Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Rechnungswesen / Rechnungslegung Rechnungslegung nach HGB, IAS und US-GAAP

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Titel Die Bilanzierung von Mezzanine Kapital nach internationaler Rechnungslegung
Untertitel
AutorIn Anja Hager
Seiten 89 Seiten
Hochschule Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2006
Note 1,7
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 90009646
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Problemstellung:

Die Finanzierung der Unternehmen unterlag in der Vergangenheit einem starken Wandel. Neben den klassischen Formen von Eigen- und Fremdfinanzierung kamen zahlreiche Mischformen auf den Markt und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Unter dem Begriff Mezzanine-Kapital werden alle Finanzierungsformen zusammengefasst, die sich im Grenzbereich zwischen dem Eigen- und Fremdkapital ansiedeln. Im Rahmen der Einführung von Basel II und der mangelnden Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen, gewinnt Mezzanine-Kapital immer mehr an Bedeutung.

Bei der Bilanzierung von mezzaninen Finanzinstrumenten stellt sich insbesondere aufgrund der vielfältigen Erscheinungs- und Ausgestaltungsformen die Frage, wo und wie diese Instrumente auszuweisen sind sowie welche bilanziellen Konsequenzen sich daraus ergeben. Entscheidend ist, dass Bilanzierungsregeln die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanzlage- und Ertragslage gewährleisten. Allerdings unterscheiden sich die Jahresabschlusszwecke und die davon geprägten Abgrenzungsregeln nach HGB und IAS/IFRS. Als übergeordnetes Ziel des IAS/IFRS- Abschlusses gilt das Prinzip der Entscheidungsnützlichkeit, während der HGB- Abschluss vom Gläubigerschutz geprägt ist bzw. einen Kompromiss unterschiedlicher Instrumente widerspiegelt.

Obwohl bilanziell eine eindeutige Zuordnung gefordert wird, lassen sich hybride Finanzierungsformen oft nicht ohne weiteres in die Kategorie Eigen- oder Fremdkapital einordnen, da sie nicht den gesetzestypischen Merkmalen entsprechen.

In der handelsrechtlichen Rechnungslegung wurde bis zur Veröffentlichung einer "Leitlinie" des IDW viel diskutiert, welche Merkmale für einen Eigenkapitalausweis zu erfüllen sind. Um der Forderung nach ausreichender Haftungsqualität gerecht zu werden, müssen die Merkmale Nachrangigkeit, Erfolgsabhängigkeit, Verlustteilnahme sowie langfristige Kapitalüberlassung kumulativ erfüllt sein.

Während das deutsche Recht für einen Einkapitalausweis die Erfüllung eines mehrdimensionalen Kriterienkataloges fordert, ist in der IAS/IFRS Rechnungslegung die Erfüllung nur eines Kriteriums maßgebend- der dauerhafte Verbleib des Kapitals im Unternehmen. Entscheidend ist, ob ein vertragliches Rückforderungsrecht bzw. eine Verpflichtung zur Lieferung von flüssigen Mitteln oder anderen Vermögenswerten besteht. Dabei steht der tatsächliche wirtschaftliche Gehalt und nicht allein die rechtliche Gestaltung der Finanzinstrumente im Mittelpunkt.

Die Abgrenzungskriterien werden in der Literatur viel diskutiert. Es wird vor allem bemängelt, dass aufgrund der konsequenten Regelung Hybride häufiger als früher im Fremdkapital ausgewiesen werden müssen und so der wahre Charakter mit seiner temporären Haftungsübernahme in der Bilanz verborgen bleibt.

Mezzanine-Kapital trifft auch in Form von zusammengesetzten Finanzinstrumenten auf. Diese Instrumente müssen internationaler nach Rechnungslegung auf ihre Trennungspflicht hin geprüft werden. Nach Handelsrecht hat ebenfalls eine Prüfung auf eine Aufspaltung zu erfolgen. Im Kern geht es stets um die Frage, ob das Instrument ganzheitlich zu bilanzieren oder in seine Komponenten aufzuspalten ist. Aufgrund der Komplexität ist das Kernproblem bei dieser Art von Instrumenten eine einwandfreie Identifizierung der eingebetteten Derivate. Fraglich ist, inwieweit die geforderte Aufspaltung bei Erfüllung der Trennungskriterien generell sinnvoll ist, so dass eine Zerlegung zum gewünschten Ziel eines besseren Einblicks in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führt.

Ziel der Arbeit ist, Bewertungsprobleme aufzuzeigen und in einer kritischen Analyse zu untersuchen, ob die gegebenen Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden ihrem Jahresabschlussziel, dem Bilanzleser geeignete Informationen über die Finanzinstrumente zu vermitteln, gerecht werden.

Im folgenden zweiten Kapital wird der Begriff des Mezzanine-Kapitals erläutert und aufgezeigt, welche Finanzinstrumente unter dem Begriff subsumiert werden. Dabei können allgemein zwei Gruppen von Finanzinstrumenten unterschieden werden. Zum einen treten sie in Form von Hybriden auf, zum anderen als zusammengesetzte bzw. strukturierte Finanzinstrumente.

