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Berufliche Fortbildung und Weiterbildung

Die passende Fortbildung und Weiterbildung wählen

Welche Fortbildung oder Weiterbildung ist die passende? Um eine Wahl zu treffen, ist es hilfreich, sich mit den unterschiedlichen Lernformen und Lernformaten vertraut zu machen. Geht es um eine konkretes Seminar oder Training, sollten Sie die Qualität anhand von Qualitätskriterien für Bildungsmaßnahmen überprüfen.

Zwischen verschiedenen Lernformen wählen

Wenn es um die Wahl der passenden Bildungsmaßnahme geht, stehen Vorgesetzte oder Mitarbeiter vor der Qual der Wahl: Sie müssen sich aus unterschiedlichen Lernformen und zahlreichen Lernformaten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen auf eine Fortbildung festlegen. Folgende Lernformen können unterschieden werden:

  • Präsenzkurs: Der Unterricht findet vor Ort beim Bildungsanbieter statt. Gelernt wird in einer Gruppe und unter Anleitung eines Dozenten.
  • Fernunterricht: Bei der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten sind der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt. Der Lehrende oder sein Beauftragter überwachen den Lernerfolg.
  • Blended Learning (integriertes Lernen): Dieses Modell verbindet die Vorteile von Präsenz- und Fernunterricht.
  • Training on the Job: Arbeitsplatzbezogenes Lernen, bei dem ein Vorgesetzter oder Experte den Mitarbeiter entsprechend am Arbeitsplatz bei betrieblichen Aufgaben anleitet.
  • Coaching oder Mentoring: Beim Coaching oder Mentoring steht ein externer Coach oder Berater einem Mitarbeiter (meist in höherer Position) unterstützend zur Seite. Er unterstützt und berät ausführlich und individuell.
  • Selbstgesteuertes Lernen: Das Lernen erfolgt eigenverantwortlich und über Selbstlernprogramme (meist computergestützt) während der Arbeitszeit oder in der Freizeit.

Zwischen verschiedenen Lernformaten wählen

Bei der Wahl des passenden Lernformats hilft es, zwischen den Vor- und Nachteilen des entsprechenden Bildungsformats abzuwägen.

Externes/offenes Seminar

Externe oder offene Seminare sind zum Beispiel Kurzseminare, Eintagesseminare oder mehrtägige Seminare. Konzeption, Organisation und Durchführung liegen in der Verantwortung des Bildungsanbieters.

Vorteile:

  • Austausch mit Teilnehmern aus anderen Unternehmen oder anderen Bereichen
  • Impulse für neue Ideen
  • Einsatz unterschiedlicher Lehrmethoden und Lernmedien

Nachteile:

  • Keine individuell zugeschnittenen Inhalte
  • Kein dauerhafter Lernerfolg
  • Zeitintensiv, da An- und Abreise nötig

Inhouse-Seminar

Inhouse-Seminare sind zum Beispiel unternehmensinterne Seminare mit internen oder externen Trainern. Ziele, Inhalte und Organisation liegen in der Verantwortung des Unternehmens.

Vorteile:

  • Ziel, Inhalt und Umfang des Seminars sind individuell angepasst an Zielgruppe, am betriebsspezifischen Bedarf oder an eine firmenspezifische Lösung
  • Einsatz unterschiedlicher Lehrmethoden und Lernmedien

Nachteile:

  • Kein Austausch mit Teilnehmern aus anderen Unternehmen
  • Bildungsbedarf muss bei einer Mindestzahl an Mitarbeitern bestehen, damit sich ein Seminar lohnt

E-Learning

Online-Seminar, Webinar und Telefoncoaching sind Beispiele für das Lernformat E-Learning. Die Präsentation der Inhalte, die Organisation und Durchführung erfolgt durch elektronische oder digitale Medien.

Vorteile:

  • Je nach Plattform: Einsatz unterschiedlicher Lehrmethoden und interaktiver Lehrmedien
  • Im Vergleich kostengünstig
  • Ortsunabhängiges Lernen
  • Individuelle Zeiteinteilung
  • Asynchrone Zusammenarbeit mit anderen Teilnehmern
  • Lerntempo kann selbst bestimmt werden
  • Je nach Plattform: Individuelle Betreuung möglich

Nachteile:

  • Meist nur visuelles Lernen möglich (Bild, Video, Ton, Animation, Text)
  • Technische Hürden und Hemmungen
  • Erfordert Selbstdisziplin und Selbstlernkompetenz
  • Relativ wenig Interaktion mit anderen Teilnehmern
  • Einzelne Teilnehmer können sich unbemerkt aus der Lerngruppe zurückziehen
  • Inhalte sind standardisiert, keine individuell zugeschnittenen Inhalte

Training on the Job-Maßnahmen

Training on the Job-Maßnahmen sind zum Beispiel Job Enlargement, Job Enrichment, Job Rotation, kollegiales Coaching oder Mentoring-Maßnahmen. Das Lernen findet direkt am Arbeitsplatz anhand betrieblicher Aufgaben statt.

