Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Steuerlehre / Steuerrecht

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Titel Zur kombinierten Nutzung von internationalem Steuergefälle und sozialrechtlichen Regelungen
Untertitel
AutorIn Claus-Dieter Schreier
Seiten 93 Seiten
Hochschule Universität Konstanz Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 1997
Note 1,3
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90000664
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Das 20. Jahrhundert wird als das Jahrhundert der Globalisierung bezeichnet. Global agierende Unternehmen sind dabei nicht auf einen einzigen Standort mit seinen Vor- und Nachteilen angewiesen. Im internationalen Vergleich hat der Standort Deutschland weniger an Qualität verloren, als vielmehr andere Standorte an Qualität zugelegt haben. Die Unternehmen sind in der Standortwahl der Produktionsstätten flexibel. Der Wettbewerb unter Produzenten und Lieferanten ist damit um den Wettbewerb zwischen den Ländern und Regionen um Investoren und Kapital ergänzt und verschärft worden. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Standort rücken Lohnkosten, Lohnzusatzkosten, sowie Steuerbelastung und Subventionen zunehmend in den Mittelpunkt. Gleichzeitig müssen sich die Unternehmen selber vermehrt dem internationalen Wettbewerb stellen und geraten zunehmend unter den Druck anderer global agierender Konzerne. Unter diesem Eindruck findet das internationale Steuergefälle in der optimalen Wettbewerbsstrategie zunehmend Berücksichtigung. Ein klassisches Hochsteuerland wie die Bundesrepublik Deutschland wird dadurch mit einem sinkenden Anteil der Körperschaftsteuer am Gesamtsteueraufkommen konfrontiert. Global Players nutzen ihre Macht, indem sie Investitionen in alte und neue Produktionsstandorte von Steuervergünstigungen abhängig machen und sie nutzen ihr bestehendes, weitverzweigtes Unternehmensnetz zur Steuerminimierung über Ländergrenzen hinweg.

