Smalltalk

Teil 1: Die richtige Einstellung zum Smalltalk

Einer Untersuchung des Center for Workforce Development in Massachusetts zufolge erwerben 70 Prozent der Firmenangehörigen ihr Wissen über ihren Job und ihr Unternehmen durch den alltäglichen Plausch mit Kollegen. Auch wenn Smalltalk zunächst zweckfrei ist, eignen sich informelle Gespräche oder Anlässe, um Bezug zu seinem Tätigkeitsbereich oder aktuellen Projekten herzustellen. Besondere Leistungen oder neue Ideen lassen sich hier gut einflechten. Und wer Kontakte knüpfen und beruflich nutzen möchte, kommt um Smalltalk nicht herum. Denn Smalltalk ist ein Türöffner. Kollegen, Geschäftspartner oder Kunden gewinnen so einen Eindruck von ihrem Gegenüber.

Es gibt viele Gelegenheiten zum smalltalken:

  • im Büroflur oder am Kopierer,
  • im Aufzug,
  • beim Mittagessen oder in der Cafeteria,
  • auf der Weihnachtsfeier oder bei einem Geburtstagsfest, 
  • bei einem Empfang, auf einer Messe oder einem Kongress,
  • bei einem Treffen des Berufsverbandes oder
  • in der Seminarpause.

StichwortSmalltalk

Laut dem Oxford Dictionary bedeutet Smalltalk eine „unverbindliche soziale Konversation“ oder auch „Geschwätz“. Sprachpsychologen zufolge hat Smalltalk zwei Funktionen: Er stellt eine soziale Verbindung zwischen den Gesprächspartnern her und vermeidet ein als peinlich empfundenes Schweigen.

Die richtige Einstellung zum Smalltalk

Smalltalk hat nicht bei jedem einen guten Stand. Die einen finden Smalltalk unnötig, weil er oberflächlich ist, die anderen finden ihn sinnlos, weil er sich um belanglose und uninteressante Themen dreht. Gerade die Deutschen gelten als Smalltalk-Muffel. Aber: Wer Smalltalk als lästig empfindet, wirkt oft arrogant, verschlossen oder unsicher. Wer dagegen auf andere zugeht und offen für ein Gespräch ist, kommt eher sympathisch an. Außerdem: Wer sich für andere interessiert, für den interessieren sich auch die anderen. Und Smalltalk ist eine Gelegenheit, Interesse zu zeigen.

Die Kommunikationsexpertin Cornelia Topf rät in ihrem Smalltalk-Ratgeber, das eigene Interesse an einem Thema oder an einer Person aufzubauen, um Sprechhemmungen zu überwinden. Selbst wenn Sie sich zum Beispiel nicht für Opern interessieren, können Sie sich bei einem Opernbesuch mit anderen unterhalten. Sie könnten sich interessieren für:

  • Sachthemen: Ihr Gesprächspartner ist in einem Bereich tätig, von dem Sie kaum etwas wissen.
  • Menschen: Was ist Ihr Gesprächspartner für eine Person? Was mag er, was nicht? Was liest, sieht, hört, isst er gerne?
  • Emotionen: Wie geht es Ihrem Gesprächspartner? Wie fühlt er sich? Warum sieht er bedrückt oder fröhlich aus? Was denkt er über dies und jenes?

[Quelle: Cornelia Topf, Small Talk, 2012]

Es gibt aber auch jene Menschen, denen Smalltalk schwerfällt. Oft, weil ihnen bestimmte Glaubenssätze im Weg stehen, zum Beispiel

  • Ich weiß nie, was ich sagen soll.
  • Ich muss witzig sein.
  • Ich muss etwas Schlaues sagen können.
  • Ich muss eine gute Figur machen.
  • Was soll der andere von mir denken, wenn ich ... anspreche?
  • Bevor ich etwas Dummes sage, sage ich lieber gar nichts.

Der größte Teil der Kommunikation besteht genau genommen aus unbedeutenden Wortwechseln. Sie teilen öfter wenige, unverfängliche Sätze mit Fremden als Sie denken. Machen Sie sich also bewusst: Ihre Hemmungen sind keine Tatsachen und der andere kennt weder Ihre negativen Gedanken noch Ihre selbstkritische Haltung. Folgen Sie keinen überzogenen Erwartungen und überlegen Sie: Was kann schlimmstenfalls schief gehen? Menschen wollen kein perfektes Gespräch führen, sondern sich lediglich unterhalten.

Wie oft führen Sie unbewusst Smalltalk? Denken Sie dabei an kurze Unterhaltungen mit Ihren Nachbarn; an Situationen, bei denen Sie eine Bemerkung zu einem unbekannten Kollegen machten, während Sie kopierten; oder etwas zu jemandem sagten, als Sie irgendwo anstehen mussten. Versetzen Sie sich noch einmal in diese Situationen hinein: Was empfinden Sie? Was war für Sie positiv? Notieren Sie Ihre Gedanken:




Es lohnt sich, seine Hemmungen zu überwinden. Denn Smalltalk hat viele positive Aspekte:

  • Feedback: Mit Smalltalk können Sie ausprobieren und testen, wie gut Ihre Kommunikationsfähigkeiten sind.
  • Horizonterweiterung: In lockeren Gesprächen können Sie viel über andere erfahren und dazulernen.
  • Selbsterkenntnis: Wenn Sie sich in Smalltalk- Gesprächen selbst beobachten, können Sie herausfinden, wann und bei wem Sie sich wohlfühlen, wo nicht und welches dafür die Gründe sein könnten. Registrieren Sie, warum Ihnen jemand sympathisch ist und warum nicht. Das hat immer auch etwas mit Ihnen selbst zu tun.
  • Geselligkeit: Smalltalk stellt Gemeinschaft her. Auch wenn Sie gerne alleine sind, ist es doch auch schön, andere um einen herum zu haben.
  • Freundschaft: Manchmal entsteht aus einem belanglosen Gespräch sogar eine Freundschaft.

[Quelle: Tania Konnerth: Erfolgreich smalltalken]


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