Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Organisation Unternehmensform

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Titel Franchise-Identifikation als Prädiktor für Unternehmenserfolg von Franchisenehmern
Untertitel Eine empirische Analyse am Beispiel einer im Franchisesystem organisierten Reisebürokette
AutorIn Carsten Looß
Seiten 115 Seiten
Hochschule Philipps-Universität Marburg Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2003
Note 1,3
Preis 74,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90008101
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Bei der Betrachtung von Erfolgsfaktoren der Unternehmen gewinnen in der aktuellen Diskussion so genannte weiche Faktoren wie Unternehmenskultur und -identifikation neben Determinanten wie Strategie, Struktur und Leistungsprogramm zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus verstärkt eine schwindende Loyalität der Mitarbeiter, hervorgerufen durch eine Zunahme an Unternehmenszusammenschlüssen, Übernahmen und Restrukturierungen, die Forderung nach einer gewissen Identifikation der Mitarbeiter mit den Zielen, Werten und Normen eines Unternehmens zum beiderseitigen Wohle. Wenn sich Individuen mit den Zielen ihrer Organisation identifizieren, so die Überlegungen, würde dies positive Auswirkungen auf die organisatorische Zielerreichung haben, zumal Identifikation als die Grundvoraussetzung für eine reibungslose Leistungsabgabe von Arbeitnehmern erachtet wird. Die Entwicklung, Förderung und Aufrechterhaltung von Identifikation bei Mitarbeitern gilt somit als führungspolitische Aufgabe, der mit Hilfe zahlloser Managementstrategien und Motivationskonzepten nachgegangen wird.

Besonders die Sozialpsychologie hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Identifikation im organisationalen Kontext beschäftigt, wobei auch der Einfluss auf die Arbeitsmotivation und -zufriedenheit von Individuen einen Forschungsschwerpunkt darstellt. Der zunächst für die Untersuchung von Intergruppenprozessen entwickelte Social Identity Approach bildet dabei die theoretische Basis, welche die Gründe und Mechanismen der Identifikationsprozesse in Organisationen einer deutlicheren Analyse zuführen lassen.

Als Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit dient der Reisebüromarkt, der sich zunehmenden Konzentrationsprozessen gegenübersieht, was einhergeht mit einer steigenden Anzahl an Kooperationen und einer stark abnehmenden Zahl an ungebundenen Reisebüros. Ein wachsender Anteil der Kooperationen organisieren sich in einem Franchisesystem. Der erkennbar positive Trend in der Entwicklung des Franchising, welches bereits in vielen Sektoren der Dienstleistungsbranche die vorherrschende Organisationsform darstellt, scheint sich somit auch im Reisebüromarkt zu bestätigen. Beiträge aus der betriebswirtschaftlichen Literatur, welche zum Ziel haben, die Attraktivität bzw. den Erfolg von Franchisesystemen gegenüber anderen Organisationsformen zu begründen, erfolgen dabei oft aus institutionenökonomischer Sicht.

Diese Arbeit nähert sich dieser Thematik dagegen aus dem Blickwinkel der Sozialpsychologie. Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die organisationale Identifikation auf Basis des Social Identity Approaches einen eigenen Beitrag zur Erklärung des Unternehmenserfolges von Franchisenehmern einer Reisebürokette leistet. Der Frage soll in einem eigenen Forschungsunterfangen nachgegangen werden, wobei die Evaluierung von Franchise-Identifikation der Reisebüromitarbeiter den Fokus der Untersuchung bildet. Dem Reisebüroexpedienten kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da die Dienstleistungsqualität eines Reisebüros, aufgrund der unmittelbaren Beteiligung des Kunden am Leistungserstellungsprozess, im hohen Maße von seiner fachlichen und sozialen Kompetenz beeinflusst wird.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel: Im Anschluss an diese Einführung werden im zweiten Kapitel die wesentlichen theoretischen und praktischen Grundlagen des Franchising dargestellt, wobei die Bedeutung von Franchising für den Dienstleistungsbereich im Allgemeinen und die Reisebürobranche im Besonderen herausgearbeitet wird. Unter Hinzuziehen empirischer Aspekte wird dabei fundiert, dass Franchisesysteme gegenüber anderen Organisationsformen im Reisemarkt erfolgreicher agieren. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Konstrukt der Identifikation von Individuen mit der Organisation. Als theoretisches Fundament wird dabei der aus der Sozialpsychologie stammende Social Identity Approach zugrunde gelegt. Dieser integriert die Social Identity Theory und die Self-Categorization Theory, deren Erkenntnisse bislang hauptsächlich im Zusammenhang mit Intergruppenkonflikten überprüft wurden, aber in jüngster Zeit auch verstärkt zur Interpretation von Identifikation in Organisationen Anwendung finden. Die Vorstellung empirischer Arbeiten zu dieser Thematik ergänzen die aus der Theorie gewonnen Befunde. Auf der Basis der in diesen beiden Teilen vermittelten Erkenntnisse werden im Anschluss die Hypothesen für die Untersuchung der Wirkung von Franchise-Identifikation auf den Unternehmenserfolg von Franchisenehmern generiert, womit die Grundlage für das eigene Forschungsanliegen manifestiert ist.

