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Entscheidungsvorlage erstellen

Bewertungen für die Entscheidung durchführen

Wenn Sie Lösungen bewerten und vergleichen, zeigen Sie auf, welchen Zielbeitrag die einzelne Lösung leistet. Das messen Sie mit Bewertungskriterien. Dabei gibt es unterschiedliche Messmethoden und Verfahren, um die Zielbeiträge zu berechnen und transparent darzustellen. Am Ende soll erkennbar und nachvollziehbar sein, welche Lösung die beste ist. Hier finden Sie Vorlagen (Excel), mit denen Sie diese Aufgabe erfüllen.

Konsequenzen der Entscheidung transparent machen

Im nächsten Schritt werden die ausgewählten und festgelegten Bewertungskriterien für die Handlungsoptionen oder Lösungsalternativen angewendet. Mit der Bewertung werden insbesondere die Konsequenzen der Entscheidung für eine Handlungsoption aufgezeigt. Darum geht es vor allem: Der Entscheider kann erkennen, welche Konsequenzen mit der Wahl einer Lösung verbunden wären. Er hat Transparenz über die Folgen.

„Konsequenzen haben“ bedeutet: in welchem Ausmaß das zugrundeliegende Ziel erreicht wird, welche Auswirkungen es auf die Personenkreise hätte, ob die jeweilige Rahmenbedingung oder das K.O.-Kriterium eingehalten wird. Das wird im Rahmen der Bewertung und der Konsequenzenanalyse herausgearbeitet und dargestellt. Bewertungen, die dabei erfolgen, müssen gegebenenfalls durch Zahlen, Daten oder Fakten belegt werden.

In der Entscheidungsvorlage werden dann die Konsequenzen in aggregierter Form, als Kennzahl, Note, Score-Wert oder Symbol zusammen mit der jeweiligen Lösung dargestellt. Für die Berechnung und Darstellung der Konsequenzen gibt es in der Betriebswirtschaft verschiedene Methoden, Verfahren oder Werkzeuge.

Beispiel Bewertung der Kosten einer Lösung

Der Entscheider hat das Ziel formuliert, dass die Kosten einer Lösungsalternative möglichst gering sein sollen. Ein Bewertungskriterium, das deshalb in der Entscheidungsvorlage dargestellt wird, sind die Gesamtkosten einer Lösung.

Dazu sammeln Sie Informationen, welche Kostenarten mit einer Lösung anfallen können: Personalkosten, Materialkosten, Energiekosten, Betriebsmittelkosten oder Reisekosten. Sie können außerdem Investitionen, Abschreibungen und Betriebskosten unterscheiden. Dabei müssen Sie sich auf Angebote von Lieferanten, auf Erfahrungen aus der Vergangenheit oder auf Messungen von kostenrelevanten Parametern stützen; zum Beispiel Bearbeitungszeiten zur Berechnung von Personalkosten. Die Kosten können manchmal nur grob geschätzt werden.

In der Entscheidungsvorlage stellen Sie alle Sachverhalte, die mit Kosten verbunden sind, dar und benennen die Kosten (in Geldeinheiten). Sie bewerten die Kosten in Abhängigkeit davon, wann sie anfallen und mit welcher Sicherheit Sie diese angeben können. Sie können spätere Kosten abzinsen. Entsprechend wenden Sie betriebswirtschaftliche Verfahren an, um schließlich einen Wert für die Gesamtkosten anzugeben. Damit kann der Entscheider die Handlungsoptionen bezüglich der Gesamtkosten beurteilen.

Um die Bewertungskriterien anzuwenden und die Ausprägungen der Kriterien für eine Lösung zu ermitteln, wurden zahlreiche unterschiedliche Methoden entwickelt. Die folgenden Bewertungsmethoden werden oft im Rahmen von Entscheidungsvorlagen angewendet. Dabei können die Bewertungsmethoden kombiniert werden. Welche hilfreich sind, hängt von den Bewertungskriterien ab:

  • Kosten lassen sich in Geldeinheiten angeben; dementsprechend kann eine Kostenvergleichsrechnung durchgeführt werden.
  • Kundenzufriedenheit kann nur über einen Punktwert ermittelt werden; deshalb eignet sich die Nutzwertanalyse.
  • Andere Kriterien lassen sich nur qualitativ darstellen; sie werden deshalb in einer Argumentenbilanz vorgestellt.

Nutzwertanalyse

Wenn mehrere Kriterien bei der Bewertung eine Rolle spielen, diese aber auch einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, dann können diese mithilfe der Nutzwertanalyse vergleichbar gemacht werden. Hier werden die einzelnen Kriterien auf eine gemeinsame Skala übertragen. Anschließend können die einzelnen Skalenwerte addiert werden, und es ergibt sich ein Gesamtwert, der die Güte der Alternative beschreibt. Die folgende Abbildung 3 zeigt den Aufbau der Nutzwertanalyse in Form einer Tabelle.

Abbildung 3: Beispiel für eine Nutzwertanalyse
Abbildung 3: Beispiel für eine Nutzwertanalyse

Rentabilitätsrechnung

Die Rentabilitätsrechnung ist ein klassisches betriebswirtschaftliches Verfahren, das die Wirtschaftlichkeit einer Handlungsoption aufzeigt. Die für die Umsetzung der Option notwendigen Investitionen und die für den Betrieb notwendigen Kosten werden den damit erzielbaren Erlösen gegenübergestellt. Varianten der Rentabilitätsrechnung sind die Gewinnvergleichsrechnung oder Deckungsbeitragsrechnung.

Kostenvergleich

Bei einem Kostenvergleich stellen Sie die Kosten einer Lösung zusammen. Sie können nach Kostenarten (Personal, Material, Abschreibung oder Dienstleistung) unterscheiden. Wie differenziert Sie vorgehen, hängt von der Genauigkeit ab, mit der Sie zukünftige Kosten ermitteln oder abschätzen können.

Kapitalwertmethode oder Barwertermittlung

Wie die Rentabilitätsberechnung oder der Gewinn- oder Kostenvergleich ist auch die Kapitalwertmethode oder Barwertermittlung eine finanzielle Bewertung, die auf Einzahlungen und Auszahlungen ausgerichtet ist. Hier wird zusätzlich der Zeitverlauf der Einzahlungen und Auszahlungen berücksichtigt. Späte Zahlungsströme werden abgezinst.

Weitere Methoden der klassischen statischen und dynamischen Investitionsrechnung zur finanziellen Bewertung von Handlungsoptionen und Investitionen finden Sie im Handbuch-Kapitel Controlling mit Excel.

Scoring-Modelle

Scoring-Modelle sind Bewertungsmethoden, bei denen Punkte oder Noten vergeben werden – je nachdem, wie gut eine Lösung bezüglich eines Bewertungskriteriums ist oder in welchem Maße sie zur Zielerreichung beiträgt. Dabei können die Ziele und Kriterien eine unterschiedliche Bedeutung haben, was durch Zielgewichte ausgedrückt wird, die Sie vergeben können. Die Ziele und Bewertungskriterien können Sie jeweils an Ihre Entscheidungssituation anpassen.

Weitere Methoden zur strategischen, qualitativen und quantitativen Bewertung von Handlungsoptionen und Investitionen finden Sie im Handbuch-Kapitel Strategisches Controlling mit Excel.

Praxis

Ziele und Bewertungskriterien zusammenstellen

Stellen Sie in einer Tabelle die Ziele und Bewertungskriterien zusammen und erläutern Sie, wie Sie die Bewertungen durchführen und die entsprechenden Werte der Bewertungskriterien für die einzelnen Lösungsalternativen messen oder ermitteln.

Methoden und Verfahren zur Bewertung von Lösungsalternativen

Wenden Sie dann die folgenden Methoden und Verfahren an, um die Bewertung durchzuführen und die Ergebnisse für die Entscheider sichtbar zu machen.

Nutzwertanalyse

mit Punktvergabe und Berechnung eines Nutzwerts für eine Lösungsalternative

Rentabilitätsrechnung und Gewinnvergleichsrechnung

mit den für den Betrieb notwendigen Kosten und den erzielbaren Erlösen

Kostenvergleich

mit ausgewählten Einzelkosten oder Gesamtkosten einer Lösung

Kapitalwertmethode oder Barwertermittlung

mit Einzahlungen und Auszahlungen im Zeitverlauf (dynamische Investitionsrechnung)

Scoring-Modelle

mit Vergabe von Punkten oder Noten sowie mit Berücksichtigung von Zielgewichten

Weitere spezielle Beispiele für Scoring-Modelle sind diese Excel-Vorlagen:

Führen Sie eine Bewertung der Handlungsoptionen (Lösungen und mögliche Alternativen) durch. Belegen Sie die Bewertung anhand ausgewählter Zahlen, Fakten, Beispiele.

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