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Die Methode 360-Grad-Feedback

Das 360-Grad-Feedback wird in Unternehmen vor allem für Führungskräfte eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine umfassende Feedback-Methode, weil unterschiedliche Anspruchsgruppen einbezogen werden, wie Kollegen, Mitarbeiter oder Kunden. Ziel ist, kein unrealistisches und verzerrtes Selbstbild entstehen zu lassen.

Das 360-Grad-Feedback bietet als ein Personalentwicklungsinstrument insbesondere für Führungskräfte die Möglichkeit, umfassende und ehrliche Rückmeldungen zu bekommen. Diese Methode soll dazu beitragen, einen kompletten Selbstbild-Fremdbild-Vergleich herzustellen. Das heißt, die betroffene Person erhält anonym eine Rund-um-Rückmeldung von ihren Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeitern und Kunden.

Ziel und Merkmale des 360-Grad-Feedbacks

Ziel des 360-Grad-Feedbacks ist es, versteckte Fähigkeiten bewusst zu machen und diese eventuell zu aktivieren: Lernen durch Rückmeldung, lautet die Devise. Das 360-Grad-Feedback zeichnet sich dadurch aus, dass es ...

  • durch einen Coach begleitet wird,
  • Selbst- und Fremdeinschätzung miteinander vergleicht,
  • schriftlich erfolgt,
  • umfassend ist, da fünf bis acht Personen unterschiedlicher Anspruchsgruppen Feedback geben und
  • die Feedback-Geber anonym bleiben und kein Feedback keiner Person zugeordnet werden kann.
Abbildung 4: Merkmale des 360-Grad-Feedbacks
Abbildung 4: Merkmale des 360-Grad-Feedbacks

360-Grad-Feedback-Methode im Coachingprozess

Ein Coachingprozess mit der 360-Grad-Feedback-Methode umfasst folgende Schritte (vgl. Abbildung 5):

Schritt 1

Klärung der Ziele des 360-Grad-Feedbacks in Zusammenarbeit mit einem Coach. Zum Beispiel:

  • Sollen die derzeit ausgeübten Kompetenzen der Führungskraft verbessert werden?
  • Soll die Führungskraft auf die Übernahme von mehr Verantwortung vorbereitet werden?

Schritt 2

Ausgehend vom Ziel des Feedbacks wird ein Fragebogen erstellt. Wichtig: Der Erfolg des Feedbacks hängt wesentlich von der Qualität der Fragen ab!

Schritt 3

Auswahl relevanter Feedback-Geber aus Führungskräften und Vorgesetzten, Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kunden. Relevant heißt: Die Feedback-Geber müssen ausreichend Einblick in das Führungsverhalten und die Verhaltensweisen der zu bewertenden Person haben.

Schritt 4

Durchführung des Feedbacks mithilfe der Fragebögen.

Schritt 5

Die Fragebögen werden ausgewertet. Dabei wichtig: Anonymität wahren! Einzelne Antworten dürfen nicht einzelnen Feedback-Gebern zugeordnet werden können. Andernfalls äußern sich die befragten Personen aus Angst vor negativen Konsequenzen nicht ehrlich, und das Feedback wird wertlos.

Schritt 6

Rückmeldung der Ergebnisse in persönlichen und individuellen Coachinggesprächen; Erarbeitung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen und möglichen Verhaltensänderungen.

Abbildung 5: Schritte des 360-Grad-Feedbacks
Abbildung 5: Schritte des 360-Grad-Feedbacks

Zweite 360-Grad-Feedbackrunde

Eine zweite 360-Grad-Feedbackrunde sollte im Abstand von fünf bis sechs Monaten mit einem modifizierten Fragebogen erfolgen, um die Wirkung der ersten Runde zu überprüfen.

Feedback-Kultur etablieren

Grundsätzlich kann die 360-Grad-Feedback-Methode als ein guter Einstieg in die Entwicklung einer echten Feedback-Kultur gesehen werden. Die anonyme, schriftliche Form des Feedbacks würde dann durch eine mündliche und persönliche Form abgelöst. Regelmäßige Feedback-Gespräche oder Kritik-Gespräche sind ein wichtiges personalpolitisches Instrument der Mitarbeiterführung. Dabei kann die Führungskraft rechtzeitig Warnsignale erkennen und das Erreichen von Zielen besser überblicken.

Praxis

Feedback-Form wählen

In vielen Unternehmen hat sich die Rundum-Beurteilung in Form der 360°-Feedback-Befragung als ein wirkungsvolles Instrument etabliert, um vor allem Führungskräfte zu bewerten. Weitere Feedback-Formen sind:

  • 90°-Feedback
  • 180°-Feedback
  • 270°-Feedback

Je nachdem wie viele Perspektiven in den Feedback-Prozess einbezogen werden, spricht man von einem 90°- bis 360°-Feedback. Ziel ist, durch die vielen Perspektiven ein umfangreicheres und objektiveres Bild der bewerteten Person zu bekommen.

  • Überlegen Sie, welche Form des Feedbacks für Ihren Zweck in Ihrem Unternehmen die passende ist.
  • Prüfen Sie, welche Anspruchsgruppen Sie einbeziehen können und wollen; das hängt von der Situation, den Zielen und den zu bewerteten Themen ab.

Orientieren Sie sich bei Ihrer Wahl der Feedback-Form an der folgenden Checkliste.

Maßnahmen für das 360-Grad-Feedback

Gehen Sie die einzelnen Schritte des 360-Grad-Feedbacks durch und notieren Sie sich, was Sie bei der jeweiligen Maßnahme beachten sollten. Nutzen Sie für Ihre Umsetzung die folgende Vorlage.

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