Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Industrie / Produktion Automobilindustrie

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Titel Theoretische Analyse von "Outsourcing"-Entscheidungen in der Automobilindustrie
Untertitel
AutorIn Michael Schumacher
Seiten 143 Seiten
Hochschule Universität zu Köln Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1995
Note 1,3
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91000431
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Wettbewerbssituation in einer Vielzahl von Branchen wurde in den vergangenen Jahren von dynamischen und turbulenten Entwicklungen geprägt, die sich in Form rascher technologischer Änderungen, wachsenden Globalisierungstendenzen und dem Zwang zur Effizienzsteigerungen in der Wertschöpfungskette ausdrückt. In besonderem Maße trifft dies auch für die Automobilindustrie zu.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die klassische Make-or-Buy-Problematik unter dem Stichwort "Outsourcing" zunehmend an Bedeutung. Zur Lösung des Gestaltungsproblems werden in der wissenschaftlichen Theorie vor allem traditionelle produktionskostenorientierte Überlegungen, der Transaktionskostenansatz sowie der Ressourcenorientierte Ansatz (respektive der Kernkompetenzenansatz) diskutiert.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, kritisch zu untersuchen, inwieweit diese Theoriebeiträge dazu geeignet sind, Grundlagen zu schaffen, anhand derer unterschiedliche Fertigungstiefen und darauf aufbauend die Effizienz alternativer Grenzen der Unternehmung beurteilt werden kann. Weiterhin sollen Chancen und Risiken von Auslagerungsentscheidungen diskutiert werden. In Anbetracht des aktuellen "Outsourcingbooms" in der Automobilindustrie wird die Frage nach langfristiger Strategie oder 'kurzfristigem Modetrend' gestellt. Die Praktiken westlicher Hersteller werden daraufhin kritisch überprüft.

Die Verschärfung des Wettbewerbs, insbesondere die Konkurrenz japanischer Anbieter, hat bei den Automobilherstellern dazu geführt, ihre strategische Grundausrichtung zu überdenken. Viele Unternehmungen reduzieren gegenwärtig, beeinflusst durch die Diskussion um Lean-Management-Konzepte, die innerbetriebliche Wertschöpfung. Im Hinblick auf die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit wird dabei die Konzentration der Unternehmenstätigkeit auf die Kernkompetenzen betont.

Aktuelle Entwicklungstendenzen in der Automobilindustrie, insbesondere in der deutschen Autoindustrie, lassen einen eindeutigen Trend erkennen:

Die Fertigungstiefe wird drastisch reduziert, bei gleichzeitiger Verringerung der direkten Zulieferer.

Die damit verbundene Verlagerung von Aktivitäten auf eine geringere Anzahl an Zulieferern führt folglich zu einer intensiveren Form der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit. Die Beziehungen zwischen Herstellern und Zulieferern entwickeln sich dabei nach japanischem Vorbild zunehmend zu langfristig ausgerichteten partnerschaftlichen Beziehungen, sogenannte 'Wertschöpfungspartnerschaften', in denen seitens der Hersteller ständig höhere Anforderungen an die spezialisierten Zulieferer gestellt werden. Zu nennen sind hier Qualitätssicherung, Forschung und Entwicklungsleistungen sowie Just-in-Time-Belieferung.

Gang der Untersuchung:

Der Erfolg fernöstlicher Hersteller ist insbesondere auf die Gestaltung des Zuliefersystems und der Hersteller-Zulieferer-Beziehungen zurückzuführen. Ausmaß und Ursachen der Wettbewerbsvorteile sollen dazu herausgearbeitet werden, bevor anschließend die Darstellung der Anpassungsstrategien westlicher Hersteller folgt (Kapitel 2).

Die theoretische Analyse der Auslagerungsentscheidungen in der Automobilindustrie ist das Thema der vorliegenden Arbeit.

