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IFRS

Abschluss nach IFRS

Unternehmen, die das Siegel „IFRS-Abschluss“ tragen wollen, müssen alle Vorgaben und Regelungen des Standards erfüllen und anwenden. Der Jahresabschluss muss dabei folgende Bestandteile beinhalten:

  • Bilanz
  • Gewinn-und-Verlust-Rechnung
  • Kapitalflussrechnung
  • Eigenkapitalveränderungsrechnung
  • Anhang mit den Erläuterungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und ggf. mit einer Segmentberichterstattung

Für die Bilanz gibt es keine vorgeschriebene Gliederung, nur einzelne Posten, die gesondert dargestellt werden müssen. Aktiva und Passiva werden nach ihrer Fristigkeit oder Liquiditätsnähe gegliedert – insbesondere werden langfristige und kurzfristige Vermögenswerte und Schulden unterschieden.

Auch die Gewinn-und-Verlust-Rechnung hat kein vorgegebenes Gliederungsschema. Es kann das Gesamtkostenverfahren oder das Umsatzkostenverfahren angewendet werden. Es darf nicht saldiert werden. Außergewöhnliche Ereignisse müssen sichtbar gemacht werden. Aktiengesellschaften müssen das Ergebnis je Aktie ausweisen.

Veränderungen beim Eigenkapital müssen gesondert ausgewiesen werden. Sie können sich beispielsweise aus der Neubewertung von Sachanlagen oder der Bewertung von Finanzierungsinstrumenten ergeben.

Die Kapitalflussrechnung oder Cashflow-Rechnung zeigt die Herkunft und den Abfluss von Zahlungsmitteln im Detail. Sie ist gegliedert nach den Bereichen: betriebliche Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Im Anhang sind weitere Informationen zusammengestellt, die helfen, die anderen Bestandteile des Abschlusses zu verstehen und beurteilen zu können. Der Anhang umfasst:

  • eine eindeutige Aussage, dass der Abschluss nach IFRS aufgestellt wurde,
  • die Darstellung der angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden,
  • Erläuterungen zu den einzelnen Posten der Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie
  • zusätzliche Informationen, die wichtig sind, um den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens in der Vergangenheit und insbesondere in der Zukunft einschätzen zu können.

Börsennotierte Unternehmen müssen im Anhang außerdem eine sogenannte Segmentberichterstattung beifügen. Dabei werden einzelne Geschäftsbereiche (nach Zweck oder Region) differenziert dargestellt. So soll sich der Adressat ein genaues Bild der einzelnen Geschäftsbereiche machen können.

Gestaltungsmöglichkeiten des Jahresabschlusses

Entscheidend für den Abschluss nach IFRS ist, wie die einzelnen Positionen der Vermögenswerte und der Schulden bewertet werden. Genau hier setzen die vielen einzelnen Standards an. Doch sie regeln bislang nur Teile der Bilanz. Noch immer gibt es erhebliche Ermessensspielräume. Um diese einzugrenzen, sollen Regelungen in bestehenden Standards sinngemäß übernommen werden, die Grundsätze des Rahmenwerks oder andere Standards, Regelungen, Verlautbarungen oder anerkannte Praktiken angewendet werden, sofern sie den IFRS nicht widersprechen.

Für die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gilt der Stetigkeitsgrundsatz; das heißt, es werden über die Jahre hinweg die gleichen Methoden angewendet. Alle Vermögens- und Schuldenwerte sind einzeln zu bewerten; Zusammenfassungen sind nur im Einzelfall vorgesehen.

Für die Bewertung von Vermögens- und Schuldenpositionen können die Anschaffungs- oder Herstellkosten maßgeblich sein, aber auch der Zeitwert (Fair Value), der Nutzungswert oder der Nettoveräußerungswert. Was jeweils für welchen Sachverhalt anzuwenden ist, ist in den einzelnen Standards geregelt.

Regelungsbereiche

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die bislang durch IAS bzw. IFRS geregelten Bereiche. Die einzelnen Bestimmungen können der Fachliteratur oder den Publikationen des IASB entnommen werden:

Außerdem machen die Standards Vorgaben darüber, wie innerhalb eines Konzerns Unternehmen konsolidiert werden, wie Tochterunternehmen, assoziierte Unternehmen, Joint Ventures oder Unternehmenszusammenschlüsse behandelt werden müssen.

Umstellung auf IFRS

In IFRS 1 ist geregelt, wie eine Umstellung auf die IFRS-Rechnungslegung zu erfolgen hat. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es nicht nur um eine Anpassung des Jahresabschlusses und der Bewertungsregeln geht. Meist hat die Umstellung Auswirkungen auf die vorhandenen Informationssysteme (für Buchhaltung), auf die Unternehmenskommunikation und auch auf Verträge. All das muss im Einzelfall geprüft werden.

Da IFRS immer Vergleichszahlen aus der Vorperiode erfordert, umfasst der Übergangszeitraum mindestens zwei Jahre. In dieser Zeit müssen alle Geschäftsvorfälle nach HGB (in Deutschland) und IFRS behandelt werden. Allerdings gibt es eine Reihe von Erleichterungen für die Bewertung im Rahmen der Umstellung.

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