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Burnout

Burnout-Prävention

Wenn die ersten Signale eines drohenden Burnouts wahrgenommen werden, gibt es Maßnahmen, um diesem entgegenzuwirken. Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit, Bewegung und gesundes Essen sind dafür wichtige Instrumente. Aber auch die organisatorischen Rahmenbedingungen müssen förderlich sein.

Wenn die ersten Anzeichen von Burnout auftreten, gibt es noch keinen Grund zur Beunruhigung.Wer achtsam zu sich selbst ist, wird die Warnsignale des Körpers erkennen. Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Versagensängste sind klare Anzeichen der Überarbeitung und sollen ernst genommen werden. Wichtig ist, schnell den Weg zu verlassen, der zu einem Zustand der völligen Erschöpfung führt, indem man bewusst an seiner seelischen Gesundheit arbeitet. Folgende Ansätze bringen mehr Ruhe in den Alltag und dienen somit als Burnout-Prävention.

Work-Life-Balance

Ein Zusammenhang zwischen einer gestörten Work-Life-Balance und dem Auftreten von Burnout ist wissenschaftlich erwiesen. Der Ausdruck Work-Life-Balance bezeichnet einen Zielzustand, bei dem das Berufliche und das Private sich im Einklang befinden. Wenn diese Beziehung aus dem Gleichgewicht gerät, führt es zu Stress.

Der Einzelne entscheidet zwar selbst, welchen Stellenwert er Bereichen „Beruf“ und „Privates“ zuweist. Die häufigste Ursache für die gestörte Work-Life-Balance ist jedoch die Tatsache, dass im privaten Bereich viele Abstriche zugunsten des Berufes gemacht werden. Besonders betroffen sind die so genannten High Potentials, Personen, die sich stark über die berufliche Leistung definieren. Gerade am Anfang der Karriere rechnen viele Menschen mit Zugeständnissen durch Familie und Freunde, da sie schnell in der Berufswelt Fuß fassen möchten. Häufig wird das Ungleichgewicht, das ursprünglich temporär geplant war, zum Selbstläufer – die Mehrarbeit wird auch in späteren Karriere-Phasen zur Normalität.

Neben ambitionierten Karriere-Wünschen gehört schlechte Selbstorganisation am Arbeitsplatz zu Ursachen für Mehrarbeit. Es gibt Techniken und Methoden, um die eigenen Zeit-Effektivität zu verbessern. Gutes Zeitmanagement ist eine sichere Methode, mehr freie Zeit zu gewinnen. Wichtig ist, dass die gewonnene Zeit tatsächlich zur Entspannung und Erholung genutzt wird und nicht dafür, noch mehr Arbeitsaufgaben zu erledigen.

Ernährung, Sport und Entspannung

Weder gesunde Ernährung noch Sport können Erschöpfungssymptome verhindern. Und schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung sind keine Gründe für Burnout. Dennoch ist ein gesunder Körper ein wichtiger Baustein für Widerstandskraft, Resilienz, und Selbstwertgefühl – Potenziale, die nützlich sind, um Erschöpfung vorzubeugen. Im einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.

Ernährung

Die Kontrolle über das eigene Essverhalten ist wichtig – häufig essen Menschen irgendwas, um satt zu werden. Oder beachten kaum, was sie im Laufe des Tages alles essen. Die Nahrungsaufnahme macht keinen Spaß, sie findet ganz nebenbei statt. Es geht bei bewusster Ernährung nicht darum zu verzichten. Es geht um eine bewusste Auswahl der Lebensmittel, um die Qualität. Es geht darum, sich beim Essen auf die Mahlzeit zu konzentrieren, vielleicht ein nettes Gespräch zu führen anstatt Fast-Food im Gehen zu verschlingen.

Entspannung

Um dauerhaft Leistung zu erbringen, muss ein Mensch regelmäßig Pausen einlegen. In diesen Pausen muss er lernen, sich zu entspannen, um in Zeiten der Anstrengung bereit für die Anspannung zu sein. Der permanente Zustand der Anspannung ohne Entspannungsphasen führt zur Erschöpfung.

Die Erholung auf das Wochenende oder auf den Urlaub zu verschieben, ist keine nachhaltige Methode, einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen. Entspannen muss bewusst und regelmäßig erfolgen. Am besten täglich zur ähnlichen Uhrzeit – das hilft dem Körper sich auf die Entspannung einzulassen.

Auch auf dem Sofa zu liegen und gedankenlos fernzusehen ist nur bedingt eine Entspannungsmethode. Bei dieser Art von „Abschalten“ tankt man nicht seine Kräfte auf, sondern ist einfach passiv. Manchen Menschen kommt dieser Zustand bereits als Entspannung vor, weil Körper und Geist nicht aktiv gefordert sind. Doch durch Passivität erfährt man keine Entspannung, bei der die „Akkus aufladen“ können. Entspannung des Organismus muss man aktiv herbeiführen.

