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TRIZ

Die Denkhaltung bei TRIZ

Altschuller hat in den Vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts viele Tausend Patente untersucht, um herauszufinden, ob man Muster und Regeln für das Erfinden entdecken kann. Er stellte fest:

  1. Erfindungen erscheinen als Überwindung technischer Widersprüche.
  2. Widersprüche erscheinen als Folge einer ungleichmäßigen Entwicklung einzelner Teile technischer Systeme.
  3. Der Schlüssel zur Lösung von Problemen liegt in der Beseitigung des Systemwiderspruchs.

Wenn also ein technisches System in seinem IST-Zustand nicht befriedigend ist und man einen neuen SOLL-Zustand erreichen möchte, muss man den Systemwiderspruch finden. Altschuller fand heraus:

  • Erfinderische Aufgaben, also eine Differenz von IST- und SOLL-Zustand gibt es viele, aber Typen von Systemwidersprüchen nur wenige;
  • Es gibt typische Systemwidersprüche und typisierte Verfahren zu ihrer Beseitigung.

Kreativität spielt bei der Denkhaltung von TRIZ eine untergeordnete Rolle. Altschuller war sogar der Meinung, dass Kreativität nur der Versuch sei, schlechtes Denken zu organisieren. Eine Erfindung gelänge damit nur aus Zufall.

Abstrahieren muss man können

Viel entscheidender ist das methodische Vorgehen, das zum Ziel hat, vom eigentlichen Problem zu abstrahieren, ein allgemeines Problem zu finden, dieses zu lösen und die Lösung auf das konkrete Problem anzuwenden. Dies zeigt die folgende Abbildung:

Methodisches Vorgehen bei TRIZ

TRIZ unterstützt den Ingenieur beim Lösen einzelner technisch-physikalischer Probleme, indem es ihn systematisch zur Lösung (Erfindung) führt. Weniger geeignet ist TRIZ im Bereich der Grundlagenforschung, wo es darum geht, neue Prinzipien oder Phänomene zu entdecken.

Aufgaben haben unterschiedliche Anforderungsniveaus

Die Aufgaben des Erfindens können in unterschiedliche Anforderungsniveaus unterteilt werden, beginnend mit dem niedrigsten Niveau:

  • konventionelle Aufgaben mit Lösungen aus dem jeweiligen Fachgebiet (zum Beispiel Rationalisierungen),
  • geringfügige Erfindungen innerhalb einer existierenden Konstruktion (zum Beispiel Modernisierung),
  • substanzielle Erfindung innerhalb einer Technologie, mit Prinzipveränderungen und Verbesserung des technischen Systems,
  • Erfindungen außerhalb einer Technologie, Synthese für Systemveränderungen, neue Konstruktion auf der Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse,
  • Entdeckung eines neuen wissenschaftlichen Phänomens und daraus abgeleitete Pioniererfindungen.

Außerdem unterscheiden sich die Aufgaben nach der Struktur der wechselwirkenden Faktoren, die das technische System kennzeichnen. Und die Aufgaben können sich nach dem Grad der Veränderung eines Objekts unterscheiden.

Je höher das Niveau, desto höher die Anforderungen an die Kenntnisse des Ingenieurs. Eine gute Ingenieurausbildung ist deshalb immer Voraussetzung für das Arbeiten mit TRIZ.

Wie würden Sie das Anforderungsniveau Ihrer Erfindungs-Aufgabe beschreiben?




Erfindung auf der S-Kurve

Jedes technische System durchläuft einen Lebenszyklus, der in Form einer S-Kurve beschrieben werden kann. Es gibt nach der Konzeption eine Phase für Einführung, Wachstum, Reife und Sättigung. Es hängt davon ab, in welcher Phase ein System sich befindet, welche Erfindungen möglich sind. Zu Beginn der S-Kurve geht es meistens um Verbesserungen oder Funktionserweiterungen.

Am Ende des Lebenszyklus gibt es kaum Verbesserungspotenzial, hier müssen generelle Systemveränderungen oder neue Lösungsprinzipien gefunden werden. Die S-Kurve macht einen Sprung auf ein höheres Niveau und beginnt wieder mit der Einführungsphase - aber auf einem höheren Performance-Niveau.

Konzept der S-Kurve

In welcher Phase befindet sich Ihr Produkt bzw. technisches System? Welche Erfindungen erkennen Sie für die jeweilige Phase Ihres Produkts?




Jedes System hat eine Geschichte

Altschuller empfiehlt, sich die Lebensgeschichte eines technischen Systems genauer anzusehen. Wie das Leben selbst haben auch technische Systeme oft eine Evolution durchgemacht. Diese wird im Rahmen der Evolutionsanalyse beschrieben.

Mögliche Fragestellungen dabei sind:

  • Welche Bauteile oder Baugruppen kamen mit der Zeit hinzu oder wurden entfernt?
  • Welche Änderungen gab es bei den Verknüpfungen?
  • Welche zusätzlichen Funktionen kamen hinzu oder wurden entfernt?
  • Wie haben sich die Rahmenbedingungen und die Umwelt für das technische System verändert?

Diese und weitere Fragen sollten in einem „Stammbaum“ des technischen Systems bzw. in einem Bild zum Evolutionspfad festgehalten werden.

Entwickeln Sie den Stammbaum Ihres Produkts.




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