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Kennzahlensysteme

Arten von Kennzahlen

Kennzahlen machen aus Daten und Messwerten Informationen. Denn die Daten und Messwerte alleine haben selten einen Aussagegehalt. Kennzahlen sind also keine „nackten Zahlen“, sondern bestehen zumindest immer aus einer Ziffer und einer Einheit.

Beispiel: Umsatz im ersten Quartal 2008 für die Muster GmbH in Deutschland ist 10,2 (= Ziffer) Millionen Euro (= Einheit).

Wenn Sie in der Praxis mit einer solchen Aussage konfrontiert werden, schließen sich mehrere Fragen an:

  • Ist das viel oder wenig?
  • Ist dies eine Planzahl, oder wurde der Wert tatsächlich erreicht?
  • Ist die Zahl aktuell, oder spiegelt sie den Stand vor einem Monat?
  • Ist die Zahl endgültig, oder kann sich daran noch etwas ändern?
  • Wie wurde das gemessen? Fließen da die Umsätze mit Kunden ein, die in Deutschland ihren Hauptsitz haben, oder war nur die Rechnungsanschrift eine deutsche?
  • Wer hat diesen Umsatz geplant oder erzielt? Unser gesamtes Unternehmen? Oder ein Produktmanager?
  • Mit welchem Aufwand wurde diese Kennzahl ermittelt?
  • Wurde die Zahl berechnet? Wenn ja, mit welchem Verfahren? (Umsätze addiert? Produktverkäufe mit Produktpreisen multipliziert?)

Es wird klar, dass Kennzahlen, die für sich allein stehen, nur eine beschränkte Aussagekraft haben. Durch Vergleiche und Verhältnisangaben wird aus einem Datum erst Information, aus einer Ziffer plus Einheit eine Kennzahl. Solche Fragen zeigen aber auch, dass man darüber hinaus zusätzliche Informationen benötigt, um die Bedeutung der Kennzahl ermessen zu können – und um daraus Argumente abzuleiten, Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen durchzuführen. Der Kontext ist wichtig, um aus der Information der Kennzahl Wissen zu machen.

Aus diesen Gründen unterscheidet man zunächst:

  • absolute Zahlen
  • Verhältniszahlen

Beispiele für absolute Zahlen

Preis, Cashflow, Umsatz, Bilanzsumme, ...

Solche absoluten Zahlen reichen oft nicht aus, um daraus Erkenntnisse abzuleiten, Bewertungen durchzuführen oder Entscheidungen zu treffen. Deshalb werden sehr oft Verhältniszahlen als Kennzahlen verwendet.

Verhältniszahlen als Kennzahlen

Eine Zahl ist in vielen Fällen erst dann zu verstehen, wenn sie in ein Verhältnis gesetzt wird zu einer anderen Zahl oder zu einem weiteren Sachverhalt. Man kann unterscheiden:

  • Gliederungszahlen: Ein Teil wird in Beziehung zu einem Ganzen gesetzt; zum Beispiel die Anzahl der Auszubildenden zur Anzahl aller Mitarbeiter eines Unternehmens.
  • Beziehungszahlen: Eine Kennzahl wird auf eine logische Einheit bezogen; zum Beispiel Reisekosten je Mitarbeiter.
  • Index- oder Messzahlen: Sie werden ermittelt aus einer Folge von Zahlen und diese nehmen auf eine Basis (meistens 100) Bezug bzw. werden auf diese normiert; zum Beispiel die jährlichen Aufwände für Forschung und Entwicklung, im Jahr 1995=100.

Beispiele für Verhältniszahlen

Eigenkapitalquote, Umsatz je Mitarbeiter, Materialkostenindex, ...

Unterscheiden Sie Ihre Kennzahlen nach ihrem Typ. Welche Zahlen werden dabei ins Verhältnis zueinander gesetzt?




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