Wenn Unternehmen groß, unflexibel und starr werden, dann greifen sie auf das Konzept der Profit Center zurück. Sie wollen damit kleine, marktorientierte und schlagkräftige Einheiten schaffen und die Flexibilität zurückgewinnen. Sie schaffen Unternehmen im Unternehmen. Die Ziele, die sie damit verfolgen, sind insbesondere:
- bessere Ausrichtung auf interne oder externe Kunden;
- klare Fokussierung auf einzelne Bereiche;
- mehr Freiräume und Verantwortung für die Mitarbeiter auf der operativen Ebene;
- stärkere Motivation der Mitarbeiter;
- mehr Flexibilität in der Erfüllung der Kundenwünsche;
- bessere Möglichkeiten, die Rentabilität einzelner Bereiche zu ermitteln.
Profit Center werden meistens dann eingerichtet, wenn das Unternehmen nach Objekten organisiert ist (so genannte divisionale Organisation). Es ist nicht die einzelne Funktion wie Entwicklung, Produktion oder Verkauf das Struktur gebende Element, sondern Prozesse. Folgende Objekte können dabei als Gliederungskriterien angewendet werden:
- Produktgruppen oder Dienstleistungsarten,
- Vertriebsregionen,
- Vertriebswege (z.B. Handel, direkt an den Endkunden),
- Kundengruppen oder
- Lieferanten (bei Händlern).
Beispiel Trumpf Gruppe
Der schwäbische Maschinenbauer Trumpf mit ca. 1,65 Milliarden Euro Umsatz und 6.500 Mitarbeitern (2005/2006) ist in fünf Sparten nach Produktkategorien organisiert:
- Werkzeugmaschinen
- Elektrowerkzeuge
- Lasertechnik
- Elektronik
- Medizintechnik
Solche Sparten, wie sie Trumpf eingerichtet hat, können für ihr Ergebnis bzw. den Profit, den sie erwirtschaften selbst verantwortlich sein. Sie werden als Profit Center geführt. Voraussetzung dafür ist, dass Kosten und Erlöse eindeutig einem Profit Center zugeordnet werden können. Bei einer funktionsorientierten Organisationsstruktur ist das mit erheblichen Problemen verbunden.
Stichwort
Ein Profit Center ist eine Organisationseinheit im Unternehmen, die von anderen Einheiten (Abteilungen, Bereichen) klar abgegrenzt wird. Für diese Einheit werden alle Erlöse, die sie erwirtschaftet, und alle Kosten, die sie verursacht, gesondert ermittelt. Daraus lässt sich der Profit, den diese Einheit erwirtschaftet, ermitteln. Diese Kenngröße wird zur Steuerung des Bereichs innerhalb des gesamten Unternehmens verwendet.
Je nach Verantwortungsbereichen und Entscheidungsbefugnissen unterscheidet man weitere Center-Konzepte: Cost Center, Revenue Center, Investment Center.
Welche Gliederung der Organisation ist in Ihrem Unternehmen vorherrschend? Welche Möglichkeiten gibt es für eine spartenorientierte Gliederung (divisional, nach Objekten)?
Für die Funktionsfähigkeit eines Profit Centers müssen unter anderem Ziele mit den Profit Center Leitern vereinbart werden. Außerdem sollten die einzelnen Center teamorientierte Strukturen aufweisen. Es ist möglich, die Leiter und die Mitarbeiter am Erfolg ihres Profit Centers zu beteiligen (erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile). Im Folgenden zeigen wir, wie Profit Center eingerichtet und organisiert werden. Außerdem lernen Sie, wie Kosten und Erlöse richtig zugeordnet werden.
- Teil 1: Profit-Center: Kundenfokussierung im Unternehmen planen, aufbauen und koordinieren
- Teil 2: Funktion und Aufgaben von Profit-Centern
- Teil 3: Strukturelle Einbindung und ihre Voraussetzungen
- Teil 4: Controlling und Erfolgsrechnung
- Teil 5: Steuerung eines Profit Centers
- Teil 6: Quellen und weiterführende Informationen zum Thema Profit Center
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