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Krisenmanagement

Gründe für Krisen im Unternehmen

Jedes Jahr müssen allein in Deutschland mehrere zehntausend Unternehmen Insolvenz anmelden. Täglich stehen darüber Geschichten in der Zeitung, mal von großen und bekannten Unternehmen, mal von kleinen und unbekannten. Die Insolvenz ist meist der letzte Schritt eines Unternehmens, der sich durch eine lange Zeit der Krise angekündigt hat. Doch allzu oft wird die von den verantwortlichen Managern ignoriert, sodass die Pleite am Ende unausweichlich erscheint.

Aus der Sicht der Ökonomie ist dies ein natürlicher Vorgang: So wie neue Unternehmen gegründet werden, so beenden andere ihr Dasein. Aber das Krisenmanagement will dieser fatalistischen Einstellung das Feld nicht so einfach überlassen. Denn eine Krise muss nicht hingenommen werden. Wer sie rechtzeitig erkennt und aktiv bewältigt, kann vielleicht sogar gestärkt daraus hervor gehen.

„Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, sagte der Schriftsteller Max Frisch.

StichwortKrise

Eine Krise bedeutet eine Zuspitzung von problematischen Ereignissen bzw. einen Wendepunkt einer (kontinuierlichen) Entwicklung. Die Krise von Unternehmen ist dadurch gekennzeichnet, dass Sie

  • schwer beherrschbar ist;
  • die Aufmerksamkeit von Akteuren auf sich zieht;
  • den Fortgang der Entwicklung beeinträchtigt;
  • bewältigt werden oder in die Katastrophe führen kann.

Nicht immer sind es externe Gründe wie eine schlechte Konjunktur, Naturereignisse oder sich plötzlich ändernde politische Rahmenbedingungen, die zu einer Krise führen. Viele sind „hausgemacht“ und die Folge von Fehlern in der Unternehmensführung. Dazu zählen zum Beispiel:

  • falsche Entscheidungen bei der Besetzung von Führungspositionen,
  • falsche Einschätzung der Marktentwicklung,
  • Missachtung neuer Wettbewerber oder neuer Technologien für die eigene Branche,
  • Verschuldung für den Kauf eines anderen Unternehmens oder bei einem Zusammenschluss,
  • Verlust der Kundenorientierung,
  • Fehler bei der Gestaltung des Produktprogramms,
  • falsche Entscheidungen bei technologischer Ausstattung, Rohstoffsicherung, Standortwahl, finanzieller Ausstattung oder bei Betriebsabläufen,
  • Mängel bei Organisation, Planung und Information.

Oft kommen mehrere Faktoren zusammen und verstärken sich gegenseitig. Wenn es der Wirtschaft insgesamt nicht gut geht oder wenn die Branche eine Umwälzung durchmacht, dann werden die Handlungsspielräume enger. Eine Fehlentscheidung kann dann schnell in die Krise führen. Besonders problematisch ist, dass sich die Folgen von Fehlentscheidungen erst viel später zeigen. Krisen kommen meistens schleichend. Und wenn sich erste schwache Signale zeigen, dann werden sie vom Management zu wenig wahrgenommen.

Hinweis

Mehr als die Hälfte aller Unternehmens-Insolvenzen ist auf falsche Strategie- und Investitionsentscheidungen zurückzuführen. Vor allem überhastete Expansionen vor der Krise werden nun besonders hart bestraft, da durch unkontrollierte Investitionen jetzt die Mittel fehlen, um auf die Krise reagieren zu können. Das geht aus einer Studie der Managementberatung A.T. Kearney hervor, für die europaweit mehr als 1.200 Insolvenzfälle untersucht wurden.

Daneben zählen unausgewogene Kostenstrukturen (39 Prozent), mangelnde Liquidität (38 Prozent) sowie verspätete bzw. eine nicht ausreichend konsequente Reaktion des Managements auf die Krise (34 Prozent) zu den häufigsten Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen.

Ein überraschendes Ergebnis der Studie ist, dass Krisen zwar rechtzeitig erkannt werden, jedoch vom Management an alten Verhaltensmustern und Strategien festgehalten und verspätet sowie nicht konsequent genug reagiert wird (34 Prozent). Ein weiterer zentraler Grund für Unternehmensinsolvenzen ist mit 23 Prozent die Abhängigkeit von Lieferanten und Kunden. Dieser Aspekt spielt insbesondere in der deutschen Industrie, die stark arbeitsteilig organisiert ist, eine wichtige Rolle.

[Quelle: Finanz-Betrieb, 12.10.2009, Heft 10]

Krisenexperten raten: Gerade dann, wenn es dem Unternehmen gut geht, sollte es besonders wachsam sein. Und manche meinen sogar, man müsse immer wieder eine Krise künstlich herbeireden, damit alle Mitarbeiter aufmerksam bleiben und sich überlegen: Was müssen wir tun, wenn die Krise ernst wird?

Denn vieles ändert sich erst unter dem Druck der Krise und des Leidens. Und das ist die Chance, die in jeder Krise steckt. Voraussetzung ist, sich rechtzeitig damit zu befassen, was eine Krise auslösen kann und wie sie dann zu bewältigen ist. In dieser Lösungshilfe zeigen wir, worauf Sie dabei achten müssen und wo die wichtigen Stellhebel sind, damit aus einer Krise keine Katastrophe wird.

Prüfen Sie für Ihr Unternehmen: Welche Sie kritischen Situationen oder Krisen haben Sie bereits durchgemacht? Was waren die Ursachen?




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