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Einleitung:
Henry Mintzberg analysierte Ende der 60er Jahre die Tätigkeit von Managern. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen unterstrich er die Schlüsselfunktion von Informationen in der Tätigkeit eines Managers. In seiner Untersuchung verbrachten die untersuchten Manager rund 40 Prozent ihrer Kontaktzeit mit Aktivitäten, die ausschließlich der Übertragung von Informationen gewidmet waren. Neben der Informationsrolle weist er auch der entscheidungsorientierten Rolle eine zentrale Stellung in der Tätigkeit des Managers zu. Er resümiert: "Information ist natürlich kein Selbstzweck. Sie ist der Basisinput für Entscheidungen." Anders ausgedrückt: Ohne Informationen gibt es keine planmäßige und kontrollierte betriebliche Tätigkeit. Trotz der empirisch nachgewiesenen Relevanz der Informationen im Managerhandeln blieb das Informationsverhalten, insbesondere die Beschreibung des Informationsbedarfs sowie die Mechanismen der Informationsbeschaffung von Sportmanagern, bisher unerforscht (siehe Kap. 3). Dies gilt auch für den in dieser Arbeit ausgewählten Untersuchungsbereich, nämlich die Informationsbeschaffung von Unternehmensmanagern im Rahmen ihres Sponsoring-Engagements in der 1. oder 2. Fußballbundesliga. Aufgrund der bestehenden Forschungslücke verfolgt die Arbeit drei Zielsetzungen, aus denen sich jeweils forschungsleitende Fragestellungen ergeben:
Es sollen der Informationsbedarf sowie die Informationsbeschaffung von Sponsoringmanagern im Profifußball beschrieben werden (Deskriptive Zielsetzung). Daraus leiten sich die folgenden Fragen ab: Welche Informationen werden von den Managern benötigt, welche auch tatsächlich beschafft? Welche sind die Informationsquellen, die von den Managern aufgesucht und genutzt werden? In welchen Phasen des Managementprozesses - Planung, Durchführung, Kontrolle - werden Informationen beschafft? Ferner ist es das Ziel, die relevanten Einflussfaktoren auf die Informationsbeschaffung herauszuarbeiten, um damit die Informationsbeschaffung erklären zu können (Explanative Zielsetzung).
Auf der Grundlage der theoretisch und empirisch gewonnenen Ergebnisse sollen anschließend Handlungsempfehlungen für eine Verbesserung der Informationssituation der Manager formuliert werden (Gestalterische Zielsetzung). Dabei soll die Frage im Mittelpunkt stehen, wie die Rahmenbedingungen der Informationsbeschaffung durch bewusste Manipulation und Veränderung der zuvor identifizierten Bestimmungsfaktoren optimiert werden können. Die Relevanz des Themas leitet sich neben der oben geschilderten sachlichen Bedeutung von Informationen auch in besonderer Weise von dem wirtschaftlichen Stellenwert von Informationen ab. Rund 50 Prozent aller in der Wirtschaft entstehenden Kosten sind Informationskosten. Dies sind Kosten, die durch die Beschaffung und Verarbeitung von Informationen entstehen. Daraus geht hervor, dass eine entsprechende Optimierung der Informationsversorgung der Manager auch mit Kostenersparnissen verbunden ist.
Für die Sportwirtschaft stellt sich das Informationsproblem in besonderer Weise. Tiefgreifende Wandlungsprozesse einerseits und ein geringer Professionalisierungsgrad im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren stellen die Organisationen des Sports vor große Herausforderungen. Wertewandel, gesättigte Märkte, technologischer Fortschritt und die Informationsflut sind nur einige wenige Veränderungen, auf die die Sportbranche reagieren muss, wenn die Existenz ihrer Organisationen in der Zukunft gesichert werden soll. Auf diesem Weg bedarf es innovativer Steuerungsinstrumente. Ein vielversprechender Ansatz ist die Steuerung und Unterstützung von Management- und Entscheidungsprozessen auf der Grundlage von Wissen und Informationen. Die Ausdifferenziertheit und Heterogenität der Sportbranche lässt eine Untersuchung aller Bereiche der Sportwirtschaft im Rahmen einer Dissertation nicht zu. Aus diesem Grund wird sich die vorliegende Arbeit auf die Analyse von Managern von Sportsponsoren im Profifußball fokussieren.
