Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Marketing / Absatzwirtschaft Standortmarketing

BESTELLEN

Titel Indische IT-Unternehmen in Frankfurt a.M.
Untertitel Standortvorteile und Unternehmensnetzwerke (Theorie und empirische Erhebung)
AutorIn Nina Heuer
Seiten 189 Seiten
Hochschule Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2003
Note 1,7
Preis 74,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90006903
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Warum zieht es indische IT-Unternehmen in die Main-Metropole? Welche Standortfaktoren und Netzwerke bietet ihnen Frankfurt a.M., mit welchen Problemen haben Besitzer der Green Card zu kämpfen und wie beurteilen indische IT-Unternehmen die Zukunftsperspektiven der Metropole unter unternehmensbezogenen und persönlichen Gesichtspunkten? Nicht nur die U.S.A. und die wohlhabende Region des Silicon Valley kämpfen seit längerem mit einem "Crash down", auch in Deutschland hat die Konjunkturflaute die "Boomtown" Franfurt einstweilen zum Stillstand gebracht. Wie schlagen sich dennoch indische IT-Unternehmen in einer Zeit, in der massive Steuererhöhungen den Standort Deutschland bedrohen und ausländische Firmen nicht mehr investieren wollen?

Trotz hoher Arbeitslosigkeit werden weiterhin händeringend IT-Experten in Deutschland gesucht. Aus diesem Grund wies Bundeskanzler Gerhard Schröder am 23. Februar 2000 mit der Idee des ",QGHUnets" auf die Dringlichkeit der Anwerbung ausländischer IT-Spezialisten, insbesondere von Indern, hin. Deutschlands wirtschaftliche Zukunft hängt außerdem entscheidend von seiner Attraktivität für internationale Unternehmen ab.

Doch wer hat die indischen IT-Fachkräfte überhaupt gefragt, ob sie nach Deutschland / Frankfurt a.M. kommen möchten? IT-Professionals, die vier bis fünf Jahre Internet-Erfahrung haben, können sich auf der ganzen Welt einen Job aussuchen. Sie müssen nicht unbedingt nach Deutschland gehen. Die vorliegende Arbeit setzt es sich daher zum einen zum Ziel, sowohl den Standpunkt indischer IT-Unternehmen, als auch des einzelnen Green Card Halters hervor zu heben, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen beider zu betonen und die Beweggründe für die Standortentscheidung Deutschlands zu erörtern.

Indische Immigranten trugen im Silicon Valley in hohem Maße zu Export und Reichtum der Region bei. Sie schufen breite und verstrickte lokale sowie globale Netzwerke. Durch die Erhebung indischer IT-Unternehmen Frankfurts soll als zweites Ziel zuerst theoretisch und dann empirisch untersucht werden, ob das Erfolgsbeispiel Silicon Valley annähernd wiederholbar wäre, wie attraktiv Frankfurt im Vergleich zu Silicon Valley ist, welche Standortfaktoren es vorzuweisen hat und ob sich Inder hier ähnlich gut wie in Amerika / Silicon Valley durch entsprechende Netzwerke integrieren können. Daher werden deutsch-indische Beziehungen, sowohl auf Unternehmensebene als auch persönlicher Art, genauer unter die Lupe genommen. Drittens soll diese Arbeit mit Hilfe der durchgeführten Interviews erforschen, wie indische IT-Unternehmen Standortentscheidungen in einer zunehmend globalisierten8 Welt treffen. "Denn "global cities" wie New York, Tokio, London und auch Frankfurt a.M. zeichnen sich durch internationale Konzerne und Organisationen aus." Wer demnach mit den "global players" Schritt halten möchte, muss sich an Märkten behaupten, an denen extremer Wettbewerb herrscht und weltweit Unternehmenssitze eröffnen. Die Globalisierung bewirkt eine Veränderung der Rahmenbedingungen von Wirtschaft und Politik und führt zu einer Neubewertung von Standorten. Internationale Beziehungen nehmen folglich nicht nur stark zu, sondern sie verdichten und vernetzen sich erheblich. Die weltweite Wirtschaftsverflechtung profitiert daher in großem Maße von der Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik, wie z.B. dem Internet und der E-Mail.

Die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen auch Schwellenländern wie Indien neue Chancen. Vor allem standardisierte und klar strukturierte Aufgaben (z.B. das Bearbeiten von Hotline-Anfragen, das Abtippen handschriftlicher Unterlagen etc.) können aus der Ferne für Industrienationen problemlos durchgeführt werden. Viele Firmen holen sich allerdings auch Softwarespezialisten nach Amerika oder Deutschland (z.B. durch die oben erwähnte Green Card), man spricht hierbei von "brain shopping". Denn Indien hat durch exzellente Hochschulen, weit verbreitete Englisch-Kenntnisse und motivierte Experten diverse Vorzüge gegenüber anderen Ländern aufzuweisen.

