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Controlling mit Excel

Betriebsabrechnungsbogen und Zuschlagssätze für die Kalkulation ermitteln

Der Betriebsabrechnungsbogen ist ein bewährtes Verfahren, um Kostenarten im Unternehmen sachgerecht zu verteilen. Damit lassen sich die Zuschlagssätze ermitteln, mit denen sich die Herstellkosten und die Selbstkosten berechnen lassen. Sie sind Grundlage für die Preiskalkulation eines Produkts.

Kosten richtig zuordnen und verrechnen

Sämtliche Kosten in einem Unternehmen oder in einem Cost Center oder Profit Center müssen so verrechnet werden, dass die Produkte und Leistungen dieses Bereichs mit den richtigen Preisen ausgezeichnet werden. Sie müssen sachgerecht sein und dem Verursacherprinzip entsprechen. Einige Kostenarten sind Gemeinkosten und werden über Zuschlagssätze auf Produkte und Leistungen umgelegt und verrechnet. Diese Zuschlagssätze müssen berechnet werden. Abbildung 1 zeigt diese Vorgehensweise in der Kostenrechnung.

Abbildung 1: Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
Abbildung 1: Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung

Betriebsabrechnungsbogen (BAB)

Besondere Probleme bereitet die richtige Zuordnung und Verrechnung von Gemeinkosten. Dabei soll der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) helfen. Für die Verrechnung von Gemeinkosten werden Mengenschlüssel oder Wertschlüssel ermittelt, mit denen die Kostenarten auf einzelne Kostenstellen verrechnet und zugeordnet werden. Der Betriebsabrechnungsbogen kann dabei nach dem Anbauverfahren oder nach dem Treppenverfahren aufgebaut sein.

Mit Hilfe des Betriebsabrechnungsbogens werden dann die Zuschlagssätze für Material, Fertigung, Verwaltung und Vertrieb berechnet. Das sind dann Zuschläge (in Prozent) für die Berechnung der Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten, Verwaltungsgemeinkosten und Vertriebsgemeinkosten.

Herstellkosten und Selbstkosten berechnen

Wenn die Gemeinkosten durch sachgerechte Zuschlagssätze angemessen verrechnet werden können, lassen sich die Herstellkosten und die Selbstkosten berechnen. Es gilt:

  • Herstellkosten der Erzeugung ergeben sich aus den Materialeinzelkosten, Materialgemeinkosten, Fertigungseinzelkosten, Fertigungsgemeinkosten und Sondereinzelkosten der Fertigung.
  • Herstellkosten des Umsatzes ergeben sich aus den Herstellkosten der Erzeugung und Minderbestand oder Mehrbestand.
  • Selbstkosten ergeben sich aus den Herstellkosten des Umsatzes zuzüglich Verwaltungsgemeinkosten, Vertriebsgemeinkosten und Sondereinzelkosten des Vertriebs.

Für die Berechnung des Produktpreises als Preisuntergrenze müssen dann noch weitere Faktoren berücksichtigt werden wie Gewinnaufschlag, Rabatte, Skonto, Handelsprovisionen, Umsatzsteuer etc.

Lagerbestände, Handelsware und Kuppelprodukte verrechnen

In die Berechnung der sachgerechten Kostensätze und Produktpreise können weitere Faktoren einbezogen werden. Problematisch ist beispielsweise die Festlegung der Materialkosten, wenn die Einkaufspreise für das Material variieren. Dann muss ein durchschnittlicher Kostenwert für das Material berechnet werden. Dafür gibt es unterschiedliche Verfahren:

  • LIFO-Methode (last in first out)
  • FIFO-Methode (first in first out)
  • HIFO-Methode (highest in first out)
  • LOFO-Methode (lowest in first out)

Für Handelsware müssen weitere Kostenbestandteile berücksichtigt werden. Dazu zählen Transportkosten oder Bezugskosten, Handling- oder Lagerkosten, Provisionen, Rabatte, Skonto und ein angestrebter Gewinnzuschlag.

Fallen bei einem Herstellprozess neben dem eigentlichen Hauptprodukt weitere Nebenprodukte oder Kuppelprodukte an, die ebenfalls verkauft werden können, müssen die Kosten für einen solchen Prozess auf mehrere Produkte verteilt werden. Das erfolgt mit der Kuppelkalkulation.

Praxis

Nutzen Sie die folgenden Excel-Vorlagen für die Verrechnung von Gemeinkosten, ermitteln Sie wichtige Zuschlagsfaktoren für die Berechnung Ihrer Herstellkosten und ermitteln Sie auf der Grundlage Ihrer Kosten die Preisuntergrenzen für Ihre Produkte und Leistungen.

Kosten mit dem Betriebsabrechnungsbogen auf Kostenstellen verrechnen

Mit dem Betriebsabrechnungsbogen werden Gemeinkosten auf einzelne Kostenstellen verteilt. Dafür gibt es unterschiedliche Verfahren. Hier finden Sie Vorlagen für den Betriebsabrechnungsbogen nach dem Anbauverfahren und nach dem Treppenverfahren.

Zuschlagskalkulation zur Berechnung von Verkaufspreisen

Mit der Zuschlagskalkulation ermitteln Sie ausgehend von Ihren Kosten den möglichen Bruttoverkaufspreis:

Mit der Äquivalenzziffernkalkulation Kosten auf mehrere Produkte verteilen

Mit der Äquivalenzziffernkalkulation können Sie die Kosten ähnlicher Produkte mit Hilfe von Verhältniszahlen (Äquivalenzziffern) ermitteln.

Kosten für den Lagerbestand ermitteln

Mit den folgenden Vorlagen ermitteln Sie nach der LIFO-Methode (last in first out), nach der FIFO-Methode (first in first out), nach der HIFO-Methode (highest in first out) oder nach der LOFO-Methode (lowest in first out) die durchschnittlichen Kosten für Ihren Lagerbestand immer aktuell. Sie erfassen die Zugänge und die Abgänge zu den jeweiligen Einstandskosten.

Verkaufspreise für Handelsware ermitteln

Wenn Sie Handelswaren vertreiben bestimmen Sie mit dieser Vorlage den Bruttoverkaufspreis aus Ihrem Listeneinkaufspreis. Sie beziehen in Ihre Berechnung für die Handelswarenkalkulation Rabatte, Handling-Kosten, Provisionen, Skonti und Gewinnaufschlag mit ein.

Herstellkosten bei Kuppelproduktion berechnen

Wenn Sie aus einem Herstellprozess neben einem Hauptprodukt auch weitere Nebenprodukte erhalten, die Sie zu einem Marktpreis veräußern können, müssen Sie dies bei der Kalkulation der Herstellkosten für Ihr Hauptprodukt entsprechend berücksichtigen. Mit dieser Excel-Vorlage ermitteln Sie die Herstellkosten bei Kuppelproduktion.

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