In einem ersten Schritt soll zunächst (Kapitel 3) die Gestaltung der Fertigungstiefe auf der Grundlage produktionskostenorientierter Überlegungen analysiert werden. Im Mittelpunkt stehen hier kostenrechnerische Verfahren, die grundsätzlich einen statischen Kostenvergleich zwischen den Vollkosten des Fremdbezugs und den besonders abzugrenzenden entscheidungsrelevanten Kosten der Eigenfertigung darstellen. Die Ermittlung entscheidungsrelevanter Kosten bildet somit den Schwerpunkt kostenrechnerischer Verfahren.

In einem weiteren Schritt (Kapitel 4) wird der Transaktionskostenansatz als theoretischer Bezugsrahmen eingeführt. Diese leistet im Kern einen Kostenvergleich alternativer Koordinationsformen. Der Ansatz zielt darauf ab zu bestimmen, welche Arten von Transaktionen in welchen unterschiedlichen Koordinationsformen relativ am günstigsten abgewickelt werden können. Nach seiner Darstellung ist nun zu prüfen, ob sich die festgestellten Integrationsbestrebungen in der Automobilindustrie auf die Annahmen des Transaktionskostenansatzes zurückführen lassen.

Der Kernkompetenzenansatz als dritte Perspektive (Kapitel 5) führt zu langfristig ausgerichteten Überlegungen unter Berücksichtigung der internen Erfolgspotentiale einer Unternehmung. Im Hinblick auf die Realisation der angemessenen Unternehmensgröße und den damit verbundenen Strukturierungsmaßnahmen soll danach eine organisatorische Ausrichtung der Unternehmensstrukturen an die vorhandenen bzw. noch aufzubauenden Fähigkeiten erfolgen.

Wettbewerbsstrategische Implikationen ergeben sich unter Kompetenzgesichtspunkten auch für vertikale Integrationsbestrebungen. Ob sich aktuelle Entwicklungstendenzen der Automobilhersteller durch die Strategie- bzw. Handlungsempfehlungen der Kernkompetenzenperspektive bestätigen lassen, soll an dieser Stelle geklärt werden.

