Teamarbeit

Teil 1: Merkmale guter Teamarbeit

Mitarbeiter sehen sich im Unternehmen immer weniger als einzelne Individuen. Sie sind Teil einer Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sie arbeiten mehr oder weniger intensiv und regelmäßig mit ihren Kollegen zusammen. Oft verstehen sie sich deshalb selbst als Team. Inzwischen ist Teamarbeit ein weit verbreiteter Begriff.

Ziel dabei ist: Unternehmen wollen flexibel und schlagkräftig sein und sie wollen das Wissen und die Erfahrungen, die unterschiedliche Mitarbeiter in ihr Team einbringen, nutzen. In Stellenausschreibungen suchen die Vorgesetzten aus diesem Grund „teamfähige Mitarbeiter“. Es lassen sich unterscheiden:

  • Gruppenarbeit: Mehrere Mitarbeiter sind in einer Gruppe als Team dauerhaft zusammengefasst. Sie haben ein gemeinsames Ziel und gemeinsame Aufgaben. Sie haben meist einen hohen Handlungs- und Entscheidungsspielraum und werden von einem Gruppensprecher oder einem Gruppenleiter geführt.
  • Projektteam: Hier arbeiten mehrere Mitarbeiter – meistens aus unterschiedlichen Abteilungen – für einen befristeten Zeitraum zusammen, um eine spezifische, neuartige oder einmalige Aufgabe zu bewältigen. Das Projektteam wird von einem Projektleiter geführt und nach Projektende wieder aufgelöst.

Manche sprechen von Gruppenarbeit, andere von Teamarbeit. Im Begriff der Teamarbeit kommt der Gedanke des Zusammenarbeitens und des Willens, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, stärker zum Ausdruck. Es legt eine höhere Leistung nahe. In der Praxis werden aber beide Begriffe oft synonym verwendet. Weitere Bezeichnungen für die Arbeit in einer Gruppe sind je nach Aufgabenschwerpunkt und Dauer der Zusammenarbeit: Qualitätszirkel, Lernstatt, Werkstattzirkel oder Wertanalyseteam.

StichwortTeam

Ein Team ist eine kleine, nach funktionalen Gesichtspunkten strukturierte Arbeitsgruppe mit einer spezifischen Zielsetzung, gemeinsamen Aufgaben und entsprechenden Arbeitsformen, relativ intensiven Interaktionen untereinander und einem mehr oder weniger starken Gemeinschaftsgeist.

[Walter Bungard, zitiert nach Cony Antoni, Praxishandbuch Gruppenarbeit, 2001]

Noch immer streiten sich die Experten, wann ein Team wirklich ein Team ist. Die einfache formale Bezeichnung innerhalb eines Organigramms dürfte nicht ausreichen. Diese Merkmale von Gruppen- oder Teamarbeit gelten als wesentlich:

  • Mehrere Personen arbeiten eng miteinander zusammen.
  • Sie haben gemeinsame Ziele, Werte und Spielregeln der Zusammenarbeit; sie zeichnet ein „Wir-Gefühl“ aus.
  • Sie teilen die Aufgaben und Tätigkeiten selbstständig untereinander auf.

Kritiker bemängeln, Teamarbeit sei schon zur Mode geworden, und manche Unternehmen versuchen, alle Aufgaben an Teams zu übertragen, ohne kritisch zu prüfen, ob dies wirklich effektiv und effizient ist. Denn nach wie vor gibt es viele Aufgaben, die schneller und besser von einem einzelnen Mitarbeiter erledigt werden. Die Kritiker verweisen auch auf den sogenannten Ringelmann-Effekt und das soziale Faulenzen hin. Der Franzose Max Ringelmann hat schon vor über einhundert Jahren herausgefunden, dass sich Menschen in einer Gruppe unbewusst zurückhalten. Es besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter in der Gruppe weniger leisten, als wenn sie allein in ihrem Büro einfach ihre Arbeit tun. Die Kurzformel dafür lautet:

T.E.A.M. – Toll, ein anderer macht’s.

Trotzdem hat Teamarbeit einige Vorteile, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen:

  • Der Planungs- und Kontrollaufwand der Vorgesetzten reduziert sich, denn die Teams arbeiten selbstgesteuert.
  • Teams reagieren auf dynamische Anforderungen flexibler.
  • Wissen und Erfahrungen unterschiedlicher Mitarbeiter werden besser genutzt und integriert.
  • Die Kreativität, um Probleme zu lösen und Aufgaben zu bewältigen, wird gesteigert, wenn unterschiedliche Mitarbeitertypen im Team zusammenarbeiten.
  • Informationsfluss und Kommunikation innerhalb des Teams sind meistens besser.
  • Das Problemverständnis der Beteiligten wächst; sie kennen die Ziele, Arbeitsmethoden und Hintergründe von Entscheidungen und können ihre Handlungen darauf ausrichten.
  • Mitarbeiter erkennen, dass sie mehr Freiräume haben und Dinge selbst entscheiden und vorantreiben können.
  • Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen.
  • Die Mitarbeiter lernen, sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Die Ziele des Unternehmens und der Teams werden im Laufe der Zeit anspruchsvoller; teilweise auch durch einen Wettbewerb zwischen Teams.
  • Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter nehmen zu.

Wo setzen Sie in Ihrem Unternehmen Teams ein, um Aufgaben auszuführen? Welche Faktoren sind dabei aus Ihrer Sicht wichtig, dass die Teamarbeit funktioniert?




Im Folgenden erläutern wir, wie Sie Teamarbeit als Organisationsprinzip in Ihrem Unternehmen nutzen können und worauf Sie bei der Einführung und im täglichen Miteinander achten müssen. Sie finden Hinweise und Ratschläge, wenn Sie aus einer Gruppe von Mitarbeitern ein Team formen wollen oder wenn die bisherige Teamarbeit nicht richtig funktioniert.


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