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Strukturiertes Arbeiten

Denkfallen vermeiden

„Wer mit dem Hammer sehr gut zurecht kommt, für den sieht jedes Problem aus wie ein Nagel“,

weiß der Volksmund. Wer neuartige Aufgaben lösen will, versucht zunächst vertraute Techniken anzuwenden. Das kann eine richtige Strategie sein, denn immerhin ist man in der Anwendung der entsprechenden Technik geübt und vertraut. Eine Lösung lässt sich so schnell entwickeln. In manchen Fällen ist es aber notwendig, die bisherigen Lösungsstrategien und Denkmuster zu durchbrechen, Denkgewohnheiten zu ändern.

Dabei fallen Menschen leicht in die folgenden Denkfallen:

  • Gewohnheit: Bei gleich scheinenden Sachverhalten verwendet man dieselbe Lösungsstrategie. Im Gespräch mit Kollegen oder Mitarbeitern meint man schnell, deren Anforderungen und Wünsche erfasst zu haben und schlägt eine Lösung vor. Erst später stellt sich heraus, dass es anders gemeint war und man besser oder genauer zugehört hätte.
  • Stereotype: Die Beurteilung und Bewertung eines Sachverhalts erfolgt auf der Basis früherer Erfahrungen – und nur dieser. Was einmal schlecht/ gut war, ist immer schlecht/ gut.
  • Ursache/ Wirkungs-Zusammenhang: Gerade in Stress- oder komplexen Situationen neigt man dazu, einfache Ursache/ Wirkungs-Zusammenhänge herzustellen, die aber falsch sind. Oft spielen mehrere Ursachen gleichzeitig eine Rolle.
  • Selektive Wahrnehmung: Die Welt und das eigene Umfeld werden nicht richtig wahrgenommen. Einzelne Informationen, Ereignisse oder Sachverhalte werden automatisch ausgeblendet, weil sie nicht in das eigene Weltbild passen oder den bisherigen Vorstellungen widersprechen.
  • Wirklichkeitskonstruktion: Jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit. Das bedeutet, dass die eigene Sichtweise nur eine Möglichkeit unter vielen darstellt. Im Berufsleben ist es hilfreich, sich auch in andere Menschen hineinzuversetzen und Sachverhalte aus deren Blickwinkel zu betrachten.

Hinweis

Um systematisch andere Denk-Perspektiven einzunehmen, entwickelte Edward de Bono seine so genannte Methode der Sechs Denkhüte. Dabei sollen die unterschiedlichen Arten des Denkens jeweils anderer Person durchgeführt werden. Das ermöglicht eine effiziente Gruppendiskussion.

Die einzelnen Hüte stehen für

  • weiß: Analytisches Denken
  • rot: Emotionales Denken, Empfinden
  • schwarz: Kritisches Denken
  • gelb: Optimistisches Denken
  • grün: Kreatives, assoziatives Denken
  • blau: Ordnendes, moderierendes Denken

Den Teilnehmern wird entsprechend der Art, in der sie denken sollen, ein Hut bzw. Armband oder Tischkärtchen in der zugehörigen Farbe gegeben. Wichtig ist es, sich vor der Diskussion auf die zugeordnete Farbe mit den geforderten Eigenschaften einzustellen und in der Diskussion „in der Farbe“ zu bleiben.

Wer Denkfallen vermeidet, findet effektivere Lösungen für anstehende Fragen und Probleme.

Überlegen Sie: Welche Denkfallen spielen in Ihrem Arbeitsbereich eine Rolle? Welche Denkfallen haben Sie bei sich und anderen bereits entdecken oder erfahren können?




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