Schließlich haben sich Schlagworte wie Europäisierung und Globalisierung zu neuen Modewörtern entwickelt und zwingen die Städte, ihre Wirtschafts- und Arbeitmarktpolitik zu überdenken sowie Standort- und Verkehrskonzepte, Flächenpolitik und Standortmarketing den wechselnden Bedürfnissen anzupassen. Im Bezug auf das Standortmarketing Frankfurts wird in dieser Arbeit näher auf die Wirtschaftsförderung Frankfurt eingegangen, die sich u.a. stark um die Anwerbung indischer IT-Unternehmen in die Rhein-Main-Metropole bemüht und an die die meisten der in der Erhebung befragten IT-Manager große Erwartungen stellen. Zusammenfassend besteht, durch die Neuheit der Untersuchung im Frankfurter Raum, das Ziel der vorliegenden Arbeit insbesondere darin, mit Hilfe der Erhebung Eindrücke und Erfahrungsbereichte der indischen IT-Unternehmen zur Standortattraktivität und zu bestehenden Unternehmensnetzwerken in Frankfurt a.M. zu gewinnen, um sie mit den in der Theorie - bisher äußerst spärlich vorhandenen - Informationen zu ergänzen.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 3
2. BESCHREIBUNG DER AUSGANGSSITUATION 5
2.1 SILICON VALLEY 5
2.1.1 Inder, indische IT-Unternehmen und Netzwerke im Silicon Valley 5
2.1.2 Standortvor- und nachteile für (indische) Technologie-Unternehmen im Silicon Valley 10
2.1.3 Regionale und globale ethnische indische Netzwerke im Silicon Valley 12
2.1.4 "Brain drain" versus "brain circulation" 15
2.2 INDIEN 16
2.2.1 IT-Industrie und Stärken des Standortes Indien 16
2.2.2 Bangalore - das "Silicon Valley" Indiens 19
2.2.3 Deutsch-indische Beziehungen 23
2.3 FRANKFURT A.M. 25
2.3.1 "Harte" und "Weiche" Standortfaktoren Frankfurts a.M. und die Stärken und Schwächen der Main-Metropole 25
2.3.2 Software-Industrie und Agglomeration in Frankfurt a.M. (Rhein-Main-Gebiet) 30
2.3.3 Umfrageergebnisse einer IHK-Studie zum Standort Frankfurt a.M. 33
2.3.4 Die deutsche Green Card und die IT-Experten 35
2.3.5 Die Attraktivität des Standortes Deutschlands / Frankfurts für indische IT-Unternehmen 40
2.3.6 Fazit und Vorgehensweise für die spätere Befragung 43
3. THEORIE UND MODELLIERUNG 44
3.1 ALLGEMEINE THEORIEN DER STANDORTWAHL 44
3.1.1 Traditionelle Standortfaktoren und die Standortwahl in der heutigen vernetzten Welt 51
3.1.2 Kriterien der Festlegung von Standortsuchräumen 54
3.2 AGGLOMERATION UND CLUSTER 56
3.3 NETZWERKANSÄTZE IN DER REGIONALENTWICKLUNG 61
3.4 "KREATIVE (INNOVATIVE )MILIEUS" UND "LERNENDE REGION" 67
3.5 RÜCKBLICK UND AUSBLICK FÜR DIE NACHFOLGENDE ERHEBUNG 68
4. PRAXIS 69
4.1 METHODISCHE GRUNDLAGEN 69
4.1.1 Durchführung der empirischen Erhebung 69
4.1.2 Auswahl der zu befragenden indischen IT-Unternehmen 69
4.1.3 Gestaltung des Fragebogens und Operationalisierung der Daten 72
4.2 AUSWERTUNG DER PRAKTISCHEN ERHEBUNG UND VERGLEICHE MIT DER THEORIE 74
4.2.1 Ergebnisse der persönlichen Befragung und Auswertung der Daten 74
4.2.2 Bilanz der evaluierten Standortfaktoren in Frankfurt a.M. 75
4.2.3 Netzwerke indischer IT-Unternehmen in Frankfurt a.M. 97
4.2.4 Schlussbetrachtung 103
4.2.5 Fazit 108
5. SCHLUSSBEMERKUNGEN 111
5.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT 111
5.2 AUSBLICK 113
ANHANG IX
LITERATURVERZEICHNIS LXII

BESTELLEN