Diplomarbeiten


(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Branche Dienstleistung Unternehmensberater / Wirtschaftsprüfer

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Titel Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU und Darstellung des wirtschaftlichen Erfolges an einem Fallbeispiel in prototypischer Realisierung auf Excel Basis
Untertitel
AutorIn Orlando Marin
Seiten 128 Seiten
Hochschule Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
Art der Arbeit Diplomarbeit
Abgabe 2006
Note 2
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
Bestellnummer 91009870
Sprache Deutsch
Medien Papier / CD
Inhaltsangabe
Einleitung:

Der Markt für Steuerberatung boomt, gleichzeitig ist die die Attraktivität des steuerberatenden Berufs ungebrochen. So ist die Anzahl der zugelassenen Steuerberater in Deutschland im vergangenen Jahr erneut. So verzeichneten die 21 deutschen Steuerberaterkammern zum 1.1.2006 insgesamt 79.110 Mitglieder. Gegenüber der Vorjahreszahl von 77.020 zugelassenen Steuerberatern entspricht dies einem Anstieg um 2,71 Prozent.

Das Berufsbild des Steuerberaters ist seit einigen Jahren einem deutlichen Wandel ausgesetzt. Strukturell manifestiert sich dieser Wandel durch die Zusammensetzung der Branche. Denn während die Zahl der Steuerberaterpraxen im vergangenen Jahr um 1,80 Prozent auf 45.665 gestiegen ist, verzeichneten insbesondere die Steuerberatungsgesellschaften mit einer Steigerungsrate von 2,84 Prozent ein deutliches Wachstum. Insgesamt machen sie mittlerweile mit 7.129 einen Anteil von 15,61 Prozent der Gesamtpraxen aus. Darüber hinaus drückte sich der Wandel vornehmlich darin aus, dass sich die der Tätigkeitsbereich der Steuerberater immer mehr von den im Steuerberatungsgesetz (StBerG) und der dazugehörigen Durchführungsverordnung geregelten Inhalten der Tätigkeit entfernt. So beschreibt § 33 StBerG diese Inhalte wie folgt: "Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften haben die Aufgabe, im Rahmen ihres Auftrags ihre Auftraggeber in Steuersachen zu beraten, sie zu vertreten und ihnen bei der Bearbeitung ihrer Steuerangelegenheiten und bei der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten Hilfe zu leisten. Dazu gehören auch die Hilfeleistung in Steuerstrafsachen und in Bußgeldsachen wegen einer Steuerordnungswidrigkeit sowie die Hilfeleistung bei der Erfüllung von Buchführungspflichten, die auf Grund von Steuergesetzen bestehen, insbesondere die Aufstellung von Steuerbilanzen und deren steuerrechtliche Beurteilung".

Allerdings sind die Steuerberater immer mehr gezwungen, von ihrer angestammten Dienstleistung, der Erstellung der Steueranmeldung und der Erstellung der Finanzbuchhaltung auf Beratungsdienstleistungen überzugehen, die insgesamt als betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung beschrieben werden können. Nach DUESING/BLUM lässt sich diese Entwicklung auf die folgenden beiden Ursachen zurückführen: "Die Zahl der potenziellen Auftraggeber vor allem im Bereich Handel und Handwerk ist spürbar rückläufig. Jedes leer stehende Ladenlokal ist ein potenzieller Auftraggeber weniger. Viele mittelständische Unternehmen verfügen zwischenzeitlich über eigene Softwaresysteme, um die Finanzbuchhaltung, zum Teil auch die Lohnbuchhaltung, selbst erstellen zu können." Ein herausragender Einfluss kommt diesbezüglich den Softwareprogrammen zu, die eine integrierte Finanzbuchhaltung mit der Möglichkeit von betriebswirtschaftlichen Auswertungen bieten. Schließlich war dieser Bereich bislang eine Domäne der Steuerberater, die insbesondere mit der DATEV-Software für steuerberatende Berufe über eine proprietäre Softwarelösung verfügten, die zu einer Quasi-Abhängigkeit des Unternehmens von seinem Steuerberater führte, da eine Anschaffung der DATEV-Software ohne die Mandantschaft bei einem Steuerberater nicht möglich ist. Zwar hat die 1966 gegründete DATEV eG in Nürnberg mit derzeit etwa 39.000 Mitgliedern, rund 5.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 581 Millionen Euro im Jahr 2005 eine führende Position auf dem Softwaremarkt inne, doch haben die Veränderungen des wirtschaftlichen und informationstechnischen Umfelds zur einer Erhöhung der Wettbewerbsintensität geführt. Aus diesem Grund hat DATEV sein Leistungsspektrum von den ursprünglichen Kernbereichen Steuern und Rechnungswesen um die Bereiche Rechnungswesen, betriebswirtschaftliche Beratung, Enterprise Resource Planning (ERP) sowie Organisation und Planung erweitert.

