Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Medien- und Kommunikationswissenschaften Medien- und Kommunikationswissenschaften Kommunikationstheorie

BESTELLEN

Titel Sozialer Wandel?
Untertitel Implikationen computerbasierter Kommunikation für die Theorie sozialer Systeme
Autorin Verena Rosenkranz
Seiten 94 Seiten
Hochschule Universität Siegen Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2002
Note 1
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 35005391
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

"...und die Welt war nicht mehr wie sie vorher war." Dieser Satz ließ und lässt sich immer wieder auf politische, wirtschaftliche oder gesamtgesellschaftliche Ereignisse und Phänomene anwenden und wird weiterhin angewandt, um deren Konsequenzen in ihrer Relevanz zu betonen. Tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel wird uns auch durch die Einführung und Nutzung des Internets vorhergesagt, kein Gesellschaftsbereich bleibe unberührt, Globalisierung und Individualisierung seien die Prozesse, die unsere (Welt-)Gemeinschaft nun prägen und verändern würden, heißt es in allen Wissenschaftsdisziplinen. Im Wirtschaftssystem hingegen wird das Ende des Internet-Booms spätestens seit den lawinenartigen Konkursmeldungen der Internet-Firmen des Neuen Marktes verkündet.

Doch die Antworten auf die Fragen, worauf sich diese Veränderungen gründen, ob und wenn ja, auf welche Weise sich die Gesellschaft durch die Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ändern wird, fallen recht unpräzise und selten theoretisch fundiert aus.

Nun ist es nicht einfach, sich dem Gegenstand kommunikationswissenschaftlich analytisch zu nähern und ideologisch neutral zu bleiben, zumal die Ansätze in den Medien- und Kommunikationstheorien häufig kulturpessimistisch bzw. -optimistisch gefärbt sind.

Die allgemeine Systemtheorie nach Niklas Luhmann bietet dagegen ein Beschreibungsmodell, das sich wertender Aussagen enthält und durch seinen Universalitätsanspruch gerade neue Entwicklungen und Strukturen zu prüfen vermag. Kommunikation als konstituierendes Element des Sozialsystems Gesellschaft ist nicht nur auf einen reine Informationsvermittlung oder Sozialität erzeugenden Vorgang reduziert, sondern umfasst alle Handlungen in allen Teilsystemen der Gesellschaft.

"Die immanenten Unwahrscheinlichkeiten des Kommunikationsprozesses und die Art, wie sie überwunden und in Wahrscheinlichkeiten transformiert werden, regeln zugleich den Aufbau sozialer Systeme." Da Computernetze aufgrund ihrer Eigenschaften die Voraussetzungen für Kommunikation verändern und somit auch ihre (Un-)Wahrscheinlichkeiten, sind Strukturveränderungen des Sozialsystems Gesellschaft u.a. vom Einsatz computerbasierter Kommunikation ableitbar.

Die grundlegende Frage der Arbeit lautet, ob, und wenn ja wie, Computernetze Kommunikation und damit das soziale System Gesellschaft verändern. Der Versuch, sich dem komplexen Phänomen gesellschaftlichen Wandels qua Medientechnologie systemtheoretisch zu nähern, gliedert sich in drei Hauptkapitel.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Teil dieser Arbeit wird das Internet als Computernetz systemtheoretisch eingeordnet. Es werden die im Blick auf die Fragestellung relevanten Begrifflichkeiten der Systemtheorie vorgestellt. Anschließend (Kap. 1.2) werden die unterschiedlichen Arten von Kommunikationsmedien kurz charakterisiert und hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Wirkung eingeordnet, um vor dem Hintergrund dieser Definitionen eine Typisierung von Computernetzen zu versuchen (Kap. 1.3). Dabei geht es um die Frage, ob Rechnernetze den Verbreitungsmedien im Sinne Luhmanns zuzurechnen sind, bzw. welche besonderen Eigenschaften sie im Vergleich zu den "alten" Medien aufweisen. Neben der Einordnung von Computernetzen innerhalb der Gesellschaft und ihrer Funktionssysteme (Kap. 1.4.) werden auch die Kopplungen von System und Umwelt am Beispiel von Computern bzw. -netzen behandelt.

Im zweiten Abschnitt der Arbeit werden wir auf die gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen eingehen, die sich aus der wachsenden Nutzung von elektronischen Kommunikationsnetzen ergeben. Im Fokus stehen hier die Veränderungen der Kommunikationsparameter und deren Folgen für das Sozialsystem, sowie der sich daran knüpfende kulturelle Wandel.

