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Szenario-Technik

Analyse: Ausgangssituation und Einflussfaktoren

1. Aufgabenanalyse

Zu Beginn befassen Sie sich mit der gegenwärtigen Situation Ihres Unternehmens und seiner Stellung in der eigenen Branche und im Vergleich zu Wettbewerbern. Beschreiben Sie zunächst Ihre übergeordneten und bisherigen Unternehmens- und Innovationsstrategien sowie die strategischen Ziele des Unternehmens. Diese leiten sich im Allgemeinen voneinander ab. Analysieren Sie außerdem die Stärken und Schwächen, die Ihr Unternehmen in Ihrer Branche und gegenüber Kunden und Wettbewerbern auszeichnen.

Auf welche Aspekte Sie dabei genauer eingehen, hängt davon ab, welches Szenariofeld Sie gewählt haben und wie Ihr Fokus ist. Sie können beispielsweise folgende Gestaltungsfelder betrachten:

  • das Unternehmen insgesamt,
  • einzelne Produkte und Leistungsangebote,
  • Branchen,
  • Technologien oder
  • globale Gestaltungsfelder der Wirtschaft oder Gesellschaft insgesamt.

Legen Sie fest, welchen Zeithorizont Sie mit Ihren Szenarien betrachten wollen. Bis zu welchem Zeitpunkt halten Sie Zukunftsprojektionen für notwendig? Auch diese Wahl hängt vom Szenariofeld und von den relevanten Fragestellungen ab. Globale und gesellschaftliche Szenarien können durchaus 20 bis 30 Jahre in die Zukunft reichen. Branchenszenarien oder Produktszenarien umfassen meistens einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren.

Beschreiben Sie schließlich die wichtigen Aufgabenstellungen und Herausforderungen aus Ihrer Sicht und in Bezug auf Ihr Gestaltungsfeld.

Stellen Sie die Informationen für die Aufgabenanalyse zusammen.




Weitere Werkzeuge für die strategische Analyse als Einstieg in die Szenario-Technik finden Sie in diesen Lösungshilfen:

SWOT-Analyse

Innovationsstrategie

2. Einflussanalyse

Im zweiten Schritt geht es darum, mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren und ihr Zusammenwirken zu analysieren. Diese Einflussfaktoren lassen sich zunächst aus den Umfeldsystemen für die Unternehmensplanung ableiten. Die folgende Abbildung zeigt wichtige Umfeldsysteme auf:

Umfeldsysteme beeinflussen die Unternehmensstrategie

Mögliche Einflussbereiche und Einflussfaktoren aus diesen Umfeldsystemen können dann beispielsweise sein im Bereich:

  • Wirtschaft: Absatzmarkt, Wettbewerber oder Kundenanforderungen, genauso wie die Konjunkturentwicklung oder der Strukturwandel;
  • Gesellschaft: allgemeine Trends, Werte oder Einstellungen der Menschen in einer Region, aber auch die demografische Entwicklung oder Siedlungsformen;
  • Technologie: Hier können Aspekte wie Miniaturisierung, Nanotechnologie, Werkstoffe, Verschmelzung von Computer und Fernsehen, neue Hard- und Softwareentwicklungen eine Rolle spielen;
  • Energie und Ressourcen: Stichworte sind hier Verfügbarkeit, Preisentwicklung, Monopolisierung oder Substitution.
  • Staat und Politik: Ausgaben für Bildung und Forschung, Reglementierungen, Transferleistungen, Gesundheits- oder Steuerpolitik;
  • Recht: neue Gesetze, Verordnungen, Normen und Regeln der Technik, aber auch Rechtsprechung oder herrschende Meinung bei den Gerichten;
  • Natur und Klima: Naturereignisse, Klimawandel, Reaktionen der Bevölkerung oder staatlicher und wirtschaftlicher Akteure darauf;
  • Infrastruktur: Verfügbarkeit von Straßen, Bahn, Schifffahrt, Strom, aber auch Kultureinrichtungen.

Diese Umfeldsysteme sind gewissermaßen der Startpunkt, um relevante Einflussfaktoren zu identifizieren. Sie können systematisch so differenziert werden, dass sich eine möglichst breite, aber auch relevante Beschreibung von Einflussfaktoren auf das Szenariofeld ergibt.

Bei einer umfassenden Szenarioentwicklung können bis zu 100 Einflussfaktoren identifiziert werden. Gehen Sie entsprechend differenziert und vollständig vor. Da es sehr schwierig ist, alle Einflussfaktoren im Rahmen der weiteren Analyse zu betrachten, muss eine Auswahl getroffen werden. Die Einflussfaktoren werden auf die sogenannten Schlüsselfaktoren reduziert. Das bedeutet, aus den 100 Einflussfaktoren werden etwa 20 Schlüsselfaktoren ausgewählt.

Diese Auswahl erfolgt im Rahmen einer Diskussion im Szenario-Projektteam. Sie kann mit einer sogenannten Einflussmatrix unterstützt werden. Hier wird ermittelt, welche Einflussfaktoren mit anderen vernetzt sind und wie stark sie sich gegenseitig beeinflussen. Zusätzlich kann eine Relevanzanalyse durchgeführt werden; hier wird ermittelt, welcher Faktor im direkten Vergleich mit allen anderen besonders wichtig ist. Beide Analysen zeigen auch auf, wie die einzelnen Einflussfaktoren miteinander vernetzt sind; sie sind Teil einer Vernetzungsanalyse.

Stellen Sie alle Einflussfaktoren zusammen und führen Sie eine Vernetzungsanalyse durch. Identifizieren Sie so die Schlüsselfaktoren.




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