Das sich anschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital nach handelsrechtlichter sowie internationaler Rechnungslegung (IFRS). Den Ausgangspunkt stellt die idealtypische Kapitalabgrenzung dar. Allerdings kann diese nicht auf die bilanzielle Erfassung von hybriden Finanzinstrumenten angewendet werden, da es bei diesen Instrumenten zu einer Vermischung der idealtypischen Merkmale kommt. Aus den Funktionen des Eigenkapitals können Merkmale abgeleitet werden, anhand derer die Eigenkapitalqualität von hybriden Finanzinstrumenten gemessen werden kann. Ausgehend von den unterschiedlichen Zielen, die der Jahresabschluss nach Handelsrecht und IAS/ IFRS erfüllen soll, werden die jeweiligen Abgrenzungskriterien dargestellt, wonach eine Klassifizierung der Instrumente zum Eigen- oder Fremdkapital erfolgt.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der bilanziellen Behandlung von hybriden Finanzinstrumenten. Es werden exemplarisch zwei Finanzanzierungsformen- das Nachrangdarlehen und die stille Beteiligung- vorgestellt. Der Anhang dieser Arbeit enthält eine Darstellung einer weiteren Form mezzaniner Instrumente mit Eigenkapitalcharakter- dem Genussrecht. Im Zusammenhang mit der Darstellung der Instrumente wird kritisch hinterfragt, in wie weit die Bilanzierungsmethoden dem Jahresabschlusszweck gerecht werden und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt wird.

Mezzanine-Kapital in Form von strukturierten bzw. zusammengesetzten Instrumenten werden im sich anschließenden vierten Kapitel behandelt. Nach den Regeln von HGB und IAS/IFRS müssen strukturierte Finanzinstrumente auf eine mögliche Trennungspflicht hin geprüft werden, was wiederum Auswirkungen auf die Darstellung der Finanzinstrumente in der Bilanz hat. Das Kapital stellt die Bedingungen für eine Trennungspflicht sowie die Folgen, die sich aus einer Trennung ergeben, dar. Den Abschluss des Kapitels bildet die bilanzielle Behandlung eines Instruments dieser Gruppe - der Wandel-/Optionsanleihe.

