Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Ingenieurs- und Technische Wissenschaften Werkstoffwissenschaften

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Titel Konzeptentwicklung und Verifizierung einer Versuchseinrichtung zur werkstück- und werkzeugseitigen Temperaturmessung beim Flachschleifen
Untertitel
AutorIn Detlef Armin Kube
Seiten 111 Seiten
Hochschule Universität Bremen Deutschland
Art der Arbeit Studienarbeit
Abgabe 2002
Note 2,3
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 30007437
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Prozessüberwachung während des Schleifprozesses - das "in-process-monitoring" - gewinnt zunehmend an Bedeutung. Insbesondere direkt in der Kontaktzone zwischen Werkzeug und Werkstück gemessene Prozessgrößen wie z.B. die Schleiftemperaturen haben einen großen Einfluss auf die Werkstückqualität und sind nicht zuletzt für eine wirtschaftliche Prozessgestaltung wichtig.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden werkzeug- sowie werkstückseitig Messketten aufgebaut und die Funktionsnachweise mit Hilfe stationärer Spannungs- und Wärmequellen erbracht. Anschließend wird die Spannungsreihe der eingesetzten Thermoelemente experimentell überprüft und durch die Gegenüberstellung mit den theoretischen Werten der Verstärkungsfaktor des eingesetzten Telemetriesystems ermittelt. Neben der stationären Verifizierung werden Stichversuche beim Flachschleifen durchgeführt und anschließend die Einsetzbarkeit der Versuchseinrichtungen für Kontaktzonentemperaturmessungen im Flachschleifprozess beurteilt.

In der werkzeugseitigen Messkette wird ein Telemetriesystem zur drahtlosen Datenübertragung eingesetzt. Die Vorversuche haben gezeigt, dass dieses System die Datenübertragung aus der Schleifscheibe gewährleistet und die Messwertaufzeichnung ermöglicht. Während der Stichversuche bereitet die rotierende Schleifscheibe mit integriertem Telemetriering ebenfalls keine Probleme bei der Datenerfassung. Die Schleifscheibenspezifikation und der vorliegende Thermoelementeinbau ermöglichten keine Messung der unmittelbaren Kontaktzonentemperatur. Es wurde allerdings durch einen provozierten Werkzeugbruch auf Grund der gewählten Zustellung deutliche Temperatursignale erfasst. Die Versuchsserie bestätigt zudem die in der Fachliteratur genannte Beobachtung, dass die Schleiftemperaturen mit zunehmender Vorschubgeschwindigkeit ansteigen. Werkstückseitig ist die Messwerterfassung durch stationäre Spannungs- und Wärmequellen mit der entwickelten Messkette erfolgreich durchgeführt worden.

Problemstellung:

Die in-process Erfassung der in der Kontaktzone herrschenden Temperaturen sowie die Aufzeichnung z.B. der Prozesskräfte und Schallemission beim Schleifprozess ist aus technologischen Gesichtspunkten deshalb von großem Interesse, weil das Arbeitsergebnis schon während des Prozesses beeinflusst werden kann, wenn im Anschluss an die Messwerterfassung ein Ist-Soll-Vergleich stattfindet und bei Bedarf die Prozessführung mit sofortiger Wirkung geändert wird. Dadurch kann eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung stattfinden, Ausschusszahlen reduziert werden und die Prozessrentabilität gesteigert werden. Bezogen auf eine während des Prozesses stattfindende Aufzeichnung der Kontaktzonentemperatur können durch in-process Regelungen z.B. Oberflächenschäden durch Schleifbrand oder Verzug vermieden werden [INA 95] [BRI 98] [OPP 00] [NAC 00].

Die Messung der Kontaktzonentemperatur während des Schleifprozesses ist zwar schon Gegenstand etlicher Untersuchungen gewesen, allerdings beschränken sich diese meist auf werkstückseitig implizierte Messverfahren. Nur wenige Ansätze beschäftigen sich mit der Integration der Messeinrichtung in das rotierende Werkzeug. Ein wesentlicher Nachteil werkstückseitig integrierter Messstellen ist, dass die Bauteilgeometrie stets verändert werden muss und diese Tatsache den industriellen Einsatz aus funktionellen, zeitlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beinahe unmöglich macht. Hinzu kommt die Schwierigkeit, die wirkliche Kontaktzonentemperatur zu messen. Es reicht nicht, in der Nähe zu messen und durch Rechenmodelle auf die Kontaktzonentemperatur zu schließen.