Die praktische Relevanz ergibt sich außerdem aus dem Transfer der empirisch gewonnenen Erkenntnisse auf die Praxis des Sponsoringmanagements - in dieser Arbeit auf Sportsponsoren im Profifußball. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse werden Handlungsempfehlungen zur effizienteren Gestaltung des Informationsverhaltens formuliert. Handlungsempfehlungen werden insbesondere an zwei Punkten ansetzen: Die Grundlage einer effizienten Informationsbeschaffung ist zunächst die Anpassung des Informationsangebots an den Informationsbedarf der Manager. Die Analyse des Informationsbedarfs und der Informationsbeschaffungswege soll zu Empfehlungen hinsichtlich der Quantität und Qualität des Informationsangebots sowie zu einer Diskussion über neue bzw. nicht ausgeschöpfte Beschaffungswege führen.
Die theoretische Relevanz ergibt sich aus dem Mangel an vorliegenden Arbeiten zum Informationsmanagement aus der Perspektive der Sportwirtschaft (vgl. Kap. 3). Darüber hinaus wird erstmals der Versuch unternommen, das Informationsverhalten von Sportmanagern - in dieser Arbeit speziell des Sportsponsoring - aus der Perspektive der ökonomischen Theorie zu erklären. Die wichtigsten theoretischen Beiträge zum Informationsverhalten stammen aus der Absatzforschung. Anhand des Informationsverhaltens von Konsumenten beim Kaufentscheid konnten in der Vergangenheit verschiedene verhaltenswissenschaftliche Theorien empirisch überprüft und bestätigt werden.
Gang der Untersuchung:
Bevor der Blick auf den ausgewählten Untersuchungsbereich gerichtet wird, soll zunächst im Kapitel 3 der bisherige Stand der Forschung beleuchtet werden. Kapitel 4 und 5 führen in die Grundlagen der beiden bestimmenden Forschungsfelder dieser Arbeit ein. Der inhaltliche Kern der Arbeit ist in der Informationswissenschaft angesiedelt. Kapitel 4 erläutert die zum Verständnis der Arbeit notwendigen Begrifflichkeiten und wirft einen Blick auf verwandte Wissenschaftsgebiete. Es trägt damit zur Fokussierung des Themas und gleichzeitigen Abgrenzung von Termini bei. Das Thema Sponsoring bietet den inhaltlichen Rahmen zur Beantwortung der Informationsbedarfs und -beschaffungsfragen.
Neben definitorischen Aspekten soll im Kapitel 5 speziell auf die Besonderheiten des Sportsponsoring und aktuelle Entwicklungen dieses Forschungsfeldes eingegangen werden. Kapitel 6 führt die Themenkomplexe Informationswissenschaft und Sponsoring zusammen, indem es den Stellenwert der Informationsproblematik für die Sportsponsoren herausarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Analyse des Informationsmarktes im Sportsponsoring gewidmet. Damit soll die notwendige Beurteilungsgrundlage für die darauffolgende Analyse der Informationsnachfrage der Sponsoringmanager geliefert werden. Neben den verschiedenen Informationsdimensionen geht dieses Kapitel ausführlich auf die Anbieter und Nachfrager sponsoringrelevanter Informationen ein.
Kapitel 7 spannt den theoretischen Bezugsrahmen für die Arbeit auf und bildet damit den Kern theoretischer Überlegungen. Auf der Basis der ökonomischen Theorie wird ein Modell entwickelt, das die Integration der theoretisch abgeleiteten Einflussfaktoren erlaubt. In Anlehnung an das theoretische Modell werden in Kapitel 8 die Hypothesen der Arbeit formuliert. Nach der ausführlichen Darstellung methodischer Aspekte in Kapitel 9 wird die Tauglichkeit des Theoriemodells zur Erklärung der Informationsbeschaffung von Sponsoringmanagern in Kapitel 10 entlang der aufgestellten Hypothesen ausführlich geprüft. Nach einer Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse in Kapitel 11 werden in Kapitel 12 auf der Grundlage der empirischen Analyse Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Informationsversorgung formuliert. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf weiterführende Untersuchungsansätze in Kapitel 13.
