Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Volkswirtschaft Makroökonomik Finanzwissenschaft

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Titel Steuerhinterziehungsmodelle
Untertitel
AutorIn Ralf Münstermann
Seiten 54 Seiten
Hochschule Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1995
Note 1,7
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 95000471
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

In Zeiten häufiger Steuererhöhungen und der zusätzlichen Erhebung eines Solidarzuschlags werden von den Steuerzahlern immer mehr Möglichkeiten der Steuervermeidung oder gar Steuerhinterziehung ausgenutzt, um die persönliche Steuerlast zu senken. Um diese Tatsache genauer zu untersuchen, sind zwei Ansätze denkbar:

Zunächst könnte man von dem tatsächlichen Steuersystem ausgehen und die Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung untersuchen. Dabei würden sich im deutschen Steuerrecht schon zwischen den verschiedenen Einkunftsarten starke Unterschiede ergeben, denn zum Beispiel Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit werden im Gegensatz zu allen anderen Einkünften auf einer Lohnsteuerkarte dokumentiert und sind somit den Finanzbehörden bekannt. Dies soll hier nicht untersucht werden.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Untersuchung des Risikoverhaltens der Steuerzahler in einem allgemeinen Steuersystem. Dies ist Gegenstand des Kapitels II dieser Arbeit. Das Grundmodell hierzu wurde von Michael G. Allingham und Agnar Sandmo entwickelt und von vielen Autoren erweitert. Es wird in der Regel davon ausgegangen, daß das Einkommen des Steuerzahlers den Finanzbehörden unbekannt ist und er eine Steuererklärung abzugeben hat. Hier kann der Zahler nun weniger angeben als er wirklich verdient hat. Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird seine Erklärung jedoch untersucht und es wird eine Strafe auf den hinterzogenen Betrag verhängt. Es liegt also ex ante eine Entscheidung unter Unsicherheit vor und der Steuerzahler will als rationales Individuum seinen Nutzen maximieren.

Eine weitere Möglichkeit ist ein principal-agent-Modell. Hier wird von Seiten des Staates ein Tarif gesucht, mit dem er möglichst viele Einnahmen hat. Dabei wird berücksichtigt, daß sich die Steuerzahler als Agenten mit ihren Steuererklärungen bzw. Hinterziehungsentscheidungen optimal an den Tarif anpassen. Ein solches Modell wird in Kapitel III dargestellt. Es wurde von Jennifer F. Reinganum und Louis L. Wilde entwickelt und zeigt unter anderem auf, daß es Steuersysteme gibt, bei denen keine Anreize für die Steuerzahler zur Hinterziehung bestehen.

Seit Anfang der 90er Jahre existiert in Deutschland eine Quellensteuer auf Zinsertäge. Diese wurde eingeführt, um die Hinterziehung von Zinseinkommen zu verringern. Inwieweit dieses Wunschergebnis wirklich auftritt, wird in Kapitel IV in einem Modell von Rolf Hagedorn beschrieben.

Wie oben schon erwähnt, gibt es in tatsächlichen Steuersystemen zwischen verschiedenen Einkunftsarten große Unterschiede in der Möglichkeit, Steuern zu hinterziehen. Es gibt auf der einen Seite Bereiche, in denen Hinterziehung nahezu unmöglich ist, wie zum Beispiel bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit im deutschen Steuersystem. Auf der anderen Seite gibt es Bereiche wie zum Beispiel selbständige Tätigkeiten, bei denen Hinterziehung einfacher möglich ist. Young H. Jung, Arthur Snow und Gregory A. Trandel haben ein Modell entwickelt, daß diese Unterschiede darstellt. Dabei wird davon ausgegangen, daß die Steuerzahler die Wahl haben, in welchem der beiden Bereiche sie arbeiten wollen. Dementsprechend ergeben sich dann die Lohnsätze und dadurch die zu zahlenden Steuern, die evtl. hinterzogen werden können. Dieses Modell wird in Kapitel V dargestellt.

Kapitel VI erklärt ein Modell von Frank A. Cowell, das sich ebenfalls mit der Schattenwirtschaft beschäftigt. Hier wird außerdem noch die Arbeitsangebotsentscheidung der Individuen in die Hinterziehungsentscheidung miteinbezogen.

Kapitel VII beschäftigt sich dann noch mit der Frage, inwieweit auch die Steuermoral in der Gesellschaft eine Rolle spielen kann. Es gibt viele Bürger, die den Steuerbehörden gegenüber ehrlich sind und immer ihr tatsächliches Einkommen in ihrer Steuererklärung angeben. Sie tragen also freiwillig ihre volle Steuerlast, auch wenn sie durch Hinterziehung eine höheren persönlichen Nutzen erzielen könnten. Ein Modell von Brian Erard und Jonathan S. Feinstein bezieht diesen ehrlichen Bevölkerungsanteil mit in die Untersuchungen ein und untersucht die Auswirkungen einer Änderung der Steuermoral.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung 1
II. Das Portfolio -Modell 3
1. Einleitung 3
2. Das statische Optimum 3
3. Beeinflussung des Optimums durch Variation der Parameter 4
Exkurs: alternative Strafsteuerbemessung 5
4. Variable Entdeckungswahrscheinlichkeit 6
5. Das dynamische Modell 7
6. Erweiterung des Modells durch einen allgemeineren Tarif 9
7. Die optimale Entdeckungswahrscheinlichkeit 10
III. Ein principal-agent-Modell 12
1. Einleitung 12
2. Struktur des Modells 13
3. Die zufällige Prüfung 14
4. Alternative Prüfstrategie 16
IV. Quellensteuer statt Einkommensteuererklärung 19
1. Einleitung 19
2. Modellgrundlagen 20
3. Optimale Hinterziehung 21
V. Die Größe der Schattenwirtschaft 23
1. Einleitung 23
2. Die Optimierung der Steuerzahler 24
3. Komparativ statische Ergebnisse 25
4. Kritik des Modells 27
VI. Steuerhinterziehung und die Arbeitsangebotsentscheidung 28
1. Einleitung 28
2. Die Optimierung des Arbeitsangebots 28
3. Einzelne Spezialfälle 31
VII. Der Einfluss ehrlicher Steuerzahler 34
1. Einleitung 34
2. Die Hinterziehungsentscheidung 34
3. Grundmodell nur mit unehrlichen Steuerzahlern 35
4. Hinzunahme ehrlicher Steuerzahler 36
VIII Grenzen der theoretischen Analyse 38
Anhang
Literaturverzeichnis

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