Einleitung:
Das Internet löst in Deutschland derzeit dramatische Veränderungen im geschäftlichen und privaten Bereich aus. Es ist auch der Auslöser eines Gründungsbooms, der auf allen Stufen der internetbasierten Wertschöpfungskette stattfindet. Während vor einigen Jahren Innovationen im Medien- sowie im Informations- und Kommunikationsbereich vorwiegend von großen Unternehmen hervorgebracht wurden, spielen heute zunehmend neu gegründete Unternehmen in diesem Bereich eine entscheidende Rolle. Dabei hängt der Erfolg von der raschen Umsetzung der Geschäftsidee sowie der Nutzung des Internets als Distributionskanal ab. "Denn am Ende gewinnt der schnellere Läufer und nicht der mit den besseren Schuhen!".
Die rasante Entwicklung lässt ständig neue Geschäftsformen entstehen und die aus diesen Geschäftsformen hervorgehenden Start-ups weisen häufig gravierende Veränderungen der traditionellen Unternehmensphilosophien und Spielregeln auf. Durch den Einfluss des Internets zeichnet sich in der deutschen Medien- und IuK-Branche die Entstehung einer neuen "Gründungsökonomie" ab. Bestehende Grundsätze eines langsamen und kontinuierlichen Geschäftsaufbaus sind nur noch beschränkt anwendbar. Die möglichst schnelle Umsetzung einer Geschäftsidee und die damit verbundene rasche Marktdurchdringung stellt für das Management eine große Herausforderung dar und erfordert eine Menge Kapital. Neben sehr guten Managementqualitäten und einer ausreichenden Finanzierung spielt die Bildung von Kooperationen eine wichtige Rolle, um Synergiepotentiale auszunutzen und so qualitativ hochwertige Leistungen anbieten zu können, neue Marktsegmente zu erschließen und Standards durchzusetzen. Aufgrund der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt für qualifiziertes Personal im IT-Bereich gewinnt das Personalmanagement zunehmend an Bedeutung. Der Erfolg dieser Start-ups hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, talentierte Mitarbeiter zu rekrutieren, ihre Leistungsfähigkeit sowie ihre Leistungsbereitschaft zu erhöhen und sie langfristig an das Unternehmen zu binden.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, theoretisch und empirisch die Besonderheiten und Problemfelder von Start-up-Unternehmen in der deutschen Medienbranche aufzuzeigen und darauf aufbauend mögliche Problemlösungen darzulegen.
Gang der Untersuchung:
Um dieses Ziel zu erreichen folgt diese Arbeit einer deduktiven Vorgehensweise. Während zunächst theoretische Grundlagen erarbeitet wurden, folgten anschließend Interviews mit Experten aus Start-up-Unternehmen der deutschen Medienbranche, um das anfänglich aufgestellte Theoriemodell zu überprüfen.
Diese Arbeit ist in fünf Kapitel unterteilt. Die Einleitung (Kap. 1) soll dem Leser einen Überblick über das Thema geben sowie ihm die Problemstellung und die Schwerpunkte dieser Arbeit näher bringen.
Im Grundlagenteil (Kap. 2) werden zunächst die zentralen Begriffe "Start-up-Unternehmen" und "Medienbranche" definiert, die Motive für Unternehmens-gründungen in der deutschen Medienbranche dargestellt und besonders die Rolle des Internets als Motor der derzeitigen Gründungswelle hervorgehoben. Außerdem werden die Konkurrenzvorteile von Start-ups gegenüber etablierten Unternehmen erarbeitet und die Bedeutung der Etablierung von Branchenstandards betont. Daran anschließend wird ein idealtypisches Modell vorgestellt, das den Werdegang eines Start-ups von der Geschäftsidee bis hin zum etablierten Unternehmen beschreibt.
Im Theoriemodell (Kap. 3) werden die möglichen Finanzierungsquellen eines Start-ups behandelt und bezüglich ihrer Eignung untersucht, die Problembereiche und Besonderheiten des Managements diskutiert und die Bedeutung möglicher Organisationsformen beleuchtet. Schließlich wird näher auf die Gestaltung einiger Anreizsysteme eingegangen und deren Wirksamkeit hinterfragt.
Im empirischen Teil dieser Arbeit (Kap. 4) werden drei deutsche Internet-Start-ups, die SGH mbH, AOL Europe und das LYCOS Europe Network, auf die Themenbereiche des Theoriemodells hin untersucht. Dabei soll das Theoriemodell bestätigt und eventuell verbessert werden.
In der Schlussbetrachtung (Kap. 5) werden die Ergebnisse zusammengefasst und mit einem Ausblick auf künftige Entwicklungen verbunden.
Inhaltsverzeichnis: