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Burnout

Burnout – ein Trend der Gegenwart?

Immer mehr Menschen leiden unter sogenanntem Burnout. Was steckt dahinter? Ist es der zunehmende Leistungsdruck? Oder ist es eine Mode-Diagnose?

Am Beginn von jedem „Ausbrennen“ steht ein „Brennen“.

Immer mehr Prominente geben bekannt, ausgebrannt zu sein. Eminem, Mariah Carry, Sven Hannawald, Tim Mälzer bekennen sich dazu, mit dem Stress und der bisherigen Lebensweise nicht länger zurecht zu kommen. Die Aussage, Burnout sei keine Krankheit, haben die Meisten schon häufig gehört. Stimmt das eigentlich? Wenn Burnout keine Krankheit ist, warum leiden immer mehr Menschen darunter? Handelt es sich bei Burnout möglicherweise um eine Mode-Diagnose?

Fakt ist: Burnout ist keine anerkannte Krankheit. Das Leiden wird bisher in keiner medizinischen Kategorie anerkannt. Das ist die Ursache dafür, dass viele Ärzte nicht bereit sind, Burnout als eine ernst zu nehmende Erkrankung zu betrachten und keine weitere Behandlung empfehlen, als „ordentlich auszuspannen“.

Doch Fakt ist auch: Schätzungen des TK Gesundheitsreports nach, gibt es in Deutschland bis zu 13 Millionen Arbeitnehmer, die ein Leidensbild haben, das auf Erschöpfung zurückzuführen ist. Jeder fünfte Arbeitnehmer leidet unter gesundheitsschädlichen Stressfolgen – von Schlafstörungen bis Herzinfarkt. Jeder Dritte fühlt sich bei der Arbeit stark erschöpft und ausgebrannt.

Die psychischen Beschwerden, wie Konzentrationsprobleme oder Lustlosigkeit, gehen häufig mit psychosomatischen Symptomen, wie Kopfschmerzen,Verdauungsprobleme, Schwäche des Immunsystems einher. Die Zahl der Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen im Jahre 2011, beläuft sich auf 59,2 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Die Anzahl der Krankmeldungen ist seit 1996 um 80 Prozent gestiegen. Produktivitätsausfallkosten werden für Deutschland auf rund 71 Milliarden Euro geschätzt.

StichwortBurnout-Syndrom

Burnout (engl.: to burn out – ausbrennen) ist ein chronischer Prozess des Erschöpfens der eigenen körperlichen und seelischen Reserven. Dieser Prozess wird von Betroffenen unterschiedlich erlebt, läuft jedoch immer auf einen Zusammenbruch hinaus, falls er nicht gestoppt wird. Burnout gilt nicht als Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Burnout als „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“.

Handelt es sich vielleicht bei Burnout um ein neues Phänomen, das durch die heutige Leistungsgesellschaft erzeugt wurde?

Körperliche Zusammenbrüche aufgrund geistiger Erschöpfung gab es schon immer. Die Ursache hierfür war und ist der Stress. Unterschiedliche Gesellschaften haben verschiedene Stressoren, die ihre Mitglieder unter Druck setzen.

Burnout als immer existierendes Phänomen

Bereits im Mittelalter kannte man den Zustand der totalen Erschöpfung, der als „Elias-Müdigkeit“ bezeichnet wurde. Zurückzuführen ist diese Bezeichnung für eine Häufung von Erschöpfungserscheinungen auf die biblische Legende vom Propheten  Elia. Es heißt, er habe 450 heidnischer Priester besiegt und habe Unglaubliches im Namen Gottes geleistet. Doch plötzlich wandte sich die Gesellschaft von ihm ab und er müsse fliehen. Sein ganzer Einsatz sei wertlos,  er ziehe sich in die Wüste zurück und fühle sich todmüde und erschöpft. Er könne nicht mehr, er sei ausgebrannt, er möchte sterben.

Ende des 16. Jahrhunderts verwendet Shakespeare das Verb „to burn out“ in einem seiner Werke und beschreibt damit den Zustand einer völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wird von Psychologen der Begriff der „Psychischen Sättigung“ geprägt. Man beschreibt damit den Widerspruch zwischen der allgemeinen Arbeitsbereitschaft und der Abneigung gegenüber konkreten Anforderungen. Dieser innere Konflikt trat bei Personen auf, die sich mit monotonen Aufgaben beschäftigten und die das Gefühl hatten, stark fremdbestimmt zu sein.

Das heutige Verständnis von Burnout ist stark von der Definition des deutsch-amerikanischen Psychoanalytikers Herbert J. Freudenberger aus den 1970er Jahre geprägt. Aufgrund persönlicher Erfahrung konzentriert sich seine Analyse auf ehrenamtlich engagierte Personen. Er sieht Menschen mit helfenden Tätigkeiten als besonders gefährdet.

Die Hauptursache für das „Ausbrennen“ ist für ihn das Überengagement Betroffener für Hilfebedürftige, die an ihre Helfer unrealistische Erwartungen richten. Außerdem steckt hinter dem Engagement der Betroffenen das starke Bedürfnis, akzeptiert und gemocht zu werden. Dieses Bedürfnis wird jedoch nie erfüllt, weil die Hilfebedürftigen die Helfer als selbstverständlich wahrnehmen. Daneben belastet die Helfer die Tatsache, dass die Beschwerden der Hilfebedürftigen immer ähnlich sind, sodass keine neuen geistigen Anstrengungen seitens der Helfer notwendig sind, da sie immer nach gleichen Schema verfahren.

Auch heute ist Burnout in helfenden Berufen häufig anzutreffen, allerdings nimmt das Leidensbild vor allem in der Mittel- und Oberschicht zu. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Projektmanager haben ein deutlich höheres Risiko an Burnout zu erkranken als andere Berufsgruppen. 

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