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Krisenmanagement

Krisensignale erkennen

„Am Ende ging uns einfach das Geld aus.“ Das ist die ernüchternde Erkenntnis der Firmenchefs, wenn sie mit ihrem Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Gläubiger stehen Schlange und die Banken drehen den Kredithahn zu. Mangelhafte Finanzierung ist ein wichtiger Grund, wenn Unternehmen pleitegehen. Doch auch das hat tiefer liegende Ursachen. Wenn niemand mehr Kredit oder Zahlungsaufschub gewähren will, dann traut man dem Unternehmen nicht mehr zu, diese fortgeschrittene Form der Krise zu bewältigen.

Dann ist es in den meisten Fällen auch zu spät. Krisenexperten sagen, dass sich in der Hälfte der Fälle die Krise schon vier oder mehr Jahre vorher andeutet. Doch es fällt schwer, diese Signale zu erkennen und richtig zu deuten. Ein wesentlicher Grund: Es gibt kein systematisches Frühwarnradar.

Dieses Radar sollte frühzeitig sichtbar machen, wenn es im Unternehmen eine Machtkonzentration an der Spitze gibt – alle sind von einer Person abhängig. Wenn diese sich nur mit Ja-Sagern umgibt oder wenn es in der Geschäftsleitung oft Konflikte gibt, wenn Entscheidungen verzögert werden, wenn die Transparenz verloren geht und keine neuen Impulse und Ideen kommen, dann sind das wichtige Signale, die eine Krise ankündigen. Oft sieht man es den Chefs auch an: Sie wirken gestresst, erschöpft, überlastet oder überfordert.

Der Blick auf die Finanzen und auf die betrieblichen Kennzahlen kann ebenfalls sehr schnell deutlich machen, wenn die Entwicklung aus dem Ruder läuft. Wenn der Umsatz über einen längeren Zeitraum sinkt, wenn die Rentabilität schlecht ist, wenn die Kosten steigen und der Cashflow viel zu niedrig ist, dann sind das ebenfalls wichtig Krisensignale. Das ist vor allem dann kritisch, wenn die Wettbewerber sich deutlich besser entwickeln.

Deuten sich eine Krise an, melden sich die Banken auch häufiger und wollen mehr über auffällige Kontostände oder Kontobewegungen wissen. Auch manche Lieferanten beschweren sich, wenn ihre Rechnungen zu spät bezahlt werden.

Die Kunden können genauso wichtige Signalgeber sein. Sie beschweren sich häufiger, senden fehlerhafte Produkte zurück, wandern ab oder reduzieren ihre Aufträge. Die Folge: Planzahlen müssen laufend nach unten angepasst werden und Ziele werden verfehlt.

Frühwarnradar einrichten

Es ist nicht leicht, strategische Krisen zu erkennen. Das wichtigste Instrument dafür ist die Bilanzanalyse. Sie zeigt aber nur im Rückblick, wie gut das Unternehmen in der Vergangenheit gearbeitet hat; über die Chancen und Risiken der Zukunft sagt sie nur wenig. Deshalb wurden in den letzten Jahren zahlreiche Instrumente entwickelt, die als Frühwarnradar Krisensignale sichtbar machen sollen. Beispiele dafür sind:

  • Stärken-Schwächen- und Chancen-Risiken-Analyse,
  • 5-Kräfte-Modell von Michael Porter,
  • Human Resource Audits,
  • Wettbewerbs-Analyse,
  • Benchmarking oder
  • Balanced Scorecard.

Weil keiner den Stein der Weisen gefunden hat und niemand genau weiß, wie sich strategische Krisen zuverlässig erkennen lassen, sprechen Berater gerne von „ganzheitlichen Ansätzen“ und meinen damit den Einsatz möglichst vieler Instrumente und aufwendige Analysen. Letztlich sollte dies die selbstverständliche und tägliche Strategie-Arbeit des Managements sein, um das Unternehmen auf Erfolgskurs zu halten. Dabei können Sie die folgenden Lösungshilfen nutzen:

Wettbewerbsanalyse: Die Konkurrenten kennen und sich von ihnen abgrenzen

Stakeholder: Anspruchsgruppen kennen und bedienen

SWOT-Analyse: Mit den eigenen Stärken und Schwächen Potenziale erkennen

Benchmarking: Im Unternehmensvergleich Verbesserungspotenziale erkennen und nutzen

Balanced Scorecard: Mit den richtigen Kennzahlen Strategien umsetzen

Entwickeln Sie ihr Frühwarnradar. Identifizieren Sie dazu die Felder, die Sie beobachten wollen, und erstellen Sie ein Kennzahlensystem, das als Warnsignal-Geber fungiert. Nutzen Sie angemessene Analyseinstrumente und verankern Sie das Frühwarnradar in Ihrem Unternehmen.




Wenn kein Krisenradar existiert, dann wird die Krise erst viel zu spät erkannt. Der Handlungsspielraum ist dann viel geringer. Doch die Existenz eines Krisenradars allein ist noch kein Garant dafür, dass nun frühzeitig gegengesteuert wird. Oft missachtet das Management, was ihnen die Frühindikatoren zeigen – und dann wird es kritisch.

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