Unternehmensübertragung. Dadurch wird die Wahl der optimalen Unternehmensrechtsform mit beeinflußt. Dieses Optimum kann somit bei Änderungen der Steuergesetzgebung unterschiedlich sein.

Mehr Aktivität bei der Eigenkapitalsuche würde es sicherlich auch vielen nicht börsenfähigen Unternehmen ermöglichen ihre Eigenkapitalsituation zu verbessern. So ist die Eigenkapitalanlage bei solchen Unternehmen in anderen Ländern viel verbreiteter als in Deutschland. Auf der anderen Seite suchen Kapitalanleger für Milliarden von DM auf dem sogenannten "grauen Kapitalmarkt" renditeträchtige Anlagemöglichkeiten und gehen dabei teilweise beträchtliche Risiken ein.

Ein Problem bei der Eigenkapitalbeschaffung von Familienunternehmen ist die Tatsache, daß einige dieser Unternehmen auch (Unter)ziele anstreben, die nicht gewinnorientiert sind (beispielsweise sozialen Anliegen) und deshalb recht schwer neue Eigenkapitalgeber finden, ohne diese Ziele aufzugeben oder doch stark einzuschränken.

Für mittelständische Unternehmen interessant können auch indirekte Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing der liquiditätsverbessernde Praktiken, wie beispielsweise Factoring sein. Auch die Bildung strategischer Allianzen stellt für mittelständische Unternehmen eine Möglichkeit der Reduzierung finanzieller Risiken dar.

Inhaltsverzeichnis:

I. Verzeichnis der Abbildungen 5
II. Verzeichnis der Abkürzungen 7
1. EINLEITUNG 9
1.1. Ausgangspunkt und Problemstellung 9
1.2. Methodische Vorgehensweise 10
2. MITTELSTÄNDISCHE UNTERNEHMEN 11
2.1. Begriffsbestimmung und Abgrenzung 11
2.1.1. Die historische Einordnung 11
2.1.2. Die sprachliche Begriffsvielfalt 12
2.2. Definitionsansätze 17
2.2.1. Quantitative Beschreibungen 17
2.3. Definition im Rahmen dieser Untersuchung 23
2.4. Die Position mittelständischer Unternehmen in der Gesamtwirtschaft 27
2.4.1. Die Entwicklung der mittelständischen Unternehmen 29
2.4.2. Die Marktchancen der Mittelstandsunternehmen 32
2.5. Zusammenfassung der Betrachtung mittelständischer Unternehmen 36
3. CHARAKTERISTIKA DER FAMILIENUNTERNEHMEN 37
3.1. Klärung des Begriffs Familienunternehmen 37
3.2. Besonderheiten von Familienunternehmen 38
3.2.1. Die Problematik des Generationenwechsels im Familienunternehmen 42
3.2.1.1. Nachfolgerauswahl 42
3.2.1.2. Steuerrechtliche Probleme der Betriebsübergabe 45
3.3. Die Anforderungen an Familienunternehmen 51
4. DAS ENTSCHEIDUNGSPROBLEM DER RECHTSFORMWAHL 53
4.1. Allgemeine Zuordnungen von Rechtsformen 53
4.2. Die Merkmale der einzelnen Rechtsformen 55
4.2.1. Personengesellschaften 55
4.2.1.1. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts 56
4.2.1.2. Die offene Handelsgesellschaft 56
4.2.1.3. Die Kommanditgesellschaft 57
4.2.1.4. Die stille Gesellschaft 58
4.2.2. Kapitalgesellschaften 59
4.2.2.1. Die Aktiengesellschaft 60
4.2.2.2. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung 61
4.2.3. Mischformen 63
4.3. Die Auswahl der geeigneten Rechtsform 57
4.4. Rechtsformumwandlung 80
4.5. Gesellschaftsvertrag und Unternehmenssatzung 83
5. FINANZIERUNGSMÖGLICHKEITEN 87
5.1. Begriffsklärungen und -abgrenzungen 88
5.2. Grundlagen und Voraussetzungen für die Eröffnung von Finanzierungsquellen 90
5.2.1. Finanzielles Gleichgewicht und Kapitalstrukturplanung 91
5.2.1.1. Das Wesen der Finanzierungsregeln 96
5.2.1.2. Die vertikale Kapitalstrukturregel 98
5.2.1.3. Die horizontalen Kapital- und Vermögensstrukturregeln 102
5.2.1.4. Beurteilung der Finanzierungsregeln 105
5.2.2. Finanzanalyse durch Finanzierungskennzahlen 106
5.2.3. Methoden dynamischer Finanzanalyse 110
5.3. Finanzierungsarten 111
5.3.1. Interne Finanzierung 111
5.3.2. Externe Finanzierung 115
5.3.2.1. Langfristige Fremdkapitalfinanzierung 115
5.3.2.2. Kurzfristige Fremdkapitalfinanzierung 117
5.3.2.3. Alternative Fremdfinanzierungsmöglichkeiten 118
5.3.2.4. Eigenkapitalfinanzierung 123
5.3.2.5. Going Public 126
5.3.3. Abwägung der Finanzierungsarten und -formen 139
6. STAATLICHEMITTELSTANDSPOLITIK 149
6.1. Nachfrageorientierte staatliche Mittelstandspolitik 150
6.2. Angebotsorientierte staatliche Mittelstandspolitik 152
7. ZUSAMMENFASSUNG 157
III. Anhang 162
IV. Literaturverzeichnis 170
V. Eidesstattliche Erklärung 186

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