Dieser praxisorientierte Teil beginnt im vierten Kapitel mit der Operationalisierung der Konstrukte, wobei das dieser Studie zugrunde liegende Untersuchungsdesign festgelegt und der Ablauf und die Erhebung der Befragung dargestellt werden. Im Anschluss an die Feldphase bildet das fünfte Kapitel den Schwerpunkt der Datenanalyse, welcher in der kausalanalytischen Betrachtung der im Hypothesensystem aufgeworfenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen mündet. Die Ergebnisse aus der Kausalanalyse bilden sodann die Grundlage für eine sich anschließende kritische Diskussion der resultierenden Wirkungszusammenhänge, woraus Implikationen für das Management des Reisebürounternehmens abgeleitet werden.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
1. UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND METHODISCHES VORGEHEN 1
2. GRUNDLAGEN UND BESONDERHEITEN DES FRANCHISING 4
2.1 BEGRIFF UND BEDEUTUNG DES FRANCHISING 4
2.2 ARTEN UND FORMEN DES FRANCHISING 9
2.3 FRANCHISING IM DIENSTLEISTUNGSBEREICH 10
2.3.1 Das Besondere des Dienstleistungsfranchising 10
2.3.2 Franchising in der Reisebürobranche 13
2.3.2.1 Zahlen und Fakten des Reisebüromarktes 13
2.3.2.2 Abgrenzung zu Filialsystemen 15
2.4 ERFOLG DES FRANCHISING GEGENÜBER ANDEREN ORGANISATIONSFORMEN 16
2.5 ZWISCHENFAZIT 18
3. IDENTIFIKATION IM ORGANISATIONALEN KONTEXT 20
3.1 DER SOCIAL IDENTITY APPROACH 20
3.1.1 Die Social Identity Theory 20
3.1.1.1 Die soziale Kategorisierung 21
3.1.1.2 Die soziale Identität 22
3.1.1.3 Der soziale Vergleich und soziale Distinktheit 23
3.1.2 Die Self-Categorization Theory 24
3.2 IDENTIFIKATION IM ORGANISATIONALEN KONTEXT 27
3.2.1 Definition der organisationalen Identifikation 27
3.2.2 Abgrenzung zu organisationalem Commitment 29
3.2.3 Fokusse der organisationalen Identifikation 33
3.2.4 Identifikation, Motivation und Performance 35
3.3 ÜBERSICHT ÜBER DEN STAND DER FORSCHUNG ZU IDENTIFIKATION 38
3.3.1 Antezedienten organisationaler Identifikation 39
3.3.1.1 Organisationales Prestige 39
3.3.1.2 Organisationale Distinktheit 41
3.3.2 Konsequenzen organisationaler Identifikation 42
3.3.2.1 Arbeitsbezogene Einstellungen 43
3.3.2.2 Performance 44
3.3.2.3 Organizational Citizenship Behavior 47
3.4 ZWISCHENFAZIT 49
3.5 BILDUNG DER UNTERSUCHUNGSHYPOTHESEN 50
4. OPERATIONALISIERUNG DER KONSTRUKTE 56
4.1 DESIGN DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG 58
4.2 ABLAUF UND ERHEBUNG DER BEFRAGUNG 62
5. ANALYSE DES GEWONNENEN DATENMATERIALS 65
5.1 DESKRIPTIVE ANALYSE 65
5.2 DIE GÜTE DER DATENBASIS 66
5.2.1 Explorative Faktorenanalyse 69
5.2.2 Die Güte der Konstrukte 71
5.2.2.1 Identifikation mit dem Reisebüro 71
5.2.2.2 Identifikation mit dem Franchisesystem 72
5.2.2.3 Franchiseorientiertes Verhalten 73
5.2.2.4 Unternehmenserfolg 74
5.3 KAUSALANALYTISCHE BETRACHTUNG 75
5.3.1 Die Güte des Basismodells 76
5.3.2 Modifikation des Basismodells 79
5.3.3 Diskussion der Wirkungszusammenhänge 80
6. RESÜMEE UND IMPLIKATIONEN FÜR DIE UNTERNEHMENSPRAXIS 84
LITERATURVERZEICHNIS 90
ANHANG 102
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG 104

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