Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Marketing / Absatzwirtschaft Marketing / Absatzwirtschaft allgemein

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Titel Humor in der Werbung
Untertitel Eine exemplarische Untersuchung der deutschen Fernsehwerbung
AutorIn Ricarda Maresch
Seiten 120 Seiten
Hochschule Bayerische Hochschule Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1996
Note 1
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90000062
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

Fragt man einen x-beliebigen Menschen auf der Straße, wie er deutsche Werbung findet, so wird er mit Sicherheit etwa so antworten: "Langweilig und humorlos". Vor allem unsere Fernsehwerbung hat in der Bevölkerung einen denkbar schlechten Ruf Aus der Sicht der Werbungtreibenden und der Agenturen birgt der Humor gleichermaßen Chancen und Gefahren für die Wirkung der Werbung und das Image der Produkte. Einige verbreitete Vorurteile machen hier systematische Forschung notwendig.

Bei dem Versuch den Humor greifbar zu machen, während dieser mir häufig wie ein Stück Seife aus der Hand gerutscht ist, stellte ich mir folgende Fragen: Worüber wird in humorvoller Werbung überhaupt gelacht? Und inwiefern steht der Humor in einem Zusammenhang mit der Werbebotschaft? Kann der Humor hier außer der Unterhaltung noch weitere kommunikative Funktionen, wie z.B. Aktivierung der Wahrnehmung, ausüben?

Es geht also um die Wirkungszusammenhänge von Humor und Werbung, und diese sollen hier mangels einer einheitlichen Theorie im Hinblick auf Zielgruppen (nach Alter und Geschlecht), Produktarten (technische Produkte, Neueinführungen, Tabubereiche) und spezielle Werbebotschaften (Sicherheit, Qualität, Attraktivität, Erotik usw.) kategorisiert und untersucht werden. Nach einem Abriß der für diese Arbeit nützlichen Humortheorien und einer Darstellung der kommunikativen Anforderungen an den Werbespot folgen zunächst die Ergebnisse aus einer Sekundäranalyse (GfK-Digi*base) zu den Häufigkeiten der Verwendung von Humor im Zusammenhang mit Produktgattungen und Werbebotschaften. Diese Analyse wurde vergleichend für die Zeiträume Oktober '94 bis September '95 und Okt. '95 bis Sept. '96 durchgeführt. Dabei ergab sich z.B., daß der Humoranteil in der deutschen Fernsehwerbung in beiden Jahren gleichbleibend bei etwa 30% lag. Während im Produktbereich Gesundheit/Pflege mit 14% am wenigsten Humor verwendet wird, liegt der Bereich Ernährung mit 45% an der Spitze der Humorwerbung.

Aus weiteren signifikanten Ergebnissen der Auszählung habe ich 28 einzelne Werbespots ausgewählt, die im Schlußteil der Arbeit in Bezug auf Humor und insbesondere im Hinblick auf die Aktivierungsfunktion desselben interpretiert werden. Diese Interpretationen erfolgen anhand eines zuvor erstellten Idealtypus. 14 der ausgewählten Spots sind aus dem Bereich der Getränkewerbung, da anhand dieser, wie sich herausgestellt hat, am besten die Frage nach dem zielgruppenspezifischen Humor untersucht werden kann. Die Untersuchung ergibt, daß Humor, der in einem sinnvollen Zusammenhang mit dem Produkt steht und außerdem mit intellektuellen Verschiebungen arbeitet, durchaus eine nützliche Funktion für das Lernen von Werbebotschaften haben kann. Dies ist jedoch nur möglich, wenn vorher für das Produkt ein praktischer Nutzen festgelegt wurde, d.h. wenn sich über das Produkt eine klare Aussage machen läßt. Die meisten Beispiele aus der Getränkewerbung zeigen dagegen deutlich, daß der Humor für sogenannte "me-too"-Produkte ohne klaren Vorteil nur unterhaltende oder emotionale Funktion haben kann.

