Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Außenwirtschaft / Außenhandel Auslandsmärkte

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Titel Kriterien der Rechtsformwahl bei deutscher GmbH und englischer 'private company limited by shares'
Untertitel Leitfaden einer Beratungsempfehlung für deutsche Gründer
AutorIn Angela Luft
Seiten 149 Seiten
Hochschule European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2006
Note 1,3
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90009585
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Problemstellung:

Die Wahl der optimalen Rechtsform stellt ein klassisches betriebswirtschaftliches Entscheidungsproblem für den Unternehmensgründer dar. Aufgrund der mit der Entscheidung verbundenen langfristigen Konsequenzen ist es notwendig, sich frühzeitig mit den relevanten Auswahlkriterien auseinanderzusetzen und diese mit den individuellen Zielvorstellungen abzugleichen.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist die am meisten verbreitete und bei Unternehmensgründungen bevorzugte Gesellschaftsform in Deutschland. Insbesondere der Mittelstand profitiert von den Vorteilen der Haftungsbeschränkung und dem hohen Formalisierungsgrad der Gesellschaft. Allerdings wirkt sich die bestehende Mindestkapitalausstattungspflicht von 25.000 Euro für einige Existenzgründer nachteilig aus, da sie oftmals eine unüberwindbare Hürde darstellt.

Dieser und noch weitere Gründe - wie z. B. die Bestimmungen des deutschen Steuerrechts - führen zu einer verstärkten Suche nach alternativen Rechtsformen, welche neben der Haftungsbeschränkung zusätzlich über flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten verfügen. Durch seine jüngsten Rechtsprechungen zur Niederlassungsfreiheit von Gesellschaften hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Internationalisierung des Gesellschaftsrechts weiter vorangetrieben.

Demnach sind beispielsweise Kapitalgesellschaften, die nach dem Recht eines EU-Mitgliedsstaates gegründet wurden, in allen anderen Mitgliedsstaaten als solche anzuerkennen, auch wenn sich deren Sitz weiterhin im Ausland befindet. Die Erweiterung des Spektrums der zur Verfügung stehenden Rechtsformen hat zu einem verschärften Wettbewerb der Gesellschaftsformen innerhalb der Europäischen Union (EU) geführt. Zukünftig hat ein deutscher Gründer anstelle der klassischen deutschen Rechtsform die Wahlmöglichkeit zwischen 25 vergleichbaren europäischen Gesellschaften sowie zahlreicher gesellschaftsrechtlicher Mischformen, wie z. B. die der ausländischen Kapitalgesellschaft & Co. KG. Dies eröffnet einem mittelständischen Unternehmer vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, welche mit erheblichen Chancen aber auch Risiken verbunden sein können.

Die englische private company limited by shares (Ltd.) liegt im Wettbewerb der europäischen Rechtsformen in jüngster Zeit weit vor der deutschen GmbH und den anderen europäischen Gesellschaftsformen. Damit stellt sich vermehrt die Frage, worin die Vor- und Nachteile dieser Gesellschaftsform im Vergleich zur GmbH liegen. Erst nach einer Gesamtbetrachtung der wesentlichen Unterschiede beider Gesellschaftsformen und deren Konsequenzen lässt sich eine fundierte Entscheidung darüber treffen, welche Rechtsform vorzuziehen ist.

Die Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es, dem deutschen Gründer einen Überblick über ausgewählte praxisrelevante Aspekte sowie die damit verbundenen wesentlichen Vor- und Nachteile beider Gesellschaftsformen zu geben. Der Leitfaden soll eine Entscheidungshilfe für die richtige Wahl einer Rechtsform darstellen, eine individuelle rechtliche Beratung kann er jedoch nicht ersetzen. Die veröffentlichte Rechtsprechung und Literatur wurde bis einschließlich Januar 2006 berücksichtigt.

Gang der Untersuchung:

Ziel der Arbeit ist es, die Rechtsform der deutschen GmbH der Rechtsform der englischen private company limited by shares (Ltd.) gegenüberzustellen und anhand ausgewählter Kriterien bestehende Vor- und Nachteile einer jeden Gesellschaftsform herauszuarbeiten und zu bewerten.

Zu Beginn werden die Rechtsgrundlagen beider Gesellschaftsformen kurz dargestellt (Kapitel 2.1), und es wird auf die neuere Entwicklung des europäischen Gesellschaftsrechts eingegangen (Kapitel 2.2). Anknüpfungspunkt für die anschließende rechts-vergleichende Untersuchung sind die in Kapitel 2.3 vorgestellten Kriterien. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt dabei auf der Relevanz des einzelnen Kriteriums im Entscheidungsprozess des Gründers. In der Untersuchung wird von einer natürlichen, in Deutschland ansässigen Person als Gründer der Gesellschaft ausgegangen.