Ausgehend von einer entwicklungsgeschichtlichen Betrachtung von Kommunikationsmedien und Gesellschaft (Kap. 2.1) werden wir die gesellschaftlichen Veränderungen im Bereich der Massenmedien analysieren (Kap. 2.2) und anschließend die Virtualisierung der Kommunikation behandeln (Kap. 2.3). Dabei gehen wir auf den Unterschied zwischen rechnergestützter und rechnergenerierter Kommunikation ein bzw. auf die Frage, ob Rechner an Kommunikation teilnehmen und sie reproduzieren können, also auf welchen Prämissen Kommunikation basiert (Kap. 2.3.1). Die Rolle der Computertechnik als Umwelt von Kommunikation wird in Kapitel 2.3.3 erläutert, um im Folgenden zwischen verschiedenen Systemformen, die Computernetze theoretisch einnehmen können, und deren Implikationen zu unterscheiden.

In Kapitel 2.4 werden wir uns mit den Auswirkungen befassen, die computerbasierte Kommunikation auf die Reproduktion der heutigen Gesellschaft hat. Zum einen ist hierbei die gesellschaftliche Selbstbeobachtung zu berücksichtigen, zum anderen geht es um relevante Faktoren der Wahrscheinlichkeit der Kommunikation, die sich durch den Computereinsatz wandeln. Dabei werden wir auf die Veränderung zu sprechen kommen, die im Bereich der Komplexität und des Wirklichkeitskonzepts entstehen und auch eine Veränderung innerhalb der bestehenden Orientierungshilfen erfordern. Kapitel 2.5 wird sich mit den Strukturverschiebungen in der Gesellschaft befassen, die der Einsatz von Computertechnologien in der Kommunikation nach sich ziehen kann und die in Ansätzen bereits zu beobachten sind.

Im abschließenden Kapitel 3 fassen wir die wichtigsten Ergebnisse zusammen und resümieren sie vor dem systemtheoretischen Hintergrund.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGEN IV
SOZIALER WANDEL? IMPLIKATIONEN COMPUTERBASIERTER KOMMUNIKATION FÜR DIE THEORIE SOZIALER SYSTEME 5
ZUR BEGRÜNDUNG DES VORGEHENS 5
GANG DER UNTERSUCHUNG 6
1. COMPUTERBASIERTE KOMMUNIKATION IN SOZIALEN SYSTEMEN 7
1.1 ZUM SYSTEMTHEORETISCHEN KOMMUNIKATIONSBEGRIFF 7
1.1.1 System und Umwelt 7
1.1.2 Gesellschaft und Kommunikation 8
1.1.3 Handlungen 10
1.1.4 Medium und Form 11
1.1.5 Zur Anschlussfähigkeit von Kommunikation 11
1.2 KOMMUNIKATIONSMEDIEN 12
1.2.1 Verbreitungsmedien 12
1.2.2 Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien 14
1.2.3 Zusammenfassung: Kommunikationsmedien 15
1.3 COMPUTERNETZE 15
1.3.1 Der Computer als Universalmaschine 16
1.3.2 Computernetze als Verbreitungsmedien 18
1.3.3 Eigenschaften von Computernetzen 20
1.4 DIE POSITIONIERUNG VON COMPUTERNETZEN INNERHALB DES GESELLSCHAFTSSYSTEMS 26
1.4.1 Computer als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien? 26
1.4.2 Computer als Bestandteile der Technik 29
1.5 KOPPLUNGEN VON SYSTEM UND UMWELT 29
2. GESELLSCHAFTLICHE KONSEQUENZEN 31
2.1 ZUR CO-EVOLUTION VON KOMMUNIKATIONSMEDIEN UND GESELLSCHAFT 32
2.2 ZUR SUBSTITUTION VON MASSENMEDIEN DURCH COMPUTERNETZE 36
2.3 ZUR VIRTUALISIERUNG VON KOMMUNIKATION 38
2.3.1 Rechner-Kommunikation 40
Das Verhältnis von Computer und Bewusstsein 40
Doppelte Kontingenz 44
ELIZA, ein Beispiel für Rechner-Kommunikation? 47
Sinn 49
2.3.2 Computertechnik 53
2.3.3 Computernetze als System 56
2.3.4 Computersysteme im Gesellschaftssystem 59
2.4 ZUR REPRODUKTION DER POSTMODERNEN GESELLSCHAFT 61
2.4.1 Gesellschaftliche Selbstbeobachtung im Zeitalter der Computernetze 61
2.4.2 Zur Wahrscheinlichkeit von computerbasierter Kommunikation 64
Komplexität 64
Virtualität und Wirklichkeit 65
Virtuelle Orientierungen 70
2.5 STRUKTURELLE VERÄNDERUNGEN IN DER GESELLSCHAFT 74
3. SCHLUSSBETRACHTUNG: WAS COMPUTERBASIERTE KOMMUNIKATION VERÄNDERN KANN 77
LITERATUR 81

BESTELLEN