Im Anhang befinden sich fünf Tabellen mit den Ergebnissen aus der Sekundäranalyse. Desweiteren liegt der Arbeit eine Videokassette mit den untersuchten Spots bei. Die Interpretationen sind jedoch auch ohne die Kassette verständlich.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 5
Teil A: Der Forschungsrahmen
1. Humor in der Werbung - praktisch und theoretisch 10
1.1 Stimmen aus der Praxis 10
1.1.1 Über die 'Angst vor dem Clown' 10
1.1.2 Bisherige Definitionsversuche und Argumente für und gegen die Verwendung von Humor 11
1.1.3 Und immer wieder der Ruf nach Zurückhaltung 13
1.1.4 Der neidvolle Blick nach England 14
1.1.5 Kurz zusammengefaßt 15
1.2 Der Stand der Dinge in den Wissenschaften 15
1.2.1 Ergebnisse amerikanischer Forschung 15
1.2.1.1 Wirkung von Humor auf die verschiedenen Kommunikationsziele 16
1.2.1.2 Produktbezug und Humorformen 17
1.2.1.3 Derzeitige Forschungslücken 19
1.2.2 Und weiter hinten: die deutsche Forschung 20
1.2.2.1 Spieker: Humor und Werbewirkung 20
1.2.2.2 Sperber: Bedeutung und Ausprägungen des Humors in der Werbung 21
2. Grundlegendes über Werbung 23
2.1 Klassische Werbung allgemein 23
2.1.1 Definition und Funktion 23
2.1.1.1 Produkte, Botschaften und Zielgruppen 24
2.1.1.2 Die Positionierung 25
2.1.2 Was kann Werbung erreichen? - Psychologische Beeinflussungen 26
2.1.2.1 Die Aktivierung als offensive Methode der Beeinflussung 27
2.1.2.2 Defensive Reaktanzvermeidung 28
2.1.2.3 Erste Auswertung: Humor zur Aktivierung und Unterhaltung 28
2.1.3. Werbung unter ästhetischen Gesichtspunkten 29
2.1.3.1 Komische Inkongruenzen als ästhetische Erfahrung 30
2.1.3.2 'Schönheit' in der Werbung 31
2.2 Werbung im Fernsehen 32
2.2.1 Verweigerung per Fernbedienung: Zur Situation der Fernsehwerbung 32
2.2.2 Gelächter im Kabel: Humor in Werbung und Programm 33
2.2.3 Die Welt in 30 Sekunden: Der gute Werbespot 35
2.2.3.1 Gestaltungsaspekte 36
2.2.3.2 Vor dem guten Spot: Die gute Idee 37
2.2.4 Werbetechniken 38
2.2.4.1 Die Verschiebung 38
2.2.4.2 Die rhetorische Ironie 39
2.2.4.3 Der Idealtypus: Nikotinell TTS 42
3. Über den Humor 44
3.1 Was ist Humor? 44
3.2. Das Lachen als Reaktion auf intellektuelle oder psychische Inkongruenz 46
3.3. Entwicklung und Ausprägungen des Humors und des Lachens 48
3.3.1 Kinderlachen 48
3.3.2 Humor im Kampf gegen das Erwachsenwerden 50
3.3.3 Gebißgeklapper 52
3.3.4 Der Kampf der Geschlechter 53
3.3.5 Zur Subjektivität von Humor 56
3.3.6 Zwischen Lachen und Weinen 58
3.4 Humor als sozialer Funktionsträger in der Kommunikation 58
3.5 Fazit: Humor in der Werbung - nach was wird gesucht? 60
Teil B: Zahlen, Analysen und Interpretationen
4. Eine kleine Empirie 63
4.1 Was ist die GfK-Digi*base? 63
4.2 Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung in Bezug auf die 'Humorfrage' mit Hilfe der Digi*base 64
4.3 Einige Ergebnisse 65
4.3.1 Zu den Produktgruppen 65
4.3.2 Zu den Produktversprechen 68
5. Der Durst der Deutschen: Humorunterschiede in einigen demographischen Zielgruppen am Beispiel der Getränkewerbung 70
5.1 Altersspezifische Unterschiede in der Ansprache durch Humor 71
5.1.1 Zielgruppe: Kinder (Punica, Sprite) 71
5.1.2 Zielgruppe: Jugendliche (La Bamba Fruit 'n Fun, Flying Horse) 73
5.1.3 Zielgruppe: Ältere Menschen (Bommerlunder, Clausthaler) 76
5.2 Geschlechtspezifische Unterschiede in der Ansprache mit Humor 79
5.2.1 Zielgruppe: Männer (Karlsberg, Holsten, Icebreaker) 79
5.2.2 Zielgruppe: Frauen (Eckes, Coca Cola Light, Nescafé Cappucchino) 82
5.3 Beispiele britischer Getränkewerbung, bei uns auf MTV zu sehen (Sunkist, Lucozade) 84
5.4 Fazit 86
6. Produkte und Botschaften 88
6.1 Produkte, bei denen die Verwendung von Humor problematisch erscheint 88
6.1.1 Neueinführungen (Alberto, Audi-A4) 88
6.1.2 Erklärungsbedürftige Produkte (Electrolux, Sony-Handycam) 90
6.1.3 Tabubereiche und Problemzonen (Riopan, Camelia) 91
6.2 Zusammenhang zwischen der Verwendung von Humor und der Werbebotschaft 93
6.2.1 Produktbezogene Versprechen 93
6.2.1.1 Sicherheit/Seriösität (Citroen, Commerzbank) 93
6.2.1.2 Premium-Qualität/Gehobener Lebensstil (Audi-A4, Henkell Trocken) 95
6.2.2 Konsumentenbezogene Versprechen 97
6.2.2.1 Schönheit/Attraktivität (Ultrabra Perfection, Betty Barclay) 97
6.2.2.2 Erotik (Athena, Axe) 98
6.3 Fazit 100
Abschließende Zusammenfassung und Ausblick 102
Bibliographie 105
Anhang: 112
Tabelle 1: Anzahl an Erstausstrahlungen insgesamt und Anteil der "Humor"-codierten Spots im Zeitraum Oktober '94 bis September '96 112
Tabelle 2: Anzahl der Erstausstrahlungen in 13 Produktbereichen im Vergleich der Zeiträume 10/94 - 9/95 und 10/95 - 9/96 113
Tabelle 3: Anzahl der Erstausstrahlungen bei den Produktfamilien im Bereich "Getränke" 114
Tabelle 4: Anzahl der Erstausstrahlungen in ausgewählten Produktbereichen 115
Tabelle 5: Anzahl der Codierungen nach "Hauptaussage" in Zusammenhang mit der Codierung "Humor" 116

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