Es spielt keine Rolle, für welche Entspannungsmethode man sich entscheidet. Die Meisten müssen mehrere ausprobieren, bis sie eine finden, die wirklich Freude macht und bei der man auch bleibt.

Beispiele für Entspannungsmethoden sind:

  • Autogenes Training: Eine Methode, bei der der Übende den Zustand körperlicher Entspannung erreicht und sich dann mittels Autosuggestion mental ausrichtet. Das autogene Training kann mit einem Therapeuten erlernt werden und anschließend selbstständig durchgeführt werden.
  • Yoga: Die bekannte indische Entspannungstechnik. Durch Atmung und bestimmte Körperübungen werden bewusst An- und Entspannung herbeigeführt, die Körper und Geist in eine harmonische Balance bringen sollen.
  • Tai Chi: Eigentlich eine chinesische Selbstverteidigungstechnik, die aus langsamen und schnellen Bewegungen besteht. Langsame Elemente wirken meditativ, schnelle können bei Stressabbau helfen.

Sport

Wenn es bei der Entspannung um einen gesunden Geist geht, geht es beim Sport um den gesunden Körper. Sportliche Betätigung ist als Ausgleichsbewegung zu verstehen. Unser Körper ist für Bewegung in aufrechter Haltung bestimmt. Doch die Meisten arbeiten heutzutage in einer sitzenden Haltung, nachts ruht der Körper im Liegen. Rückenbeschwerden sind eine Volkskrankheit: Vielen Menschen fehlt der körperliche Ausgleich.

Moderate, regelmäßige Anstrengungen sind besser als eine extreme Trainingseinheit am Wochenende. Der einstündige Lauf durch den Park muss nicht sein, wenn er einen körperlich überfordert. Dehnungs- und Bewegungsübungen müssen spätestens ab 50 Jahren zum regelmäßigen Sportprogramm gehören, um den Körper beweglich zu halten. Sport als Prävention gegen Erschöpfung muss regelmäßig, in Maßen und mit Freude betrieben werden.

Unternehmenskultur

Die Ursachen für Burnout liegen häufig im Spannungsfeld zwischen der Persönlichkeit des Betroffenen und der Erwerbsarbeit. Daher ist es eine Aufgabe der Unternehmen, Bedingungen für einen gesunden Umgang mit Leistung, Zielen und Stress zu schaffen. Außerdem ist Burnout ein wichtiger Kostenfaktor. Die Genesungsprozesse eines von Burnout betroffenen Mitarbeiters können langwierig und somit teuer sein. Es ist also ganz im Sinne der Organisation, Burnout vorzubeugen. Ein Unternehmen kann Maßnahmen im Bereich Work-Life-Balance vornehmen und damit das Auftreten von Burnout verhindern und den Umgang mit dem Krankheitsbild ermöglichen.

Ein Unternehmen muss für die Arbeitszufriedenheit seiner Mitarbeiter sorgen. Dafür muss ein funktionierendes Konfliktmanagement vorhanden sein, um persönliche Probleme zwischen Mitarbeitern, wie Intrigen oder Mobbing schnell zu lösen. Einige Methoden stellen wir in unseren Handbuchkapitel „Konfliktmanagement“ vor.

Der Mitarbeiter soll in einem Unternehmen Wertschätzung erfahren. Bonuszahlungen sind nur bedingt ein Mittel, Wertschätzung auszudrücken, denn zum einen gewöhnen sich Mitarbeiter schnell an die Zusatzzahlungen, zum anderen treiben Boni dazu an, noch mehr in kürzerer Zeit zu leisten. Persönliche Kommunikation stärkt das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen und bietet Orientierung. Direktes, lösungsorientiertes Feedback und ehrlich gemeintes Lob sind sehr starke Motivatoren.

Das Unternehmen kann mit organisatorischen Regelungen dazu beitragen, dass das allgemeine Stressniveau der Mitarbeiter nicht auch noch in der Freizeit ansteigt. Dazu kann das Unternehmen Anrufe auf das Firmenhandy, abgesehen von dringenden Fällen, verbieten. Oder die Beantwortung von E-Mails am Wochenende oder nach Feierabend unterbinden. 

Auch für das körperliche Wohlbefinden während der Arbeitszeit kann das Unternehmen sorgen. Angefangen mit passenden, modernen Büromöbeln, über die Betriebskantine mit reichhaltigem Lebensmittelangebot, bis hin zu Sport- und Meditationsangeboten für die Mittagspause – ein Unternehmen kann den Arbeitsalltag seiner Mitarbeiter angenehm gestalten und dadurch den Stresspegel senken.

Praxis

Wie ernährungsbewusst sind Sie? Beantworten Sie Fragen in der folgenden Checkliste, um zu ermitteln, ob Sie gesund essen. Versuchen Sie Ihre Essgewohnheiten so umzustellen, dass Sie möglichst viele oben stehender Fragen mit „Ja“ beantworten können.

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