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Working Capital Management

Bilanzpositionen analysieren

Das Working Capital wird im Allgemeinen in der Bilanz sichtbar. Es drückt sich dort auf der Aktivseite aus als Umlaufvermögen, Vorräte oder Forderungen und auf der Passivseite als Verbindlichkeiten. Konkret ist das:

Working Capital =   Liquide Mittel

+        Forderungen

+        Vorräte

-        (kurzfristige) Verbindlichkeiten

+        geleistete Anzahlungen

-        erhaltene Anzahlungen

= Netto-Umlaufvermögen

Im Rahmen des Working Capital Managements wird der Fokus vor allem auf Vorräte, Forderungen und (kurzfristige) Verbindlichkeiten gelegt. Das ist in der folgenden Abbildung hervorgehoben.

 

 

Handlungsfelder des Working Capital Managements in der Bilanz
Handlungsfelder des Working Capital Managements in der Bilanz

Schauen Sie sich Ihre Bilanz genau an. Sind die Bestände an Vorräten und Forderungen sehr hoch? Werden kurzfristige Verbindlichkeiten zu schnell ausgeglichen und Zahlungsziele nicht genutzt? Das sind erste Anzeichen dafür, dass es ein Optimierungspotenzial gibt – etwa im Vergleich zu den Branchenbesten (Benchmarking).

Doch Vorsicht: Es geht nicht allein um Kostensenkung und weniger Kapitalbindung. Die einzelnen Positionen in der Bilanz bzw. detailliert im Rechnungswesen müssen auch vor dem Hintergrund strategischer Ziele betrachtet werden. Ein Beispiel: Einfach die Vorräte zu reduzieren, kann dazu führen, dass das Unternehmen nicht mehr lieferfähig ist und dann wichtige Kunden verliert.

So ist beim Working Capital Management immer wichtig, unterschiedliche Einflussfaktoren miteinander ins Verhältnis zu setzen und Ziele abzuwägen. Es hilft wenig, Lieferantenrechnungen lange Zeit nicht zu bezahlen, wenn dadurch beim nächsten Mal Lieferzeiten steigen und die Beziehung zum Lieferanten gestört wird. Die Kosten dieser Form der Kapitalbeschaffung (Lieferantenkredit) muss mit der Nutzung von Skonti und der strategischen Bedeutung der Lieferantenbeziehung verglichen werden.

Die operativen Prozesse müssen also im Detail betrachtet werden und Ursachen für Verschwendung genau analysiert werden. So können unnötig hohe Lagerbestände daraus resultieren, dass Prozesse in der Produktion nicht aufeinander abgestimmt sind, Lieferanten Lieferschwierigkeiten haben, zu hohe Sicherheitsbestände eingeplant sind, die Beschaffung nach einer undifferenzierten Methode erfolgt und vieles mehr.

Meist sind es unterschiedliche Prozesse im Unternehmen, die durch ihr mehr oder weniger gutes (oder eben schlechtes) Zusammenspiel festlegen, wie viel Working Capital gebunden ist. Verantwortlich sind dabei unterschiedliche Funktionsbereiche. Eine wichtige Rolle spielen meist: Geschäftsleitung, Einkauf, Produktion, Materialwirtschaft, Verkauf, Rechnungswesen und Buchhaltung.

Analysieren Sie Ihre Bilanzpositionen im Bereich Umlaufvermögen und kurzfristige Verbindlichkeiten. Welche Regelungen in Ihrem Unternehmen gibt es bezüglich der Planung und Steuerung der Aktivitäten, die diese Positionen maßgeblich beeinflussen? Welche Abteilungen sind damit befasst?




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