Konsequent Führen Die wichtigen Aufgaben der Führungskraft

Teil 2: Führungsstil, Führungskompetenz und Führungsverhalten

Gerade eine Führungskraft aus dem mittleren Management tut sich mit ihren Führungsaufgaben oft sehr schwer. Sie muss das eigene Team oder die Abteilung so führen, dass die vorgegebenen Ziele erreicht werden und die Mitarbeiter bei Laune bleiben. Sie muss sich gegen ihre Kollegen, die Leiter der anderen Abteilungen, behaupten und die eigenen Interessen geschickt vertreten. Sie ist Ansprechpartner für das Top-Management, muss deren Strategien und Ziele in die Tat umsetzen und wird für die Ergebnisse verantwortlich gemacht. In dieser Sandwich-Position ist die Führungskraft oft einem großen Druck ausgesetzt.

Das kann zu einer starken persönlichen Belastung werden. Der Stress nimmt zu. Oft leidet das Privatleben, wenn man regelmäßig zehn bis zwölf Stunden am Tag arbeiten muss. Viele Führungskräfte haben sich durch hohe Fachkompetenz ausgezeichnet und sind deshalb auf der Karriereleiter nach oben gestiegen – wurden Teamleiter und Abteilungsleiter und mussten damit eine Fülle von Managementaufgaben und Personalverantwortung übernehmen. Allzu oft wurden sie darauf aber nicht ausreichend vorbereitet.

Entlastung erreicht die Führungskraft dadurch, dass sie ihre Aufgaben besser bewältigt. Sie muss dafür ihre Führungskompetenzen und ihren Führungsstil entwickeln. Das betrifft zwei Aspekte:

  • Führung ist eine besondere Einstellung zur eigenen Person, zum Ich, zum Beruf und zur Rolle gegenüber allen anderen Personen im Unternehmen. Führung und Persönlichkeit sind eng miteinander verbunden. Oft wird das als Leadership bezeichnet. Sie umfasst den eigenen Lebenssinn, das Selbstbild, die Werte und Überzeugungen und die Kompetenzen, die eine Führungskraft mitbringt.
  • Führung ist auch ein Handwerk. Sie handelt davon, die richtigen Werkzeuge einzusetzen, um die anstehenden Anforderungen und Aufgaben effektiv und effizient zu bewältigen und um Resultate zu erzielen.

Stichwort

Führung bedeutet, dass Menschen das Verhalten anderer beeinflussen wollen, um die eigenen oder gemeinsame Ziele zu realisieren. Im Unternehmen führen im Allgemeinen die Führungskräfte. Die Ziele leiten sich aus der Organisation und den Erwartungen der Stakeholder  ab. Die Einflussnahme erfolgt durch die persönliche Beziehung zwischen den Führungskräften (Vorgesetzter, Chef) und den geführten Mitarbeitern.

Es gibt keine festen Regeln, wie eine Führungskraft handeln sollte. Es gibt kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“. Letztlich muss jede Führungskraft ihren eigenen Führungsstil entwickeln, der zu ihr passt und mit dem sie sich wohl fühlt; das ist mit Authentizität gemeint, die von einer Führungskraft oft gefordert wird. Wichtige Ansprüche an die Führungskraft sind dabei:

  • gemeinsam mit den Mitarbeitern Ziele erreichen (von der Geschäftsleitung vorgegeben),
  • ein vertrauensvolles und faires Arbeitsklima schaffen und
  • die Potenziale der Mitarbeiter nutzen und entwickeln und dabei auch deren Interessen und Ziele einbeziehen.

Es gibt eine Fülle von Studien, Modellen und Hypothesen über Führung. Und unzählige Beispiele von Personen, die für gute oder schlechte Führung stehen (Sie kennen aus Ihrem Betrieb sicherlich ebenfalls viele Beispiele). Zur Charakterisierung unterschiedlicher Führungsstile werden häufig sogenannte transaktionale und transformationale Führungsmodelle unterschieden.

Stichwort

Transaktionale  Führungsmodelle besagen, dass Führung vor allem ein sozialer Austauschprozess sei: „Du gibst mir und ich gebe dir“. Der Führungserfolg wird daran gemessen, ob Prozesse funktionieren und effektiv und effizient gearbeitet wird.

Das transformationale Führungsverhalten wird oft mit Charisma oder Soft Skills umschrieben. Es umfasst Führungsstile, bei denen die Geführten Vertrauen, Respekt, Loyalität und Bewunderung für die Führungskraft empfinden.

Der Management-Vordenker Peter F. Drucker fasst gute Führung, als das Verhalten der idealen Führungskraft, in zwei Regeln zusammen:

  • Effektive Führungskräfte denken oder sagen nicht „ich“, sondern „wir“.
  • Effektive Führungskräfte sind die ersten, die zuhören, und die letzten, die reden.

Als weitere wichtige Tugenden für Führungskräfte erachtet er:

  • Sie fragen sich: Was ist zu tun?
  • Sie fragen sich: Was ist gut für das Unternehmen?
  • Sie entwickeln einen Aktionsplan.
  • Sie übernehmen Verantwortung und treffen Entscheidungen.
  • Sie sorgen für effektive Kommunikationsstrukturen.
  • Sie konzentrieren sich auf die Chancen.
  • Sie gestalten Besprechungen produktiv.

In dieser Lösungshilfe stellen wir einige wichtige Bausteine vor, die einen Beitrag dazu leisten können, die eigene Führungskompetenz (Leadership) zu entwickeln und den Werkzeugkasten als Führungskraft zu bestücken. Wichtig ist, die eigene Rolle als Führungskraft anzunehmen und zu akzeptieren, dass andere Aufgaben im Vordergrund stehen, nämlich mehr Mitarbeiterführung statt Fachaufgaben und mehr strategisches Denken statt operatives Handeln. Das operative Geschäft muss delegiert werden und die typischen Management- und Führungsaufgaben müssen angegangen werden.


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Konsequent Führen: Die wichtigen Aufgaben der Führungskraft
Umfang: 33 Seiten +11 Arbeitsvorlagen und Checklisten