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Kennzahlensysteme

Ausgewählte Kennzahlen

Kennzahlen sollten so individuell sein wie das Unternehmen, zu dem sie gehören. Denn schließlich sind alle betrieblichen Abläufe und Geschäftsvorfälle – der „Ongoing Process“ – immer einmalig.

Hinweis

Unternehmen sollten ein individuelles Kennzahlensystem entwickeln, das übersichtlich, transparent und zielorientiert ist, das sich organisatorisch nachhaltig umsetzen lässt und das mit konkreten Maßnahmen verknüpft werden kann.

Kennzahlen, die allgemein angewendet werden

Gleichwohl gibt es Kennzahlen und Kennzahlensysteme, die von vielen Unternehmen eingesetzt werden. Gründe dafür sind:

  • Die Kennzahlen und Kennzahlensysteme müssen nicht selbst „erfunden“ und entwickelt werden (Definition, Messmethode, Anwendung); das Unternehmen spart Aufwand.
  • Die Leistungen von unterschiedlichen Unternehmen lassen sich miteinander vergleichen, indem auf dieselbe Kennzahl Bezug genommen wird (Benchmarking).
  • Kennzahlen für die externe Berichterstattung (Rechnungswesen, Bilanzierung) sind gesetzlich geregelt.

Die gesetzliche Regelung gilt insbesondere für Handels- und Steuerbilanzen (nach HGB, IFRS und den Steuergesetzen der jeweiligen Länder) für Eigentümer, Anteilseigner, Aktionäre oder das Finanzamt. Aber auch andere externe Interessengruppen wie Banken, Versicherungen, Arbeitnehmer oder Arbeitnehmervertreter haben Interesse an einheitlichen, klaren, verständlichen und eindeutigen Kennzahlen über Unternehmen hinweg.

Allgemeine Kennzahlen stammen vor allem aus dem Finanzbereich und werden in der Bilanz bzw. in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie im Geschäftsbericht eines Unternehmens abgebildet. Zum Beispiel:

  • Jahresüberschuss
  • Umsatz
  • Materialaufwendungen
  • Abschreibungen
  • Anlagevermögen
  • Umlaufvermögen
  • Eigenkapital
  • Fremdkapital
  • Rückstellungen

Kennzahlensysteme

Um eine Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen zu gewährleisten und um mehrere (Finanz-) Kennzahlen miteinander in Verbindung zu setzen, wurden zahlreiche Kennzahlensysteme entwickelt.

StichwortKennzahlensystem

Ein Kennzahlensystem ist die Gesamtheit von auf logisch-deduktivem Weg geordneten Kennzahlen, die betriebswirtschaftlich sinnvolle Aussagen über Unternehmungen und/ oder ihre Teile vermitteln. Die einzelnen Kennzahlen sind entweder rechentechnisch miteinander verknüpft (=Rechensystem) oder stehen in einem bloßen Systematisierungszusammenhang zueinander (=Ordnungssystem).

Karlheinz Küting, Claus-Peter Weber: Die Bilanzanalyse, 2012

Für Finanzkennzahlen sind die folgenden Kennzahlensysteme am bekanntesten:

  • Du Pont-System
  • ZVEI-Kennzahlensystem
  • Rentabilitäts-Liquiditäts-Kennzahlensystem (RL-System)

Das Du Pont-System wurde schon 1919 vom Chemie-Konzern E.I. Du Pont De Nemours And Company entwickelt. Die Spitzenkennzahl ist der „Return on Investment“ (ROI), der in seine einzelnen Elemente zerlegt wird. Dadurch wird sichtbar, wie er durch spezifische Aktivitäten beeinflusst wird.

DuPont-Kennzahlensystem (ROI)

Das Kennzahlensystem des Zentralverbandes der Elektrotechnischen Industrie e.V., ZVEI-Kennzahlensystem, stammt aus dem Jahr 1970. Hier steht die Eigenkapital-Rentabilität im Vordergrund. Das umfassende System bringt Kennzahlen über ein Rechensystem, aber auch über eine spezifische Struktur in Zusammenhang.

Das Rentabilitäts-Liquiditäts-Kennzahlensystem (RL-System) betrachtet gleichzeitig die zentralen Erfolgsgrößen Rentabilität und Liquidität. Daraus werden 39 Kennzahlen abgeleitet, die aber nicht zwingend in einem rechnerischen Zusammenhang stehen.

Oft reichen Finanzkennzahlen nicht aus, um ein Unternehmen zielgerichtet und gemäß den vorgegebenen Strategien effektiv zu steuern. Viele Kennzahlen werden zwar (aufwendig) gemessen und ermittelt, dann aber nicht richtig zur Steuerung des Unternehmens angewendet. Aus diesem Grund haben Robert S. Kaplan und David P. Norton zu Beginn der 1990er Jahre ein Verfahren ermittelt, das Unternehmen zu einem eigenen und ausgewogenen Kennzahlensystem verhilft: Die Balanced Scorecard.

Dabei entwickelt ein Unternehmen ein überschaubares Kennzahlensystem, das sich explizit aus der Strategie und den Zielen des Unternehmens ableitet. Die (wenn möglich nicht mehr als 20) Kennzahlen werden in vier Perspektiven unterschieden. Dabei können diese Perspektiven auf alle Unternehmensbereiche und sogar auf den einzelnen Arbeitsplatz heruntergebrochen werden.

Balanced Scorecard als Kennzahlensystem

Weitere Informationen finden Sie in dieser Lösungshilfe:

Balanced Scorecard: Mit den richtigen Kennzahlen Strategien umsetzen

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