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Krisenmanagement

Das macht die Krise kritisch

Ob aus einer Fehlentscheidung eine Krise und die vielleicht sogar zur Katastrophe wird, das hängt davon ab, was die Geschäftsleitung unternimmt. In der frühen Phase der strategischen Krise neigt sie sehr oft dazu, die Krisensignale zu missachten. Sie interpretiert entsprechende Kennzahlen als Ausrutscher oder als nicht relevant. Warnende Stimmen von Kunden oder Mitarbeitern werden überhört; man tut sie als Einzelmeinung ab.

Die Geschäftsleitung ist krisenblind

Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Oft stecken psychologische Faktoren der Top-Manager dahinter. Die früheren strategischen Entscheidungen gelten als sakrosankt, man hat sie ja selbst getroffen. Eine Abkehr wird als ein Eingeständnis der eigenen Inkompetenz fehlgedeutet. Die Kommunikation und der Austausch mit den Mitarbeitern werden aus Scheu vor berechtigter Kritik vermieden.

So werden Fehlentscheidungen uminterpretiert und nicht mehr korrigiert, das Prinzip Hoffnung überwiegt. Die Unternehmensleitung ist häufiger auf Dienstreisen als am Krisenherd und die Lage wird nach außen beschönigend dargestellt. Also lieber weiter so wie bisher. Wer von den Mitarbeitern das nicht so sieht, der rutscht auf der Karriereleiter schnell nach unten.

Studien zeigen auf: Insolvente Unternehmen werden sehr oft von einem „bestimmenden Geschäftsführer und Gesellschafter“ geleitet. Die Geschäftsführung ist entscheidungsschwach, sodass es einen Entscheidungs- und Umsetzungsstau gibt. Fakten werden systematisch ausgeblendet.

Doch manchmal sind in der Tat diejenigen das Problem, die eine Strategie vorschnell als gescheitert ansehen und ohne Geduld und Ausdauer immer wieder neue strategische Zielrichtungen einschlagen, die in allem nur Krisensignale sehen. So ist der Grad zwischen dem Leugnen der Krise und dem Herbeireden der Krise ein sehr schmaler. Denn beides kann eine Krise verschärfen.

Wenn andere mahnen, leidet das Image

Wenn die Geschäftsleitung eine kritische Situation nicht wahrhaben will, dann treten bald andere als Mahner auf:

  • Die Banken verändern die Kreditlinien oder die Rahmenbedingungen für Fremdfinanzierung.
  • Lieferanten drängen auf Begleichung ihrer Außenstände.
  • Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze.
  • Kunden fürchten um zukünftigen Service oder Garantie-Leistungen.
  • Rating-Agenturen und Analysten weisen auf besondere Risiken für Anleger oder Fremdkapitalgeber hin.
  • Aktionäre fürchten um ihre Einlage.
  • Medien berichten bevorzugt über Unternehmen in einer (drohenden) Krise.
  • Politiker fürchten um negative Meinungen in der Bevölkerung oder um das Image einer Region und schalten sich ein.

Das kann sich sehr negativ auf das Image des Unternehmens auswirken. Es verbreitet sich schnell, wenn es dem Unternehmen nicht mehr so gut geht. Im schlimmsten Fall entsteht eine Kettenreaktion, vor allem dann, wenn das Management ohne Lösungen und ohne Antworten dasteht.

Besonders kritisch wird es, wenn sich Angst breitmacht

Gefährlich ist es für das Unternehmen, wenn die Mitarbeiter selbst Krisensignale so wahrnehmen, dass sie meinen, um ihren Arbeitsplatz fürchten zu müssen. Vor allem dann, wenn Unsicherheit herrscht: Wie schlimm steht es um uns wirklich? Sind Arbeitsplätze davon betroffen? Was wird aus mir?

Wenn das Management hierauf keine schnellen und klaren Antworten gibt, dann sinken die Moral und die Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter. Das Betriebsklima leidet und der Umgang zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten wird rauer. Es wird zu Konflikten zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung kommen. All das kann eine Krise schnell verschärfen.

In der Geschäftsleitung kann sich ebenfalls Angst breitmachen. Was in guten Zeiten optimistisch als Herausforderung bezeichnet wird, wird in schlechten Zeiten zu handfesten Problemen. Da hilft auch kein Schönreden. Doch das Management ist mit solchen Situationen zu wenig vertraut. Es reagiert entscheidungsschwach oder bricht in operative Hektik aus. Manchmal gerät es sogar in Panik.

Welche Kultur herrscht in Ihrem Unternehmen, wenn es darum geht, mit kritischen Situationen umzugehen? Wie reagieren die Mitarbeiter und wie das Management? Analysieren Sie das Verhalten und die Erkenntnisse aus der letzten Krise.




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