Die Aufgabe dieser Studienarbeit besteht in der Konzeption und anschließender Verifizierung einer Versuchseinrichtung, die es ermöglicht, werkstück- und werkzeugseitig Temperatursignale zu erfassen und diese mit entsprechenden Messprogrammen aufzuzeichnen. Dazu werden zwei Messketten aufgebaut und mit Hilfe stationärer Spannungs- und Wärmequellen jeweils auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Die eingesetzten Thermoelemente vom Typ K - NiCr-NiAl - werden kalibriert, d.h. die dem Typ K entsprechende Spannungsreihe wird bezogen auf die Eigenschaften des werkzeugseitig integrierten Telemetriesystems experimentell ermittelt. Dafür ist im Schleifscheibenflansch eine Telemetrieeinheit mit Sekundärspule und Antenneneinheit integriert. Diese dient zur berührungslosen Datenübermittlung von der Schleifscheibe an stationäre Datenerfassungs- und Auswerteeinrichtungen. Durch anschließende Stichversuche wird untersucht, ob der Messkettenaufbau während Flachschleifversuchen ebenfalls den Anforderungen entspricht. Die Auswertung der stationären Vorversuche und der Stichversuche soll dazu dienen, den im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Messaufbau zum einen und die Einsatzmöglichkeit des im Rahmen dieser Untersuchung eingesetzten konstruktiven Schleifscheibenaufbaus zum anderen kritisch zu beurteilen und evtl. Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Große Aufmerksamkeit soll auf eine möglichst geringe Entfernung der Temperaturmessstelle, in diesem Fall der punktförmigen Thermoelementmessstelle, von der Kontaktzone gerichtet werden. Aus diesem Grund ist ein direktes Überschleifen der Thermoelementmessstelle anzustreben.

Inhaltsverzeichnis:

1. Abstract 1
2. Aufgabenstellung und Zielsetzung 2
3. Technologischer Kenntnisstand 4
3.1 Flachschleifen 4
3.2 Energiebilanz und Wärmeverteilung 6
3.3 Technologische Kenngrößen 8
3.4 Schleifscheibenaufbau und Einsatzvorbereitung 10
3.5 Thermische Prozeßüberwachung 12
3.5.1 Das Thermoelement 12
3.5.2 Werkstückseitige Temperaturmessung 18
3.5.3 Werkzeugseitige Temperaturmessung 30
4. Konzeptentwicklung 37
4.1 Werkstückseitige Konzeptionierung 37
4.2 Werkzeugseitige Konzeptionierung 38
4.3 Kalibrierung 39
5. Aufbau der Meßkette und Funktionsnachweis 42
5.1 Werkstückseitige Meßkette 42
5.2 Werkzeugseitige Meßkette 44
5.3 Funktionsnachweis der werkstückseitigen Meßkette 46
5.3.1 Batterie als stationäre Spannungsquelle 46
5.3.2 Flamme als stationäre Wärmequelle 48
5.4 Funktionsnachweis der werkzeugseitigen Meßkette 50
5.4.1 Batterie als stationäre Spannungsquelle 50
5.4.2 Flamme als stationäre Wärmequelle 51
5.5 Kalibrierung der Thermoelemente 54
5.5.1 Die Thermoelementspannungsreihe 54
5.5.2 Einfluß des Telemetriesystems 59
5.5.2.1 Bestimmung im Wasserdampf 59
5.5.2.2 Bestimmung am Heizblock 61
5.5.3 Der Telemetrieverstärkungsfaktor 66
6. Durchführung der Stichversuche 69
6.1 Die Werkzeugmaschine 69
6.2 Das Versuchswerkstück 69
6.3 Das Versuchswerkzeug 70
6.3.1 Vorbereitung und Einbau der Thermoelemente 71
6.3.2 Schleifscheibenvorbereitung 73
6.4 Die Schleifversuche 74
7. Darstellung und Diskussion der Versuchsergebnisse 77
7.1 Werkstückseitige Meßwertaufnahme 77
7.2 Werkzeugseitige Meßwertaufnahme 79
7.2.1 Werkzeugbruch 84
8. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick 88
9. Literaturverzeichnis 92
10. Anhang 99

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