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten, die in der Literatur zur verbesserten Darstellung hybrider Finanzinstrumente in der Bilanz diskutiert werden. Diese Vorschläge resultierten aus den problematischen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden mezzaniner Finanzinstrumente, die sowohl nach HGB als auch nach IAS/IFRS bestehen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung 7
2. Mezzanine-Kapital 10
2.1 Begriffsklärung 10
2.2 Mezzanine Finanzierungsinstrumente 11
2.3 Untergruppierung 12
2.4 Merkmale von Mezzanine- Kapital 12
3. Die Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital 13
3.1 Arten der Kapitalabgrenzung 13
3.1.1 Formelle Kapitalabgrenzung 13
3.1.2 Funktionale Abgrenzung 14
3.2 Ziel des Jahresabschlusses nach HGB 15
3.3 Definitionen 15
3.3.1 Finanzinstrumente nach HGB 15
3.3.2 Eigenkapital nach HGB 16
3.3.3 Fremdkapital nach HGB 16
3.4 Kapitalabgrenzung nach HGB 16
3.5 Aufgabe des Eigenkapitals nach HGB 17
3.6 Eigenkapitalkriterien in der handelsrechtlichen Rechnungslegung 17
3.6.1 Herleitung der Eigenkapitalkriterien 17
3.6.1.1 Nachrangigkeit 18
3.6.1.1.1 Begründung der Notwendigkeit des Kriteriums 18
3.6.1.1.2 Rangrücktrittvereinbarung 19
3.6.1.1.3 Forderungsverzicht mit Besserungsabrede 19
3.6.1.2 Nachhaltigkeit 20
3.6.1.2.1 Begründung der Notwendigkeit des Kriteriums 20
3.6.1.2.2 Auslegung der Nachhaltigkeit 21
3.6.1.3 Erfolgsabhängige Vergütung 22
3.6.1.4 Verlustteilnahme 23
3.7 Ziel des Jahresabschlusses nach IAS/IFRS 23
3.8 Definitionen 24
3.8.1 Finanzinstrumente nach IAS/IFRS 24
3.8.2 Eigenkapital nach IAS/IFRS 25
3.8.3 Fremdkapital nach IAS/IFRS 25
3.9 Kapitalabgrenzung nach IAS/IFRS 26
3.10 Aufgabe des Eigenkapitals nach IAS/IFRS 26
3.11 Abgrenzungskriterien nach IAS/IFRS 26
3.11.1 Befristete Kapitalüberlassung 26
3.11.2 Faktische Verpflichtungen 27
3.11.3 Bedingte Erfüllungsvereinbarungen 27
3.11.4 Bedingtes Kündigungsrecht 28
3.11.5 Erfüllungswahlrechte 29
3.11.6 Erfüllung in eigenen Aktien 29
3.11.7 Vergütungszahlung 29
4. Die Bilanzierung von Mezzanine- Kapital in Form von Hybriden 30
4.1 Allgemeine Darstellung 30
4.2 Debt- Mezzanine: Das Nachrangdarlehen 31
4.2.1 Charakterisierung 31
4.2.2 Bilanzierung eines Nachrangdarlehens nach HGB 32
4.2.2.1 Ansatz und Ausweis 32
4.2.2.2 Bewertung 32
4.2.2.3 Gewinn und Verlustrechnung 32
4.2.2.4 Anhang 32
4.2.3 Bilanzierung eines Nachrangdarlehens nach IAS/IFRS 33
4.2.3.1 Ansatz und Ausweis 33
4.2.3.2 Bewertung 33
4.2.3.3 Gewinn und Verlustrechnung 33
4.2.3.4 Anhang 34
4.3 Equity- Mezzanine: Die stille Gesellschaft 34
4.3.1 Charakterisierung 34
4.3.2 Die typisch stille Gesellschaft 34
4.3.3 Die atypische stille Gesellschaft 35
4.3.4 Bilanzierung einer stillen Gesellschaft nach HGB 36
4.3.4.1 Ansatz und Ausweis 36
4.3.4.2 Bewertung: Ziel des Jahresabschlusses nach HGB erfüllt? 38
4.3.4.3 Bewertung 38
4.3.4.4 Gewinn und Verlustrechnung 39
4.3.4.5 Anhang 39
4.3.5 Bilanzierung einer stillen Gesellschaft nach IAS/IFRS 40
4.3.5.1 Ansatz und Ausweis 40
4.3.5.2 Bewertung: Ziel des Jahresabschlusses nach IAS/IFRS erfüllt? 40
4.3.5.3 Kritik am Kriterium der dauerhaften Kapitalüberlassung 41
4.3.5.4 Die Haftungsfunktion des Eigenkapitals 42
4.3.5.5 Bewertung 44
4.3.5.6 Gewinn und Verlustrechnung 44
4.3.5.7 Anhang 45
5. Zusammengesetzte Finanzinstrumente 45
5.1 Begriffsbestimmung 45
5.2 Definitionen 46
5.2.1 Derivate 46
5.2.2 Eingebettete derivative Finanzierungsinstrumente 46
5.3 Trennungspflicht nach deutscher Rechnungslegung 47
5.4 Trennungspflicht nach IAS/IFRS 48
5.5 Kriterien der Trennungspflicht erfüllt 50
5.5.1 Konzept des Split accounting 50
5.5.2 Methode der Restwertzuweisung 50
5.5.3 Mehrere eingebettete Derivate 51
5.5.4 Wert nicht bestimmbar 52
5.5.5 Freiwillige Bilanzierung als ein Produkt 52
5.6 Kriterien für eine Trennungspflicht nicht erfüllt 53
5.7 Options- und Wandelanleihe 53
5.7.1 Charakterisierung 53
5.7.2 Bilanzierung einer Wandel-/Optionsanleihe nach HGB 54
5.7.2.1 Ansatz und Ausweis 54
5.7.2.2 Kritische Hinterfragung der Trennungspflicht nach HGB 55
5.7.2.3 Bewertung 56
5.7.2.4 Gewinn und Verlustrechnung 56
5.7.2.5 Anhang 56
5.7.3 Bilanzierung einer Wandel-/Optionsanleihe nach IAS/IFRS 56
5.7.3.1 Ansatz und Ausweis 56
5.7.3.2 Kritische Hinterfragung der Trennungspflicht nach IAS/IFRS 58
5.7.3.3 Bewertung 58
5.7.3.4 Gewinn und Verlustrechnung 59
5.7.3.5 Anhang 59
6. Vorschläge zur verbesserten Darstellung von Hybriden in der Bilanz 60
6.1 Erweiterung des Bilanzgliederungsschema 60
6.1.1 Überblick 60
6.1.2 Pro Sonderposten 60
6.1.3 Keine Rechtfertigung für einen Sonderposten im Handelsrecht 63
6.1.4 Keine Rechtfertigung für den Ausweis eines Sonderpostens nach IAS/IFRS 64
6.1.5 Beurteilung des Sonderpostens 65
6.2 Der mehrdimensionale Ansatz 65
6.2.1 Darstellung des Ansatzes 65
6.2.2 Eigenkapitalausweis bei befristete Kapitalüberlassung 67
6.2.3 Auswirkungen in der Praxis 68
6.2.4 Der Mehrdimensionale Ansatz des FASB 69
6.2.5 Eigene Bewertung 70
7. Thesenförmige Zusammenfassung 70
Literaturverzeichnis 72
Quellenverzeichnis 84
Anhang Equity- Mezzanine: Der Genussschein 86
a. Charakterisierung 86
b. Die Bilanzierung von Genussscheinen 87
c. Anmerkung zur bilanziellen Behandlung der Vergütung nach HGB 89
d. Anmerkung zum Ansatz nach IAS/IFRS 90
e. Ziel des Jahresabschlusses erfüllt? 90

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