Kapitel 3 bildet den Hauptteil der Arbeit. Eingangs stehen das Gründungsstadium der Gesellschaft (Kapitel 3.1) sowie die innere und äußere Organisationsverfassung (Kapitel 3.2) im Mittelpunkt der Betrachtung. Das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in den Organen der Gesellschaft ist Prüfungsgegenstand in Kapitel 3.3. Schließlich wird untersucht, welche Kapitalaufbringungs-, -erhaltungs- sowie Veränderungsvorschriften für die jeweilige Rechtsform bestehen (Kapitel 3.4). Einen weiteren Aspekt bildet das Auftreten der Gesellschaft im Geschäftsverkehr (Kapitel 3.5). Im Anschluss werden die verschiedenen Anlässe für eine Gesellschaftsauflösung näher betrachtet (Kapitel 3.6). Des Weiteren wird untersucht, welchen Rechnungslegungs-, Abschluss-prüfungs- und Publizitätsrichtlinien die Gesellschaften unterliegen (Kapitel 3.7) und welche steuerrechtlichen Vorschriften Anwendung finden (Kapitel 3.8).

Abschließend erfolgt in einem Exkurs eine kurze Darstellung einer mit beiden vorgestellten Rechtsformen kombinierbare gesellschaftsrechtliche Mischform (Kapitel 3.9). Der Vergleich der einzelnen Aspekte folgt einem einheitlichen Gliederungsschema. Nach der Darstellung bzw. Auswertung der rechtlichen Grundlagen der GmbH wird die Rechtslage der Ltd. auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin analysiert. Jeder Abschnitt schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse unter Herausarbeitung bestehender Vor- und Nachteile einer jeden Gesellschaftsform ab.

Im letzten Teil der Arbeit werden sämtliche im Verlauf der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst und beide Rechtsformen im Hinblick auf deren Einsetzbarkeit in Deutschland bewertet (Kapitel 4.1). Abschließend erfolgt ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des deutschen Gesellschaftsrechts - insbesondere des GmbH-Rechts - vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden deutschen sowie europäischen Tendenzen (Kapitel 4.2).