Vorteile:

  • Unmittelbarer Lerntransfer in die praktische Arbeit
  • Hoher Lernerfolg durch Learning-by-Doing
  • An Aufgabe und Position angepasstes, praxisnahes Lernen

Nachteile:

  • Neue und anspruchsvolle Aufgaben können leicht überfordern
  • Gefahr der Betriebsblindheit
  • Kaum Einsatz unterschiedlicher Lehrmethoden und Lehrmedien, da das Lernen durch übliche Arbeitsmittel erfolgt

Informationsveranstaltung

Fachvorträge, Fachtagungen, Kongresse, Workshops und Fachmessen sind Beispiele für Informationsveranstaltungen innerhalb oder außerhalb des Unternehmens. Konzeption, Organisation und Durchführung einer Informationsveranstaltung liegen in der Verantwortung eines Unternehmens, einer Organisation oder einer Forschungseinrichtung.

Vorteile:

  • Austausch mit Teilnehmern aus Praxis und Forschung
  • Impulse für neue Ideen
  • Meist große Auswahl an Inhalten
  • Wenig zeitintensiv

Nachteile:

  • Keine individuell zugeschnittenen Inhalte
  • Kein dauerhafter Lernerfolg

Was die Personalentwicklung klären sollte

Die Auswahl des passenden Formats orientiert sich an verschiedenen Kriterien. Personalentwicklung beziehungsweise Mitarbeiter sollten zur Prüfung dieser Kriterien folgende Fragen klären:

  • Wie hoch ist das Budget für Weiterbildung? Wie groß ist das Unternehmen? Rechnet es sich beispielsweise, firmenintern weiterzubilden?
  • Wie viel Zeit soll, wie viel Zeit kann dem Mitarbeiter eingeräumt werden?
  • Welches Bildungsvorhaben hat welche Priorität in Bezug auf die Unternehmensziele? 
  • Wie viele Mitarbeiter sollen weitergebildet werden? Besteht ein ähnlicher Trainingsbedarf unter den Mitarbeitern? Welche Entwicklungs- und Förderziele verfolgen welche Mitarbeiter?
  • Haben die Mitarbeiter spezielle Präferenzen bezüglich Lernmethoden und Lernform? Welche Erfahrungen mit Weiterbildungsmaßnahmen haben sie bisher gemacht?
  • Wie ist die Qualität des Weiterbildungsangebots einzuschätzen?

Wie Sie die Qualität der Weiterbildung prüfen

Zertifikate

Um die Qualität der „Lerndienstleistungen für die Aus- und Weiterbildung“ zu prüfen, kann das Zertifikat nach DIN ISO 29990 hilfreich sein. Für Qualitätsstandards im Bereich E-Learning wird die Norm ISO/IEC 19796-1/3 vergeben. Bildungsanbieter können es bekommen und damit werben, wenn die in den Normen genannten Anforderungen erfüllt sind. Das Zertifikat ersetzt jedoch nicht die Sorgfalt bei der Auswahl, denn die Zertifizierung bestätigt nur, dass die selbst gesetzten Standards normkonform sind und in der Praxis angewendet werden. Erst ein Vergleich lässt eine Einschätzung zu, ob ein Anbieter die Anforderungen eines Kunden erfüllen kann.

Stiftung Warentest

Es gibt Weiterbildungsunternehmen, die zwar kein Zertifikat haben, aber trotzdem qualitativ gut sind. Stiftung Warentest testet regelmäßig unterschiedliche Bildungsangebote und zeichnet sehr gute Anbieter aus. Diese werben mit ihren Testergebnissen. Wer das passende Angebot sucht, kann dies als einen Hinweis auf gute Bildungsanbieter nehmen.

Kundeninformation und Vertragsbedingungen

Bei der Auswahl der Bildungsmaßnahme kann die Führungskraft oder die Personalentwicklung einige Qualitätskriterien bezüglich der Kundeninformation und der Vertragsbedingungen der entsprechenden Weiterbildung prüfen. Sie geben erste Hinweise auf die Qualität des Angebots.

Mitarbeiter

Zur abschließenden Beurteilung der Qualität der Fortbildung sind die Teilnehmenden einer Weiterbildung die erste Informationsquelle. Deshalb sollten die teilnehmenden Mitarbeiter jede Bildungsmaßnahme nach Abschluss evaluieren. So kann systematisch verglichen werden, ob die Maßnahme oder der Bildungsanbieter wieder gewählt werden soll oder ob eine langfristige Zusammenarbeit denkbar ist.

StichwortWeiterbildungsmarkt

Auf dem deutschen Weiterbildungsmarkt gibt es rund 25.000 Weiterbildungsinstitute. Die zwei größten Anbietergruppen sind mit 44 Prozent kommerzielle Anbieter und mit 24 Prozent die Volkshochschulen. Das ermittelten das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 2008 im Projekt „Weiterbildungskataster“.

Praxis

Qualität der Weiterbildung prüfen

Erste Hinweise auf die Qualität einer Bildungsmaßnahme geben die Kriterien „Kundeninformationen“ und „Vertragsbedingungen“ der jeweiligen Bildungsmaßnahme.

  • Schreiben Sie auf, um welches Kursangebot es geht.
  • Beantworten Sie die Fragen zu den Kriterien „Kundeninformationen“ und „Vertragsbedingungen“ in der folgenden Vorlage.
  • Schließen Sie anschließend auf die Qualität der Bildungsmaßnahme.

Weiterbildung evaluieren

Fragen Sie nach den Erfahrungen Ihrer Mitarbeiter, wenn diese eine Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch genommen haben:

  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter für jeden besuchten Kurs den Evaluationsbogen in der folgenden Vorlage ausfüllen.
  • Tragen Sie die Ergebnisse aller Evaluationsbögen in einer Statistik zusammen.
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