Inhaltsverzeichnis:
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|
Inhaltsverzeichnis
|
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Vorwort
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II
|
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Abbildungsverzeichnis
|
VIII
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|
Tabellenverzeichnis
|
X
|
|
|
Abkürzungsverzeichnis
|
XI
|
|
I.
|
Einleitung
|
1
|
|
1.
|
Relevanz und Ziele der Arbeit
|
1
|
|
2.
|
Aufbau der Arbeit
|
7
|
|
3.
|
Forschungsstand
|
8
|
|
II.
|
Theorie
|
11
|
|
4.
|
Grundlagen der Informationswissenschaft
|
11
|
|
4.1
|
Daten vs. Information vs. Wissen
|
11
|
|
4.2
|
Informations- und Wissensformen
|
13
|
|
4.3
|
Informationsverhalten
|
17
|
|
4.3.1
|
Informationsbedarf, -angebot und -nachfrage
|
18
|
|
4.3.2
|
Informationsbeschaffung
|
20
|
|
4.4
|
Vom Informations- zum Wissensmanagement
|
25
|
|
5.
|
Grundlagen des (Sport)Sponsorings
|
30
|
|
5.1
|
Sponsoring als Instrument der Kommunikationspolitik
|
32
|
|
5.2
|
Definition und Abgrenzung des Sponsorings
|
35
|
|
5.3
|
Besonderheiten des Sportsponsoring
|
38
|
|
5.4
|
Die Entwicklung und Stellenwert des Sportsponsoring
|
41
|
|
6.
|
Informationen im Sponsoringmanagement
|
48
|
|
6.1
|
Das Sponsoring-Management und die Rolle der Informationen
|
48
|
|
6.2
|
Die Informationsdimensionen im Sponsoringmanagement
|
50
|
|
6.2.1
|
Planung des Sponsorings
|
51
|
|
6.2.1.1
|
Informationen zu Grundlagen des Sponsorings
|
51
|
|
6.2.1.2
|
Informationen zur Umfeld-, Markt- und Wettbewerbssituation
|
52
|
|
6.2.1.3
|
Informationen zum Unternehmen bzw. der Marke
|
53
|
|
6.2.1.4
|
Informationen zur Sportart und zum Sponsoringobjekt
|
55
|
|
6.2.2
|
Durchführung des Sponsorings
|
57
|
|
6.2.3
|
Kontrolle des Sponsorings
|
58
|
|
6.2.3.1
|
Informationen zur Qualitativen Wirkung des Sponsorings
|
58
|
|
6.2.3.2
|
Informationen zur quantitativen Wirkung des Sponsorings
|
59
|
|
6.3
|
Der Informationsmarkt im Sportsponsoringmanagement
|
61
|
|
6.3.1
|
Anbieter sponsoringrelevanter Informationen
|
62
|
|
6.3.1.1
|
Marktforschungsinstitute
|
62
|
|
6.3.1.2
|
Institute für Medienanalyse
|
64
|
|
6.3.1.3
|
Wissenschaft und weitere staatliche Organisationen
|
65
|
|
6.3.1.4
|
Tagungen und Kongresse
|
67
|
|
6.3.2
|
Anbieter und Nachfrager sponsoringrelevanter Informationen
|
70
|
|
6.3.2.1
|
Agenturen, Vermarkter und Beratungsorganisationen
|
70
|
|
6.3.2.2
|
Medien
|
72
|
|
6.3.2.3
|
Sport- und Sponsoringverbände
|
77
|
|
6.3.3
|
Nachfrager sponsoringrelevanter Informationen
|
79
|
|
6.3.3.1
|
Sponsoringobjekte - Vereine
|
79
|
|
6.3.3.2
|
Sponsoren - Unternehmen
|
80
|
|
7.