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS V
TABELLENVERZEICHNIS VI
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
SYMBOLVERZEICHNIS XI
1. EINLEITUNG 1
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 1
1.2 GANG DER UNTERSUCHUNG 2
2. GRUNDLAGEN 4
2.1 RECHTSGRUNDLAGEN VON GMBH UND LIMITED 4
2.1.1 Rechtsquellen der GmbH 4
2.1.2 Rechtsquellen der Limited 4
2.2 DIE RECHTSPRECHUNG DES EUGH 5
2.2.1 Sitztheorie versus Gründungstheorie 5
2.2.2 Entwicklung der Rechtsprechung 6
2.3 WESENTLICHE ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN DER RECHTSFORMWAHL 8
2.3.1 Haftung der Gesellschaft und deren Organträger 8
2.3.2 Leitungsbefugnisse der Gesellschaftsorgane 9
2.3.3 Art und Umfang der Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmern 10
2.3.4 Kapitalaufbringungs-, -erhaltungs- und -ausschüttungsvorschriften 11
2.3.5 Finanzierungsmöglichkeiten der Gesellschaft 11
2.3.6 Auftreten der Gesellschaft im Geschäftsverkehr 12
2.3.7 Rechnungslegungs-, Publizitäts- und Prüfungsvorschriften 12
2.3.8 Besteuerung der Gesellschaft und deren Gesellschafter 13
2.3.9 Rechtsformspezifische Aufwendungen 13
3. VERGLEICHENDE DARSTELLUNG AUSGEWÄHLTER ASPEKTE VON DEUTSCHER GMBH UND ENGLISCHER LIMITED 15
3.1 ENTSTEHUNG DER GESELLSCHAFT 15
3.1.1 Gründung der GmbH 15
3.1.1.1 Gründungsvoraussetzungen 15
3.1.1.2 Gründungverfahren 16
3.1.1.3 Gründungs- und Gründungsfolgekosten 17
3.1.2 Gründung der Limited 17
3.1.2.1 Gründungsvoraussetzungen 17
3.1.2.2 Gründungsverfahren 19
3.1.2.3 Gründungs- und Gründungsfolgekosten 20
3.1.3 Zwischenfazit 22
3.2 ORGANISATION UND VERFASSUNG 23
3.2.1 Organisationsverfassung derGmbH 23
3.2.1.1 Gesellschafterversammlung 23
3.2.1.1.1 Zuständigkeit der Gesellschafterversammlung 23
3.2.1.1.2 Mitgliedschaft der Gesellschafter 23
3.2.1.1.3 Haftung der Gesellschafter 24
3.2.1.2 Geschäftsführer 25
3.2.1.2.1 Bestellung und Abberufung des Geschäftsführers 25
3.2.1.2.2 Leitungsbefugnisse, Rechte und Pflichten des Geschäftsführers 26
3.2.1.2.3 Haftung des Geschäftsführers 27
3.2.1.3 Aufsichtsrat 28
3.2.2 Organisationsverfassung der Limited 28
3.2.2.1 Members und general meeting 29
3.2.2.1.1 Zuständigkeit des general meeting 29
3.2.2.1.2 Mitgliedschaft der members 29
3.2.2.1.3 Haftung der members 30
3.2.2.2 Director 31
3.2.2.2.1 Bestellung und Abberufung des director 31
3.2.2.2.2 Leitungsbefugnisse, Rechte und Pflichten des director 32
3.2.2.2.3 Haftung des director 33
3.2.2.3 Company secretary 34
3.2.3 Zwischenfazit 35
3.3 MITBESTIMMUNG 36
3.3.1 GmbH 36
3.3.2 Limited 37
3.3.3 Kritische Würdigung 38
3.4 FINANZVERFASSUNG 39
3.4.1 GmbH 39
3.4.1.1 Kapitalaufbringung 39
3.4.1.2 Kapitalerhaltung 40
3.4.1.3 Kapitalveränderung 41
3.4.1.4 Finanzierungsmöglichkeiten 41
3.4.2 Limited 42
3.4.2.1 Kapitalaufbringung (raising of capital) 42
3.4.2.2 Kapitalerhaltung (maintenance of capital) 43
3.4.2.3 Kapitalveränderung (alteration of capital) 44
3.4.2.4 Finanzierungsmöglichkeiten 45
3.4.3 Zwischenfazit 45
3.5 AUFTRETEN DER GESELLSCHAFT IM GESCHÄFTSVERKEHR 46
3.5.1 GmbH 46
3.5.2 Limited 47
3.5.3 Zwischenfazit 48
3.6 BEENDIGUNG DER GESELLSCHAFT 49
3.6.1 GmbH 49
3.6.1.1 Liquidation 49
3.6.1.2 Insolvenz 50
3.6.2 Limited 52
3.6.2.1 Liquidation 52
3.6.2.2 Insolvenz 54
3.6.3 Zwischenfazit 56
3.7 RECHNUNGSLEGUNG, ABSCHLUSSPRÜFUNG UND PUBLIZITÄT 57
3.7.1 GmbH 57
3.7.1.1 Buchführung und Rechnungslegung 57
3.7.1.2 Abschlussprüfung und -bericht 58
3.7.1.3 Publizitäts- und Offenlegungspflicht 59
3.7.2 Limited 60
3.7.2.1 Buchführung und Rechnungslegung 60
3.7.2.2 Abschlussprüfung und -bericht 61
3.7.2.3 Publizitäts- und Offenlegungspflicht 62
3.7.3 Zwischenfazit 63
3.8 STEUERRECHT 64
3.8.1 GmbH 64
3.8.1.1 Steuerpflicht der GmbH 64
3.8.1.2 Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft 65
3.8.1.3 Besteuerung auf Ebene der Gesellschafter 66
3.8.2 Limited 67
3.8.2.1 Steuerpflicht der Limited 67
3.8.2.2 Besteuerung auf Ebene der Gesellschaft 69
3.8.2.3 Besteuerung auf Ebene der members 69
3.8.3 Kritische Würdigung 71
3.9 EXKURS: GESELLSCHAFTSRECHTLICHE MISCHFORMEN 73
3.9.1 GmbH & Co. KG 73
3.9.2 Limited & Co. KG 74
3.9.3 Zwischenfazit 75
4. ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK 76
4.1 ZUSAMMENFASSENDER VERGLEICH VON GMBH UND LIMITED 76
4.2 DIE ZUKUNFT DES GESELLSCHAFTSRECHTS IN DEUTSCHLAND 80
ANHANGSVERZEICHNIS 82
LITERATURVERZEICHNIS 120
RECHTSPRECHUNGSVERZEICHNIS 136
Eidesstattliche Erklärung 137

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