Die Integration der Volkswirtschaften hat eine neue Form des weltweiten Wettbewerbs hervorgebracht. Der globale Kapitalismus zwingt die Unternehmen, zur Erhaltung ihrer Konkurrenzfähigkeit, internationale Kostendifferenzen und globale Standortoptionen zu nutzen. In diesem Umfeld verliert das soziale Sicherungssystem zunehmend als positiver Standortfaktor an Stellenwert. Berührungsängste multinationaler Unternehmen, Sozialsysteme und internationale Sozialgefälle für ihre Zwecke zu nutzen, werden geringer. So stehen in Deutschland die Global Players im Verruf, Exportweltmeister bei Arbeitsplätzen zu sein. Dabei sollen Vorruhestandsregelungen, Arbeitslosengeld und Abfindungen die Auswirkungen mildern, der Abbau von Arbeitsplätzen also "sozial verträglich" gestaltet werden. Indem international agierende Unternehmen ihre Gewinne global zu maximieren suchen, entziehen sie den reichen (Sozial-)Staaten Arbeitsplätze und Steuerleistungen, überlassen die Folgekosten der Arbeitslosigkeit den Sozialversicherungsträgern, und damit indirekt den ohnehin überschuldeten öffentlichen Händen und den privaten Händen der noch Beschäftigten. In Zeiten, wo Hiobsbotschaften am Arbeitsmarkt als Siegesmeldungen an den Börsenplätzen gelten, besteht die Gefahr, vorschnell die Schuldigen bei den Unternehmen auszumachen. Doch diese handeln rational entsprechend den Systemrealitäten und deren festen Grundsätzen und Regeln. Die Ursache der Probleme liegt deutlich tiefer und soll in dieser Arbeit untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Abgrenzung des Themas 1
2. Das internationale Steuergefälle: Globale Steuerminimierung 4
2.1 Multinationale Unternehmen und ihre Besteuerung 4
2.2. Steuerminimierung durch Verlagerung von Gewinnen 4
2.2.1. Begriffsabgrenzung 4
2.2.2. Gewinnverlagerung mit Hilfe von Verrechnungspreisen 5
2.2.2.1. Begriff und Zweck von Verrechnungspreisen 5
2.2.2.2. Problemstellung 5
2.2.2.3. Methoden der Verrechnungspreisermittlung 7
2.2.2.4. Nicht marktkonforme Verrechnungspreise aus steuerlicher Sicht: Verdeckte Gewinnausschüttung und verdeckte Einlage 9
2.2.2.5. Fallbeispiel Verrechnungspreise 11
2.3. Steuerminimierung mit Hilfe von Doppelbesteuerungsabkommen 11
2.3.1. Das Doppelbesteuerungsproblem 12
2.3.2. Ökonomische Wirkungen der Doppelbesteuerung 13
2.3.3. Vermeidung bzw. Milderung der Doppelbesteuerung 13
2.3.3.1. Methoden zur Vermeidung bzw. Milderung der Doppelbesteuerung 13
2.3.3.2. Instrumente zur Vermeidung bzw. Milderung der Doppelbesteuerung 14
2.3.4. Rechtliche Einordnung der Doppelbesteuerungsabkommen 15
2.3.5. Steuerminimierung mit Hilfe von Steueroasen 16
2.3.5.1. Begriff 16
2.3.5.2. Merkmale eines "Tax Havens" 17
2.3.5.3. Fallbeispiel: Steueroase 18
2.3.6. Steuerminimierung mit Hilfe von Basisgesellschaften 20
2.3.6.1. Begriff und Funktion der Basisgesellschaft 21
2.3.6.2. Mittel zur Verschiebung der Gewinne zur Basisgesellschaft 21
2.3.6.3. Aktive Tätigkeit und Hinzurechnungsbesteuerung 22
2.3.6.4. Fallbeispiel: Basisgesellschaft 23
2.3.7. Steuerminimierung mit Hilfe von "Treaty Shopping" 24
2.3.7.1. Begriff des "Treaty Shopping" 24
2.3.7.2. Fallgruppen von "Treaty Shopping" 25
2.3.7.3. Ursachen von "Treaty Shopping" 25
2.3.7.4. Beispiel: "Treaty Shopping" 28
3. Sozialrechtliche Regelungen 30
3.1. Einfluß der Sozialversicherungsabgaben auf Unternehmensentscheidungen 30
3.2. Charakter der Sozialleistungen 31
3.3. Finanzierung der Sozialleistungen 33
3.3.1. Dimensionen 33
3.3.2. Finanzierungsanteile 34
3.3.3. Träger der Belastungen 34
3.3.4. Finanzierungsproblematik 36
3.4. Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch Unternehmen 37
3.4.1. Kurzarbeitergeld 37
3.4.1.1. Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld 37
3.4.1.2. Nutzung von Kurzarbeitergeld durch multinationale Unternehmen 37
3.4.1.3. Kurzarbeitergeld aus der Sicht der Sozialversicherung 38
3.4.2. Vorruhestandsregelungen 39
3.4.2.1. Rechtliche Möglichkeiten der Frühverrentung 39
3.4.2.2. Frühverrentung und Vorruhestandsregelung in der Praxis 40
3.4.2.3. Frühverrentung aus der Sicht der Sozialversicherung 42
4. Zur kombinierten Nutzung von internationalem Steuergefälle und sozialrechtlicher Regelungen 43
4.1. Kombination von Steuergefälle und Sozialleistungen 43
4.1.1. Produktionsverlagerung und Arbeitsplatzexport 44
4.1.2. Betriebsbedingte Kündigung 45
4.1.2.1. Nutzung betriebsbedingter Kündigungen durch multinationale Unternehmen in Kombination zum internationalen Steuergefälle 46
4.1.2.2. Betriebsbedingte Kündigungen aus der Sicht der Sozialversicherung 47
4.1.3. Sozialversicherungsfreie Beschäftigung 47
4.1.3.1. Betriebswirtschaftliche Bedeutung der geringfügigen Beschäftigung 48
4.1.3.2. Nutzung geringfügig Beschäftigter durch multinationale Unternehmen 49
4.1.3.3. Multinationale Unternehmen und Scheinselbständigkeit 50
4.1.3.3. Geringfügig Beschäftigte und Scheinselbständigkeit aus der Sicht der Sozialversicherung 50
4.1.4. Frühverrentung und multinationale Unternehmen 51
4.1.4.1. Nutzung der Frühverrentung durch multinationale Unternehmen 51
4.1.4.2. Kosten der Frühverrentung durch multinationale Unternehmen 52
4.2. Auswirkungen der kombinierten Nutzung auf die Finanzierung des Sozialsystems 53
4.3. Unterschiede in den Nutzungsmöglichkeiten von national und international tätigen Unternehmen und Folgen 54
4.3.1. Nutzungsmöglichkeiten von international tätigen Unternehmen 54
4.3.2. Nutzungsmöglichkeiten von national tätigen Unternehmen 55
4.3.3. Konsequenzen 56
4.4. Gründe für die Nutzung des internationalen Steuergefälles in Kombination mit sozialrechtlichen Regelungen 57
4.4.1. Wettbewerb und Gefangenendilemma 57
4.4.2. Sozialsystem als Standortfaktor 58
4.4.3. Sonderregelungen 60
4.4.4. Wirtschaftliche Konvergenz in der EU 61
4.4.5. Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen 62
4.5. Problemlösungsvorschläge gegen die unangemessene Nutzung des internationalen Steuergefälles und sozialrechtlicher Regelungen 62
4.5.1. Einzelmaßnahmen gegen die unangemessene Nutzung des internationalen Steuergefälles 62
4.5.2. Einzelmaßnahmen gegen die unangemessene Nutzung des Sozialsystems 64
4.5.3. Simultane Maßnahmen gegen die kombinierte Nutzung des internationalen Steuergefälles und des Sozialsystems 65
5. Schlußbemerkung 68
Literaturverzeichnis VII
Anhang 70

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