Abschließende Überlegungen (Kapitel 6) führen zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der in Kapitel 2.2 festgestellten Tendenz zur Reduzierung der Fertigungstiefe. Dabei soll vor allem die "Kehrseite" der "Leankonzepte" betont werden. Der gegenwärtig zu beobachtende "Outsourcingboom" westlicher Automobilhersteller führt zu der Frage, ob bzw. inwiefern deren Entscheidungen auf der Grundlage langfristiger, strategischer Überlegungen getroffen werden, oder ob es sich hier vielmehr um theoretisch ungenügend fundierte Maßnahmen, quasi einen 'Modetrend' zur Verbesserung der kurzfristigen Kostensituation handelt. Diese provokative Annahme soll nun vor dem Hintergrund der aus der theoretischen Analyse von "Outsourcing"-Entscheidungen gewonnenen Ergebnisse überprüft werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
1. Aufgabenstellung und Vorgehensweise 1
2. Entwicklungen in der Automobilindustrie unter besonderer Berücksichtigung des vertikalen Integrationsgrades 4
2.1 Historische Entwicklungen in der Automobilindustrie 5
2.1.1 Handwerk 5
2.1.2 Massenproduktion 6
2.1.3 Lean Production 10
2.2 Situationsanalyse und aktuelle Entwicklungstendenzen der deutschen Automobilindustrie 21
2.2.1 Veränderte Wettbewerbsbedingungen für die Automobilindustrie 22
2.2.2 Wettbewerbsposition deutscher Automobilhersteller 26
2.2.3 Anpassungsmaßnahmen der Automobilhersteller und Zulieferer 31
2.2.3.1 Verringerung der Fertigungstiefe 31
2.2.3.2 Verringerung der Anzahl direkter Zulieferer 34
2.2.3.3 Qualitätssicherungsmaßnahmen der Zulieferer 37
2.2.3.4 Just-in-Time-Beschaffung 38
2.2.3.5 Transfer von Entwicklungs-Know-how 40
2.3 Schlussbetrachtung 43
3. Produktionskostenorientierte Überlegungen zur "Outsourcing"-Entscheidung 46
3.1 Kostenrechnerische Verfahren 47
3.1.1 Kurzfristige Entscheidungen 47
3.1.2 Langfristige Entscheidungen 48
3.2 Handlungs-/Strategieempfehlungen 51
3.3 Anwendungsmöglichkeiten in der Automobilindustrie 52
3.4 Kritische Würdigung 54
4. Transaktionskostentheoretische Analyse der Fertigungstiefenoptimierung 56
4.1 Entstehung und Zielsetzung des Transaktionskostenansatzes 56
4.2 Grundlagen der Transaktionskostentheorie 57
4.2.1 Verhaltensannahmen 57
4.2.1.1 Begrenzte Rationalität 57
4.2.1.2 Opportunismus 58
4.2.2 Transaktionskostenarten 58
4.2.2.1 Ex-ante-Transaktionskosten 59
4.2.2.2 Ex-post-Transaktionskosten 59
4.2.3 Eigenschaften und Einflussgrößen von Transaktionen 59
4.2.3.1 Spezifität 59
4.2.3.2 Unsicherheit 62
4.2.3.3 Häufigkeit 62
4.2.4 Institutionelle Arrangements als Koordinationsformen 63
4.2.4.1 Marktliche Koordination 64
4.2.4.2 Hybride 64
4.2.4.3 Hierarchische Koordination 65
4.3 Handlungs-/Strategieempfehlungen des Transaktionskostenansatzes 66
4.4 Empirische Untersuchungen der Hypothesen 68
4.5 Vergleich mit den Entwicklungen in der Automobilindustrie 70
4.6 Kritische Würdigung 81
5. Der "Resourced Based View" als unternehmensstrategischer Ansatz zur Gestaltung der Fertigungstiefe 86
5.1 Der ressourcenorientierte Ansatz als statische Betrachtungsweise 87
5.1.1 Begriffsklärung 87
5.1.1.1 Ressourcen 87
5.1.1.2 Wettbewerbsvorteile 88
5.1.2 Annahmen und Grundaussagen des Ansatzes 88
5.1.2.1 Ressourcenheterogenität 89
5.1.2.2 Unvollständige / nicht existierende Faktormärkte 89
5.1.2.3 Merkmale strategischer Ressourcen 90
5.2 Das Kernkompetenzenkonzept als dynamischer Ansatz 93
5.2.1 Grundbegriffe des Konzeptes 94
5.2.1.1 Fähigkeiten 94
5.2.1.2 Routinen 95
5.2.1.3 Kompetenzen 95
5.2.1.4 Kernkompetenzen 97
5.2.2 Die Grundlagen dynamischer (Kern-) Kompetenzen einer Unternehmung 97
5.2.2.1 Lern- und Innovationsprozesse 98
5.2.2.2 Lernbeeinflussende Faktoren 99
5.2.2.3 Selektive Umweltbereiche 101
5.2.3 Von der Kernkompetenzenperspektive zum Kernkompetenzenansatz des strategischen Managements 101
5.2.4 Handlungs-/Strategieempfehlungen bei Integrationsentscheidungen 104
5.3 Vergleich mit den Entwicklungen in der Automobilindustrie 107
5.4 Kritische Würdigung 108
6. "Outsourcing": Strategie oder "Modetrend" 109
6.1 Gefahren des "Outsourcing" 109
6.1.1 Kurzfristiger Planungshorizont 110
6.1.2 Defensives "Outsourcing" 111
6.1.3 Die "Outsourcingspirale" 112
6.2 "Outsourcing" als Strategie 114
6.2.1 Langfristige, strategische Perspektive 114
6.2.2 Offensives "Outsourcing" 114
6.3 Zusammenfassende Ergebnisse 116
6.3.1 Aussagen der Theoriebeiträge 116
6.3.2 Abschließende Beurteilung von "Outsourcing"-Maßnahmen 119

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