ABC-Analyse Das Wichtige erkennen und sich darauf ausrichten

Teil 3: Systematik und Anwendung der ABC-Analyse

Die ABC-Analyse dient dazu, die Bedeutung einzelner Sachverhalte in Ihrem Unternehmen richtig einzuschätzen. Im ersten Schritt müssen Sie deshalb festlegen, welche Sachverhalte Sie analysieren wollen. Dann zerlegen Sie diesen in zwei Wertepaare, die miteinander in Verbindung stehen und die Sie dann vergleichen. Beispiele sind:

  • Kunde – Umsatz
  • Artikel – Lagerbestand
  • Produkte – Kosten
  • Reisen – Reisekosten

Für welche Bereiche wollen Sie feststellen, wie wichtig diese für Ihr Unternehmen derzeit sind? Was sind die Fragestellungen, die Sie dabei interessieren?




Meistens wird die ABC-Analyse angewendet bei Fragen wie:

  • Was sind unsere wichtigsten Produkte?
  • Wer sind unsere wichtigsten Kunden?
  • Was sind unsere wichtigsten Einkaufteile?
  • Wer sind unsere wichtigsten Lieferanten?

Sie lässt sich aber auch übertragen auf Fragen wie:

  • Welche Abteilungen stellen intern die häufigsten Anfragen?
  • Welche Fehler verursachen den größten Aufwand (zum Beispiel bei Instandsetzung)?
  • Welche Programme werden am häufigsten benutzt?

Im nächsten Schritt werden die Kategorien des ausgewählten Sachverhalts festgelegt. Sie können beispielsweise alle Ihre Produkte oder Produkttypen aufzählen, alle Kunden, alle Einkaufteile etc. Nutzen Sie die beiden folgenden Excel-Vorlagen, um Ihre Produkte (oder eben andere Kategorien oder Bereiche) in drei Klassen einzuteilen und die jeweilige Bedeutung zu visualisieren, wie es das Diagramm zeigt:

Legen Sie dann das zweite Kriterium des Wertepaars fest. Was ist das relevante Entscheidungskriterium für die Analyse? Das ergibt sich aus der Fragestellung, die Sie beantworten wollen. Beispiele:

  • Produkte: Umsatz, Deckungsbeitrag, Gewinn, ROI (pro Jahr)
  • Kunden: Umsatz, Anzahl der Aufträge (pro Jahr)
  • Einkaufteile: Wert, Menge (pro Jahr)
  • Lieferanten: Einkaufswert, Anzahl Bestellungen (pro Jahr)
  • Abteilungen: Zeit zur Anfragebearbeitung (pro Jahr)
  • Probleme: Zeit zur Problemlösung (pro Jahr)
  • Programme: Zeit oder Häufigkeit der Nutzung (pro Jahr)
Schreiben Sie dann für jede einzelne Kategorie auf, welche Bedeutung die Kategorie gemessen an Ihrem Entscheidungskriterium hat, indem Sie die einzelnen Werte eintragen. Sie können dabei die absoluten Werte oder die jeweiligen Prozentwerte vom Gesamten nehmen, sodass sich immer eine Summe von 100 ergibt. Dazu müssen Sie sich genau überlegen, woher Sie die Werte bekommen. Am einfachsten ist es, wenn die Zahlen in Ihrer EDV vorliegen. Sie müssen aber in jedem Fall mit den Mitarbeitern diskutieren, die diese Zahlen erheben und pflegen. So können Sie sich ein Bild über die Verlässlichkeit der Zahlen machen. Jede Analyse ist nur so gut wie das Zahlenmaterial, das ihr zugrunde liegt. Seien Sie sich dessen immer bewusst! Schließlich lassen sich drei Gruppen der von Ihnen gewählten Kategorie (Produkte, Kunden etc.) unterscheiden:
  • A-Elemente: Dies sind die wenigen Produkte, Kunden etc., die für Sie am wichtigsten sind. Mit ihnen erzielen Sie den meisten Umsatz, verbringen Sie die meiste Zeit etc.
  • B-Elemente: Sie bilden das Mittelfeld.
  • C-Elemente: Dies sind die vielen Produkte, Kunden, die eigentlich wenig zu Ihrem Entscheidungskriterium beitragen – aber vielleicht dennoch viel Aufwand und Mühen machen. Oder umgekehrt: Das sind die vielen zufriedenen Anwender, die selten mit Problemen kommen.

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ABC-Analyse: Das Wichtige erkennen und sich darauf ausrichten
Umfang: 15 Seiten + 8 Arbeitsvorlagen und Excel-Arbeitsmappen


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