Diese Neuorientierung seitens der DATEV bietet auch für den Steuerberater die Möglichkeit, sein Dienstleistungsangebot neu zu formulieren. So ist es mittlerweile erklärtes Ziel der DATEV, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmer und Steuerberater durch Aufteilung und Verzahnung der Arbeitsprozesse zu verbessern, so dass deutliche Synergieeffekte realisiert werden können. Ziel ist es, die DATEV-Software bei der Zusammenarbeit in den Mittelpunkt zu stellen und somit das Marktpotential für DATEV weitgehend auszuschöpfen. Problematisch ist diese Entwicklung allerdings für den Steuerberater, da DATEV mittlerweile versucht, die Software direkt den Unternehmen anzubieten, ohne dass Erwerb und Nutzung an die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater gekoppelt wäre. Der Vorteil einer solchen Inhouse-Lösung besteht neben den geringeren Kosten in der Verfügbarkeit der Belege, die nicht mehr zum Steuerberater transportiert werden müssen.

Die beschriebenen Entwicklungen haben zur Folge, dass der Steuerberater der Zukunft, den angestammten Tätigkeitsschwerpunkt Steuersachen erweitern muss um die betriebswirtschaftliche Beratung anhand von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), Bilanzanalyse, Existenzgründung, Finanzplanung und der nach Basel II unerlässlichen Beratung beim Kreditrating.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es damit, ein Konzept zu entwickeln, das es erlaubt, die notwendige Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in kleinen und mittleren Unternehmen (KWU) zu realisieren. Darüber hinaus soll ansatzweise anhand eines Fallbeispiels verdeutlicht werden, wie ein solches Konzept auf Excel Basis umgesetzt werden könnte. Da ein solcher Vergleich nicht ohne Zugrundelegung einer Software möglich ist, soll aufgrund ihrer Verbreitung die o.g. DATEV-Software in die Argumentation einbezogen werden. Allerdings kann im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht tiefer auf softwaretechnische Fragestellungen eingegangen werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die Neugestaltung des Beratungsumfangs von Steuerberatern in KMU zu analysieren und deren prototypische Realisierung auf Excel Basis zu skizzieren. Dabei sind nicht nur theoretische, sondern auch praktische Probleme zutage getreten, die jedoch mit einem Tool auf Excel-Basis grundsätzlich lösbar sind. Auf jeden Fall konnte gezeigt werden, dass es sich für den Steuerberater und seine Mandanten lohnt, entsprechende Investitionen in die Entwicklung zu tätigen, da mit einem solchen Tool sich für KMU eine konkrete ziel- und zukunftsorientierte Planung und Kontrolle eröffnet, die in Zukunft ein einheitliches Controlling und Steuerung in KMU ermöglichen kann. Im Zuge der Bearbeitung wurde deutlich, welche Handlungsoptionen und Elemente sich zu einer Verbesserung des Managements in KMU anbieten.

Insgesamt ist klar geworden, dass der Steuerberater der Zukunft, seinen Tätigkeitsschwerpunkt Steuersachen erweitern muss um die betriebswirtschaftliche Beratung anhand von Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA), Bilanzanalyse, Existenzgründung, Finanzplanung und der nach Basel II unerlässlichen Beratung beim Kreditrating. Gerade das Rating wird in Hinblick auf Basel II in Zukunft ein wichtiges, wachstumsstarkes Marktsegment darstellen, das sich die Steuerberater nicht entgehen lassen sollten.

Deutlich wird das Hinterherhinken der Steuerberater, wenn man die Ergebnisse der im Rahmen der vorliegenden Arbeit durchgeführten Befragung von Unternehmen vor Augen hält. Zwar werden die genannten Aufgaben von den Unternehmen als grundsätzlich ausgliederbar angesehen, allerdings gilt dies nicht für eine Ausgliederung der Aufgaben der Wirtschaftlichkeits- und Rentabilitätsprüfungen und insbesondere die Kreditprüfung- und Verhandlung, die von den Unternehmen dem Steuerberater nur in geringerem Ausmaße zugetraut wird als anderen Beratern. In Bezug auf die Kreditprüfung- und Verhandlung ist zudem ein großer Teil der Zustimmung nur als teilweise Zustimmung gegeben wurde. Hier gilt es seitens der Steuerberater, noch stärker als bisher auf die fachspezifische Kompetenz hinzuweisen, da gemäß der Befragungsergebnisse der Zugriff auf externes Know-how den ausschlaggebenden Faktor für die Auslagerungsentscheidung darstellt. Gleichzeitig sollten ist den Steuerberatern zu empfehlen, im Rahmen der Beratung stärker als bisher auf die Beratungskapazität, der Kostenplanung und die Orientierung an der übergeordneten Zielsetzung zu achten.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 4
2. Rechnungswesengestützte Beratungsansätze 5
2.1 Aufgaben und Funktionen des Rechnungswesens 5
2.2 Instrumente der Unternehmenssteuerung 13
2.2.1 Kostenrechnung 13
2.2.2 Investitionsrechnung 14
2.2.3 Liquiditätsrechnung 16
2.3 Controlling mit Kennzahlen 17
3. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 22
3.1 Charakteristika von KMU 22
3.2 Typische Probleme von KMU 25
3.3 Ausgestaltung der Controllingfunktion in KMU 29
3.4 Wandel der Rolle des Steuerberaters bei KMU 31
4. Entwicklung eines integrierten Beratungsansatzes 34
4.1 Darstellung der Ausgangssituation 34
4.2 Informationsbedarf von KMU - Ergebnisse einer empirischen Erhebung 38
4.2.1 Methodik und Forschungsdesign 38
4.2.2 Fragebogen 38
4.2.3 Stichprobe 39
4.2.4 Untersuchungsprozess 41
4.2.5 Statistische Auswertung 42
4.2.5.1 Einführung in erste Ergebnisse 42
4.2.5.2 Entwicklung und Diskussion weiterer Hypothesen 45
4.3 Potentielle Schwerpunkte einer Beratung 51
4.3.1 Betriebswirtschaftliche Auswertung 51
4.3.2 Bilanzanalyse 56
4.3.3 Existenzgründung 64
4.3.4 Finanzplanung 68
4.4 Integration 69
4.4.1 Datenverknüpfung zu Kennzahlensystemen 69
4.4.2 Integriertes Risikomanagement 72
5. Zusammenfassung 74
Anhang 1 Fragebogen 76
Anhang 2 Deskriptive Statistik 80
Anhang 3 Bezüge zwischen Frage 2a und Frage 8b 93
Anhang 4 Bezüge zwischen Frage 2b und Frage 8a 96
Anhang 5 Bezüge zwischen Frage 2b und Frage 9 101
Anhang 6 Bezüge zwischen Frage 3a und Frage 8a 110
Anhang 7 Bezüge zwischen Frage 3a und Frage 8b 112
Literaturverzeichnis 114
Eidesstattliche Versicherung 123

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