|
Informationsverhalten im Spiegel der Ökonomischen Theorie
|
81
|
|
7.1
|
Die Wahl der theoretischen Perspektive
|
81
|
|
7.2
|
Verhaltenswissenschaftliche Ansätze zur Erklärung des Informationsverhaltens
|
83
|
|
7.2.1
|
Die Assimilation-Kontrast-Theorie
|
83
|
|
7.2.2
|
Der risikotheoretische Ansatz
|
84
|
|
7.2.3
|
Der aktivierungstheoretische Ansatz
|
84
|
|
7.2.4
|
Der Komplexitäts-Ansatz
|
85
|
|
7.2.5
|
Der dissonanztheoretische Ansatz
|
85
|
|
7.3
|
Das Ökonomische Modell und die Organisation
|
86
|
|
7.4
|
Die Rational-Choice-Theorie
|
89
|
|
7.5
|
Kritik an der Rational-Choice-Theorie
|
96
|
|
7.6
|
Determinanten der Informationsnachfrage
|
99
|
|
7.6.1
|
Präferenzen
|
100
|
|
7.6.2
|
Restriktionen & Möglichkeiten
|
103
|
|
7.6.3
|
Ressourcen
|
105
|
|
7.6.4
|
Die perzipierte Entscheidungssituation
|
107
|
|
7.6.5
|
Kosten und Nutzen der Informationsbeschaffung
|
108
|
|
7.7
|
Das integrierte ökonomische Modell
|
110
|
|
8.
|
Hypothesen
|
113
|
|
III.
|
Methodik
|
118
|
|
9.
|
Methoden
|
118
|
|
9.1
|
Methoden der Informationsbedarfsermittlung
|
118
|
|
9.1.1
|
Objekt- vs. Subjektanalyse
|
118
|
|
9.1.2
|
Entwicklung und Ziel der Benutzerforschung
|
120
|
|
9.2
|
Methoden der Untersuchung
|
122
|
|
9.2.1
|
Dokumentenanalyse
|
123
|
|
9.2.2
|
Experteninterviews
|
124
|
|
9.2.3
|
Schriftliche Befragung
|
126
|
|
9.2.3.1
|
Der Fragebogen
|
129
|
|
9.2.3.2
|
Grundgesamtheit und Adressrecherche
|
131
|
|
9.2.3.3
|
Ablauf und Rücklauf der Befragung
|
132
|
|
9.2.3.4
|
Datenaufbereitung- und Auswertung
|
135
|
|
IV.
|
Ergebnisse
|
137
|
|
10.
|
Informationsbeschaffung im Sponsoringmanagement
|
137
|
|
10.1
|
Beschreibung der Informationsbeschaffung
|
137
|
|
10.1.1
|
Der subjektive Informationsbedarf
|
138
|
|
10.1.2
|
Die Beschaffung von Informationen
|
141
|
|
10.1.3
|
Die Bedeutung der Informationsquellen
|
145
|
|
10.1.4
|
Die Nutzung der Informationsquellen
|
149
|
|
10.1.5
|
Die Phasen der Informationsbeschaffung
|
151
|
|
10.2
|
Erklärung der Informationsbeschaffung - Bivariat
|
153
|
|
10.2.1
|
Präferenzen
|
154
|
|
10.2.1.1
|
Gründe und Motivation für das Sponsoringengagement
|
154
|
|
10.2.1.2
|
Optimierungsziel durch Informationsbeschaffung
|
158
|
|
10.2.1.3
|
Norm der Informiertheit
|
160
|
|
10.2.2
|
Restriktionen
|
164
|
|
10.2.2.1
|
Externe Verhaltenserwartungen
|
164
|
|
10.2.2.2
|
Organisationskultur/-struktur
|
167
|
|
10.2.2.3
|
Informationsangebot
|
172
|
|
10.2.3
|
Ressourcen
|
175
|
|
10.2.3.1
|
Das Wissen des Entscheiders
|
175
|
|
10.2.3.2
|
Der Faktor Zeit
|
179
|
|
10.2.3.3
|
Der Faktor Geld
|
182
|
|
10.2.4
|
Die perzipierte Entscheidungssituation
|
184
|
|
10.2.4.1
|
Die Relevanz des Sponsoringengagements
|
184
|
|
10.2.4.2
|
Die Unsicherheit über den Nutzen des Sponsorings
|
187
|
|
10.2.4.3
|
Das finanzielle Risiko des Sponsoringengagements
|
189
|
|
10.2.4.4
|
Die Häufigkeit von Sponsoringentscheidungen
|
191
|
|
10.3
|
Kosten und Nutzen der Informationsbeschaffung
|
193
|
|
10.4
|
Erklärung der Informationsbeschaffung - Multivariat
|
197
|
|
11.
|
Zusammenfassung
|
202
|
|
12.
|
Handlungsempfehlungen für die Praxis
|
205
|
|
13.
|
Ausblick und weiterführende Untersuchungsansätze
|
210
|
|
|
Literaturverzeichnis
|
213
|
|
|
Anhang
|
233
|