Problemstellung:
Nonprofit-Organisationen (NPO) sind seit einiger Zeit verstärktem Legitimations- und Erfolgsdruck ausgesetzt. Sie werden zunehmend öffentlich kritisiert. Ihnen wird zum Beispiel vorgeworfen, sie handeln nicht effizient und effektiv. Zudem haben sich aufgrund der knapper werdenden finanziellen Mittel der öffentlichen Hand die Rahmenbedingungen für NPO verändert.
Des Weiteren ist zu beachten, dass NPO nicht nur mit anderen NPO, sondern auch mit erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen und Institutionen der öffentlichen Hand in direkter Konkurrenz stehen. Zudem herrscht zwischen NPO ein Wettbewerb um die Beschaffung finanzieller sowie nichtmaterieller Ressourcen außerhalb der Organisation. Deshalb ist es erforderlich, dass NPO den Nutzen bzw. die Wirkung, die sie durch ihre angebotenen Leistungen bei ihren Anspruchsgruppen sowie der Gesellschaft erzeugen, aufzeigen.
Im Unterschied zu erwerbswirtschaftlichen Unternehmungen wird der Erfolg bei Nonprofit-Organisationen nicht anhand von Formalzielen, wie dem Gewinn oder erfolgswirtschaftlichen Kennzahlen, gemessen. Vielmehr stehen Sachziele, die von einer bestimmten Mission abgeleitet werden, im Vordergrund. Bei den Interessengruppen sollen gewisse Wirkungen erzielt werden. Um eine Nonprofit-Organisation effektiv und effizient führen sowie den Erfolg und die Wirkung messen zu können, müssen konkrete Ziele ausgearbeitet werden. Der Zielbildungsprozess in NPO gestaltet sich, bedingt durch die unterschiedlichen Interessen der Anspruchsgruppen, sehr komplex. Abgeleitet von der Mission, dem Zweck der Organisation, sind von der NPO Leistungswirkungs- sowie Leistungserbringungsziele zu erarbeiten, wobei beachtet werden soll, dass die einzelnen Ziele operationalisierbar und somit überprüfbar sind.
Die Messung der Wirkungen von Nonprofit-Organisationen gestaltet sich kompliziert, da die Auswirkungen der Dienstleistungen, die von NPO angeboten werden, schwer quantifiziert werden können. Die Wirkungen, die von NPO ausgehen, sind oft nur indirekt messbar. Zudem soll festgestellt werden, inwieweit die tatsächlichen Wirkungen von den gewünschten Wirkungszielen abweichen, wodurch diese Abweichung hervorgerufen wurde und durch welche Maßnahmen Verbesserungen erreicht werden können.
Ziel der Diplomarbeit "Möglichkeiten der Wirkungsmessung in Nonprofit-Organisationen" ist es, herauszufinden, wie die Auswirkungen der Dienstleistungen, die NPO anbieten, gemessen werden können. Es soll herausgearbeitet werden, welche Instrumente bei der Wirkungsmessung in NPO in welcher Weise eingesetzt werden können. Darauf aufbauend soll anhand der Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg verdeutlicht und analysiert werden, welche Instrumente in Sozialeinrichtungen tatsächlich angewandt werden.
Gang der Untersuchung:
Zuerst wird die gegenwärtige Bedeutung von Nonprofit-Organisationen dargestellt. Anhand aktueller Literatur wird der Begriff "Nonprofit-Organisation" definiert sowie die wichtigsten Merkmale und Charakteristika von NPO in Bezug auf die Wirkungsmessung beschrieben. Speziell wird auf die Sachzieldominanz, den Dienstleistungscharakter in NPO und die Besonderheiten sozialer NPO eingegangen, da im empirischen Teil die Wirkungsmessung anhand der Sozialeinrichtungen Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg dargestellt und analysiert wird.
Anschließend wird auf die komplexen Zielsysteme sowie die Schwierigkeiten der Erfolgsmessung in NPO eingegangen. Es wird erläutert, welche Ziele in NPO im Vordergrund stehen und wie der Erfolg in NPO beurteilt werden kann. Zudem wird dargestellt, wie aus den Oberzielen der NPO Subziele abgeleitet werden können, welche für die Wirkungsmessung relevant sind. Die Bedeutung der Anspruchsgruppen auf den Zielbildungsprozess und deren Einfluss auf die NPO werden gesondert beschrieben.
Im nächsten Abschnitt wird angeführt, was unter dem Begriff "Wirkung" zu verstehen ist sowie welche Auswirkungen die Leistungen der Nonprofit-Organisationen auf die Anspruchsgruppen der NPO und auf die Gesellschaft haben. Darüber hinaus wird erläutert, welche Ziele durch die Wirkungsmessung verfolgt werden. Anschließend wird auf die wichtigsten Instrumente der Wirkungsmessung, die einer NPO zur Verfügung stehen, eingegangen. Zudem werden die Schwierigkeiten bei deren Einsatz beleuchtet.
Darauf aufbauend wird beschrieben, welche Arten von Messgrößen unterschieden werden können und welche Anforderungen an diese gesetzt werden. Da Wirkungen in NPO oft nicht direkt gemessen werden können, wird der Einsatz von Indikatoren und Indizes erläutert. Außerdem wird auf Probleme, die bei deren Einsatz auftreten, hingewiesen.
Anschließend werden der Begriff Performance Measurement und dessen Anwendung erläutert. Anhand der Balanced Scorecard (BSC) wird beschrieben, in welcher Weise diese genützt werden kann, um, ausgehend von strategischen Zielen, in den verschiedenen Perspektiven Messgrößen zu bestimmen, welche in einen Ursache-Wirkungszusammenhang gesetzt und mit Zielwerten verglichen werden. Danach wird auf die Besonderheiten der Anwendung der BSC bei NPO eingegangen. Es wird darauf hingewiesen, dass die ursprünglich vier Perspektiven beim Einsatz in NPO anders definiert und um die eine oder andere Dimension erweitert werden können.
In Sozialeinrichtungen wird die Wirkung, die die Leistungen auf die Anspruchsgruppen ausüben, oft mittels Kunden-, Klienten- und Mitarbeiterbefragungen gemessen. Aus diesem Grund wird in der Diplomarbeit auf dieses Instrument der Wirkungsmessung eingegangen und dargestellt, wie die Auswertung von Befragungen erfolgt. Anschließend wird erläutert, wie die aus der Befragung gewonnenen Zufriedenheitsgrade (Ist-Werte) mit Sollwerten, mit vergangenen Erhebungen oder mit Ergebnissen von Benchmarkingpartnern gegenübergestellt und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können.
Nach der theoretischen Analyse der Thematik wird anhand der Lebenshilfe Salzburg gGmbH und Pro Mente Salzburg, welche als praktische Beispiele dienen, dargestellt und analysiert, wie Wirkungsmessung in Sozialeinrichtungen angewandt wird und welche Instrumente hierbei eingesetzt werden. Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis: